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Strinz-Margarethä Chronik

Chronik nach Jahren

1800–1899

100 überlieferte Jahre, 1085 Einträge

1800

Obrigkeiten

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Bekannte Namensform

Strinz Margaretha

Karte aus 1800
Karte aus 1800
Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä

Aus der der Zeit um 18oo ist das Wappen einer Strinzer Familie mit dem Namen Gruber bekannt.

Hier die offizielle Beschreibung:

Ältester bekannter Vorfahr im Mannesstamm: Johann Philipp Gruber, Landwirt, * Strinz-Margarethä um 1800. In Rot ein goldenes Hirschgeweih mit Grind, an den zehn Enden und aus der Schädeldecke hervorkommend je mit einer goldenen Rose besetzt. Auf dem rot-golden bewulsteten Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender, mit einem roten Strick um den Hals gefesselter goldener Drache.

Führungsberechtigt sind: Eingereicht bzw. neu angenommen am 20. Februar 1981 von Wilhelm Gruber, Forstamtsrat, * Wambach 7.4.1927, für sich und seine ehelichen Nachkommen im Mannesstamm.

Quelle: Deutsche Wappenrolle der "Deutsche Heraldische Gesellschaft e.V."

Ereignisse

  • Aus dem Jahre 1800 ist einen Urkunde erhalten geblieben, die die Zehntverpflichtung von von StM gegenüber dem Ritterstift Bleidenstadt zum Inhalt hat. (Siehe auch unter: Der Zehnte ging ans Kloster)
Urkunde zur Zehntverpflichtung
Urkunde zur Zehntverpflichtung

1801

Obrigkeiten

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb

Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

1802

Obrigkeiten

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb

Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

  • StM zahlt 20,19 Gulden "Herrngeld" an die Renthei in Idstein.
Quelle: Auszug aus den Rechnungen der Renthei Idstein der Jahre 1802 - 1806
  • Weigerung der Gemeinde Strinz-Margarethae zur unentgeltlichen Verabfolgung von Bauholz aus ihrer Gemeindewaldung zum Scheunenbau des Schultheißen Enders zu Strinz-Margarethae.
Quelle: HStA, 133, Strinz-Margarethae 33

1803

Obrigkeiten

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb

Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

  • Es wurde vermerkt. "Die Feuergefahr in Strinz-Margarethä war groß, zumal die Häuser und Scheunen mit Stroh gedeckt waren". Die "Abgebrannten" wurden bettelarm, denn eine Feuerversicherung gab es damals noch nicht. Es gab auch keine organisierte Feuerwehr, obwohl es dazu gesetzliche Vorschriften gab. Wenn die strohgedeckten Häuser erst einmal brannten, war es schon zu spät. Sie brannten schnell nieder. Eine gewisse Sicherheit zum Schutz der Bürger wurde gewährleistet durch einen Tagwächter, einen Nachtwächter und einem Flurschütz.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
  • StM zahlt 20,19 Gulden "Herrngeld" an die Renthei in Idstein.
Quelle: Auszug aus den Rechnungen der Renthei Idstein der Jahre 1802 - 1806

1804

Obrigkeiten

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb

Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

  • Der als österreichischer Soldat tätige Strinzer Tobias Enders meldet sich letztmalig bei seiner Ehefrau aus Carlstadt. 20 Jahre später klagt diese auf Scheidung wegen böslicher Verlassung.
Quelle: Allgemeiner Anzeiger und Nationalzeitung der Deutschen / 2663 / 1824
  • StM zahlt 20,19 Gulden "Herrngeld" an die Renthei in Idstein. (Auszug aus den Rechnungen der Renthei Idstein der Jahre 1802 - 1806)
  • Beginn einer Untersuchung wegen der von dem ehemaligen Bleidenstadter Stiftsgut zu Strinz-Margarethae zu tragenden Kriegskosten.
Quelle: HStA, 133
  • Streitigkeiten zwischen Philipp Wendel Kugelstatt zu Wingsbach und Georg Philipp Enders zu Strinz-Margarethä wegen Herausgabe des Vermögens aus erster Ehe.
Quelle: HStAW, 293, 984

1805

Obrigkeiten

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb

Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

  • StM zahlt 20,19 Gulden "Herrngeld" an die Renthei in Idstein.
Quelle: Auszug aus den Rechnungen der Renthei Idstein der Jahre 1802 - 1806

1806

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb

Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Allgemeine Ereignisse

  • StM gehört ab sofort zum Rheinbund und somit zum Herzogthum Nassau (Amt Idstein).
  • Der Rheinbund (Confédération du Rhin) war eine auf Initiative Napoleons I. 1806 in Paris gebildete Konföderation deutscher Staaten, die mit der Gründung dieses Staatenbundes aus dem Verband des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation austraten. Durch die Rheinbundakte war die Konföderation als Militärallianz mit dem Kaiserreich Frankreich gegründet worden. Napoleon fungierte in diesem Gebilde als „Protektor“. Frankreich selbst gehörte der Konföderation aber nicht an, sondern war ihr Alliierter. Das Ziel, den Rheinbund von 1806 zu einem Staatenbund mit gemeinsamen Verfassungsorganen auszubauen, scheiterte am Widerstand der größeren Mitgliedsstaaten. Faktisch blieb der Rheinbund im Wesentlichen ein Militärbündnis deutscher Staaten mit Frankreich.
Quelle: Wikipedia
  • In der Rheinbundakte werden die Fürstentümer Nassau-Weilburg und Nassau-Usingen, zu dem seit 1728 das Oberamt Idstein gehört, vereinigt und zum Herzogtum Nassau erhoben.

Ereignisse

  • Vertrag des Pfarrers Kolb von Strinz-Margarethä mit dortiger Gemeinde über Erstattung seiner Auslagen
Quelle: HHStAW, 270 Nr. 162
  • Beschwerde des Pfarrers Kolb gegen Einquartierung
Quelle: HHStAW, 270 Nr. 162
  • StM zahlt 20,19 Gulden "Herrngeld" an die Renthei in Idstein.
Quelle: Auszug aus den Rechnungen der Renthei Idstein der Jahre 1802 - 1806

1807

Obrigkeiten

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb

Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Inschrift einer Scheune in der Scheidertalstraße
Inschrift einer Scheune in der Scheidertalstraße

1808

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Adam Enders

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb

Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Allgemeine Ereignisse

  • Abschaffung der Leibeigenschaft im Herzogthum Nassau und Einführung eines neuen Steuerrechts.
  • Friedrich August, Herzog von Nassau und Friedrich Wilhelm, Fürst zu Nassau teilen 1808 in der Sammlung der "Landesherrlichen Edicten und anderen Verordnungen" die Aufhebung der älteren und direkten Abgaben (Zehnten) nach Einführung eines neuen direkten Steuersystems, beginnend am 01. Januar 1808, mit. Für die einzelnen Ämter und Ortschaften werden die einzelnen Abgaben aufgeführt, die nicht mehr zu entrichten sind. Für das Oberamt Idstein (zu dem auch StM gehört): - die ordinäre Schatzung - die Extrasteuern - die Additionalsteuer der ehemaligen Freigüter - die Servicegelder - die zur Landesunkostenkasse sowie die zur alten Constributionscasse erhobenen Schätzungsimpeln - die nach dem Schatzungsfuß bisher erhobenen Beiträge des Oberamtsphvficus in Idstein - das Dienstgeld, die Diensthafer und das Dienstheu - das Hofdienstgesindegeld - die mit dem Dienstgeld bisher erhobene Leibbeet - Fastnachtshübner und Sommerhahnen. Speziell für StM: - das Bereiter-Jossengeld - das Herrengeld - das Weidhammelgeld - die Frohnd-Rodemtisensgelder wegen Befreiung von den Natural-Erndtefrohnden auf dem Georgenthaler Hof - die Frohnden auf der Brühlwiese - die Rauchhafer - das Kirmesweingeld - die ständigen Abgabe von den Krämereien - das Landwachtgeld
Quelle: Sammlung der landeherrlichen Edikte und anderer Verordnungen / Seite 311 und 312

Ereignisse

  • Am 24. März kauft Johannes Emmerich Enders in Strinz-Margarethä von der Herzoglich Nassauischen Hofkammer (inzwischen war aus dem Fürstentum ein Herzogtum geworden) das "Ochsengut" (früher Pfaffengut) für 2.300 Gulden. Im Kaufvertrag verpflichtet er sich, u.a. für die Gemeinde das Faselvieh, nämlich einen tüchtigen Faselochsen und einen guten Eber auf seine Kosten anzuschaffen und stets zur Zufriedenheit der Gemeinde zu unterhalten.

1809

Obrigkeiten

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Ludwig Imanuel Snell

Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

  • Nach der Versetzung von Pfarrer Kolb nach Usingen wird Imanuel Snell aus Usingen neuer Pfarrer in StM.

1810

Pfarrer: Ludwig Imanuel Snell / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

  • Pfarrer Snell bezieht zum ersten Mal sein Pfarrbesoldungsholz
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 129

1811

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Imanuel Snell / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

  • Der Gemeinde Strinz-Margarethä wird es gestattet, die aus der Konkursmasse von Johann Lotz ersteigerte Hofreite wieder zu verkaufen.
Quelle: HHStAW 133 Nr. 11646

1812

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Imanuel Snell

Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Statistik

Einwohner: 250

Familien: 51

Quelle: Beiträge zur Statistik des Herzogthums Nassau / 1863 / Seite 167

1813

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Imanuel Snell

Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Allgemeine Ereignisse

  • StM gehört ab sofort zum Verwaltungsbezirk Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Idstein -
Quelle: Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011
  • Nach der Niederlage der Truppen von Napoleon Bonaparte in Russland galt es für diese, so schnell wie möglich wieder zurück über den Rhein zu kommen. Unsere Region wird von zurückweichenden französischen Soldaten heimgesucht. Ihnen folgen russische Kosaken, die sich in unserer Region niederlassen. Nassau gehört noch immer zum Rheinbund, den Verbündeten von Napoleon. Insofern befinden sich die Kosaken noch in Feindesland und sind entsprechend eingestellt. Ca. 2 Wochen später treten die Nassauer zu den russischen Verbündeten über.
Quelle: Wehen uns sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953
Der geschlagene Napoleon Bonaparte beim Rückzug aus Russland
Der geschlagene Napoleon Bonaparte beim Rückzug aus Russland

Ereignisse

  • Gemeindesteuer-Ausschreibung der Gemeinden des Oberamts Idstein: Zur Bestreitung gemeinheitlicher Aufgaben des laufenden Jahres 1813 ist den benannten Gemeinden des herzoglichen Oberamts Idstein die Ausschlagung und bis zum November des Jahres zu bewerkstelligende Erhebung der benannten Grund- und Gewerbesteuer-Simpeln erlaubt worden: Strinz-Margarethä zwei Simplum. Wiesbaden den 2. August 1813
Quelle: Verordnungsblatt des Herzogtums Nassau, Band 5 / 1813
  • Der Wehrpflichtige Philipp Peter Enders wird im Verordnungsblatt des Herzogthums Nassau aufgefordert seiner Wehrpflicht nachzukommen und sich binnen 4 Wochen zu melden. Im Falle, dass er dieser Aufforderung nicht nachkommt, droht ihm die Aberkennung seiner Untertanenrechte und der Verlust seines Vermögens.
Quelle: Verordnungsblatt Herzogthum Nassau / 16.12.1813
  • Ein erfolgt ein Vergleich zwischen den Gemeinden Strinz-Margarethae und Niederlibbach wegen des Weidgangs.
Quelle: HStA, 133, Strinz-Margarethae 24
  • Während des Befreiungskrieges gegen das napoleonische Frankreich stehen die Füsiliere des 1. ostpreußischen Infanterieregiments, die zur Streitmacht von Blücher gehören, am 13. November in Strinz-Margarethä. Das Dorf ist in einer Nacht so stark besetzt, dass in den einzelnen Häusern 40 Mann und darüber Quartier nehmen. Der Prinz Wilhelm von Preußen (der spätere Kaiser Wilhelm der I.) hält Nachtlager im Pfarrhaus. Die Truppen kochen sich meist selbst, furagieren in den Scheunen und ziehen mehreren Leuten die brauchbaren Schuhe aus. Am 14. ziehen sie weiter.
Quelle: Geschichte des koeniglich preußischen ersten Infanterie-Regiments / 1855
  • Am 30. November befindet sich das königliche preußische Garde-Husaren-Regiment in StM.
Quelle: Das königlich preußisches Garde-Husaren-Regiment und sein Abstammung 1811 -1869
  • Gesuch des Amt Bender zu Strinz-Margarethä um Erteilung eines Mühlenbriefes.
Quelle: HHStAW: 210 Nr. 3917

1814

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Imanuel Snell

Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

  • Absetzung des Ludwig Imanuel Snell als Pfarrer in StM aufgrund seiner Trinksucht. Zuvor wurde der Sonntagsgottesdienst bereits Vertretungsweise von Konrektor Philippi aus Idstein gehalten.

Die Haltung und die Gewohnheiten von Pfarrer Snell, der als lediger Mann in einem gesetzten Alter nach StM kam waren während seiner Amtszeit keineswegs zuträglich; zuletzt trat in mehrfacher Rücksicht ein übler Zustand ein. Snell, der einer berühmten Familie angehörig und anfangs selbst Schriftsteller war, war der Stelle des Pfarrers nicht gewachsen und war einer der Charaktere wie sie in der damaligen Zeit nicht selten vorkommt (rationalistische Behaglichkeit, Indifferenz und Frivolität, neben der noch fortbestehenden altkirchlichen Lebensordnung).

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 130
  • In der Frankfurter Ober-Post-Amtszeitung wird neben weiteren 6 Constributionspflichtigen (Steuerpflichtigen) auch der Strinzer Philipp Peter Enders aufgefordert, sich zur Erfüllung seiner Militärpflichtigkeit binnen 4 Wochen a dato so gewiss im Herzoglich Nassauischen Oberamt Idstein einzufinden, als er im Ausbleibungsfalle nach der Vorschrift der Gesetze behandelt, in Betretungsfalle an das Militär abgegeben und seines Unterthanenrechts und Vermögens verlustig erklärt werden soll.
Quelle: Frankfurter Ober-Post-Amtszeitung, 1814

1815

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Imanuel Snell, Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

  • Absetzung des Pfarrers Snell zu Strinz-Margarethä vom Pfarramt. Nach der Absetzung stellt Pfarrer Snell ein Gesuch um Wiederanstellung, was nicht bestätigt wurde. Im Jahre 1837 wird ihm ein Gnadengehalt bewilligt.
Quelle: HHStAW 210 Nr. 2158
  • Neuer Pfarrer in StM wird Ludwig Schmidtborn (Quelle: Alte Strinzer Chronik) (Siehe auch unter: Pfarrer Schmidtborn)
  • Beginn der Strinzer Kirchenchronik durch den neuen Pfarrer Ludwig Schmidtborn.

(Anmerkung der Red.: Diese wurde durch den Niederlibbacher Heimatforscher Helmut Kurowski aufgearbeitet und mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Die Inhalte werden in dieser Chronik unter „Auszug aus der Kirchenchronik 1:1 wiedergegeben.)

  • Im April findet die letzte Einquartierung des Befreiungskrieges statt. In Strinz liegen Soldaten des damals neu errichteten kurhessischen Kontingents.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 126
  • Feier anlässlich des Sieges bei Waterloo.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 130

Aus der Kirchenchronik

Meine erste Hierherkunft u. Einsicht von der Stelle, montags d. 8. May 1815. Mein Überzug von Retterd hierher d. 25. May. Meine Antrittspredigt d. 28. May über das Evang. am 1. Sonntage n. Trinitatis. Ich stellte mich der hier versammelten Gemeinde Selber vor. Manche Reparaturen an den Pfarrgebäuden. Übernahme der seit dem 30. Januar 1810 verpachtet gewesenen und theilweise ausser baulichen Stand gekommenen Pfarrguts. Schwierigkeit der Verwaltung des Guts wegen dessen geringer Qualität u. Unzulänglichkeit der Wiesen, welche ich zuvörderst nicht ahnete. Feier wegen des Sieges bei Waterloo. Beginn der Organisation der öffentlichen Verwaltung u. s. w.. Kühler Sommer. Mitteljahr rücksichtlich des Ernteertrags.

1816

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Allgemeine Ereignisse

  • StM gehört ab sofort zum Verwaltungsbezirk Herzogtum Nassau, Amt Wehen
Quelle: Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011

Ereignisse

  • Die Feuereimer der Gemeinde werden durch Zukauf aus dem Zuchthaus Diez komplettiert. (Chronik der Strinzer Feuerwehr / 2009)
  • Nach den Befreiungskriegen war ist immer noch ein starker Selbstschutz notwendig. Die Gemeinde bestellt beim Schlossermeister Klein aus Idstein drei neue Spieße, auf die der Dorfname eingeschlagen werden muss. Es ist daraus zu ersehen, dass das Dorf durch drei Spießträger geschützt wird. Den Tagwächter, den Nachtwächter und den Flurschütz.

Aus der Kirchenchronik

Gelinder Winter. Rückkehr der Truppen aus den Feldzügen von 1815. Beginn der Friedensjahre. Gedächtnißpredigten auf die verewigten Herzoge. Aufhebung der Fornicationsstrafen u. Verbot der öffentlichen Leichenbegängnisse. Spätere Modification u. Zugeständnisse in Ansehung der Letzteren. Unaufhörlicher Regen im May und nach Johanni. Mißraten der Winterfrucht in Folge der nasskalten Witterung im Juni u. July. Späte Erndte; Reife gegen d.10. August. Versetzung des bisherigen Ephorus, Inspectors Lender, als Pfarrer nach Igstadt. An dessen Stelle: Fr. Jac. Koch (bisher Pfarrer zu Friedberg in der Wetterau, geb. 1769 zu Kettenbach, gestorben 1829). Rauhe Witterung im Spätherbst. Steigen der Fruchtpreiße.

1817

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

  • Ab dem Jahr 1817 ist Johannes Emrich Enders als Schultheiß bekannt.
Quelle: Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 122
  • Pfarrer Schmidtborn zeigt 7 Burschen an, weil sie die Katechismuslehre geschwänzt hatten. Es waren: Joh. Phil. Faust, Joh. Georg Ziß, Joh. Philipp Wahl, Joh. Adam Enders, Joh. Christian Walter und Joh. Georg Ott. Die jungen Sünder weigern sich zunächst, die auferlegte Polizeistrafe zu bezahlen, aber als die Auspfändung droht, kann Enders dem Justizrat Forst in Wehen berichten, dass sie die ihnen angesetzte Strafe bezahlen wollen, welches, wie der Kirchen Senior Kandler sagt, auch geschehen ist.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1
  • Schultheiß Enders handhabt pflichtgemäß die Ortspolizei. Zwar erbrachte das Jahr 1817 keine Polizeistrafen, aber es flossen in die Gemeindekasse: Feldstrafen 25 fl, Waldfrevelstrafen 36 Gulden, 12 Kreuzer, Wald-Schadensersatz 18 Gulden 58 Kreuzer.

Aus der Kirchenchronik

Gelinder Winter, wohlthätig bei der herrschenden Theuerung. Lebhafter Verkehr; bedeutender Geldumlauf, noch eine Folge der Kriegszeit. Ziemlicher Ertrag der hiesigen Pfarrei in diesem Jahrgang. Die neue Schulordnung. Zweckmäßige Bestimmungen in Betreff des Schulbesuches, dessen Beaufsichtigung sonst nicht ohne Schwierigkeit war. Der erste Schulinspector: Joh. Philipp Gruth, Pfarrer zu Bechtheim. Predigerconferenz am 1. Oct. auf der Hünerkirche wegen der Feier des Reformationsfestes; zahlreiche Versammlungen (die Inspection Idstein umfasst momentan zugleich die ehemaligen Ämter Kirberg u. Katzenelnbogen). Feier des Reformationsfestes am 31. Oct.. Einführung des neuen (reformirten) Ritus beim h. Abendmahl. Passives Verhalten der Gemeinden. Der seit den 1790er Jahren eingeführte Katechismus, das Spruchbuch. Dürftigkeit seines Inhaltes. Die neuen Kirchenbücher. Einführung der Civilstandsregister.

1818

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Statistik

42 Haushaltungsvorstände

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Band I, Seite 64

Ereignisse

  • Im März werden 4 Männer und 5 Frauen wegen Holzfrevels bestraft.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 62
  • In StM gibt es 42 Haushaltsvorstände, die sich als Schweinebesitzer am Lohn des Schweinehirten zu beteiligen haben, unter ihnen der Pfarrer Schmidtborn und Schullehrer Sauer.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 64
  • Die staatliche Getränkesteuer wird von dem Wirt Phil. Adam Friedrich um 15 Gulden für das ganze Jahr gepachtet. Es gibt demnach nur eine Gastwirtschaft im Ort.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 64
  • Bei einer Sammlung freiwilliger Gaben für Brandbeschädigte in Michelbach beteiligen sich die Strinzer mit Korn, Hafer, Heu und Pfähle.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 64

Aus der Kirchenchronik

Im Ganzen gelinder Winter. Edict vom 8. April 1818, die Kirchenverfassung betreffend. Verbot der Pfarrökonomie. Auflösung der bisherigen Inspectionen; Einrichtungen der Decanate, die den Ämtern conformirt werden. Hiesiger Decan: Joh. Philipp Genth (geb. um 1783 zu Wallrabenstein). Die eigentliche Bedeutung des Edicts, von den Massen unverstanden. Starke Fluth zu Ende May; darauf Trockniß im Juni. Warme Witterung während des Sommers. Gute Erndte, dagegen geringe Erndte auf dem Pfarrgut, theils Nachwirkung der Pachtzeit, theils Folgen zu ausgedehnter Benutzung (Bestellung) der Brache. Merkliches Sinken der Frucht- u. Viehpreiße, letztere besonders in Folge des preußischen Mauthsystems. Vollständige Waldmast.

1819

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer; Johann Gottfried Georg

Bekannte Namensformen

Strinz Margaretha

Ereignisse

  • Beginn der Schulchronik (Anmerk. d. Red.: leider verschollen)
Quelle: Alte Strinzer Chronik
  • Nach 30jähriger Lehrertätigkeit geht am 01. Oktober der Lehrer Philipp Ferdinand Sauer in Ruhestand. Als Rentenzahlung bekommt er nicht, die vorgesehenen 13 Malter Korn und 6 Klafter Buchenscheitholz, sondern die Gemeinde zahlt ihm den entsprechenden Geldbetrag, was sie schon im nächsten Jahr bereuen wird (siehe 1820).
  • Nachfolger wird Gottfried Georg, gebürtig zu Reitzenhain.
Quelle: Sulzbacher Geschichte(n), Teil 1, Seite 82
  • Im Gemeindewalde werden am Dienstag den 16. Februar, vormittags 18 3/4 Klafter Buchenscheid, 10 Klafter Buchenbrügel, 1 Klafter Eichenlagerholz, dann 10 Stück Achsen, 1 Klafter Felgenholz und 500 Stück Buchenwellen versteigert.
Quelle: Herzoglich-Nassauisches Intelligenzblatt / 1819
  • Bestellung eines Hirten für das Zugvieh, dass durchgehend aus Ochsen besteht.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 127
  • Am 18. August wird das Bächlein welches bei dem Georgenthaler Hof seinen Anfang nimmt und sich bei Strinz Margaretha endet auf Lebzeit oder Wohnorts-Veränderung meistbietend versteigert.
Quelle: Herzoglich nassauisches Intelligenzblatt, Seite 442, 1819
  • Am 6. Dezember werden im Gemeindewald 30 starke Eichenbaustämme, 3/4 Klafter Buchenscheid, und 1/4 Klafter Eichenholz versteigert.
Quelle: Herzoglich nassauisches Intelligenzblatt, Seite 359, 1819

Aus der Kirchenchronik

Außergewöhnlich gelinde Witterung während des Winters. Aufstellung der Pfarrinventarien. Verschiedene Ansichten bei der Aufstellung. In dem hiesigen Inventar ward der Ertrag des Pfarrguts zu hoch, derjenige der Accidenzien um Etwas zu niedrig veranschlagt. Pensionirung des Schullehrers Sauer, der seit 1789 hier stand. Die Schulstelle ward durch den Schulvicar Georg besetzt. Ziemlich späte Grasung in Folge der Mayfröste. Heißer Sommer. Versuchte Einführung der Oberländer Rindviehrasse u. der spanischen Schafrasse. Beide erwiesen sich hierorts nicht zweckmäßig. Predigerkonferenz des hiesigen Decanats auf der Hünerkirche.

1820

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Johann Gottfried Georg

Statistik

Größe des Schulgutes: 5 Morgen Land (es ist zehntfrei)

Bekannte Ortsnamensformen

Strinz Margarethe

Karte von 1820
Karte von 1820

Ereignisse

  • Den Gemeindevätern wird nach 1 Jahr Pensionszahlungen an den ehemaligen Lehrer Ferdinand Sauer bewusst, dass sie mit der Zahlung des Geldbetrages statt Holzlieferung einen erheblichen Verlust haben. Aber eine Eingabe an die Hohe Landesregierung dies wieder rückgängig zu machen, wird von dieser abgelehnt und die Gemeinde muss entsprechend ihrem früheren Wunsch (siehe 1819) die Pension abliefern.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 112

Aus der Kirchenchronik

Der erste strenge Winter seit 1813 u. 14. Heftige Kälte im Januar. Kühler Sommer. Erster Plan zur Erbauung einer neuen Kirche. Besetzung der Schulstelle zu Niederlibbach durch den Schulcandidat Staadt nach Abgang des Schullehrers Reinhard. Anschaffung der alten Orgel zu Strinz Trinitatis in die Libbacher Kirche. Kirchenvisitation sonntags d. 16. July, die erste hierorts seit der neuen Organisation (Predigttext: Joh.8, 38, 32). Ziemlicher Ertrag der Erndten. Predigerconferenz im October, im Pfarrhaus zu Strinz Trinitatis.

1821

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Johann Gottfried Georg

Statistik

Einwohner: 277

Quelle: Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011

Aus der Kirchenchronik

Gelinder Winter; einiger Frost mit Schnee in der Mitte des Februars. Zeitiger Eintritt des Frühlings. Regelmäßige Witterung. Geringer Ertrag meiner Besoldung bei den gesunkenen Preißen der Naturalien. Stille im öffentlichen Verkehr u. Leben. Predigerconferenz im Pfarrhaus zu Bechtheim, im September. Der zur Abschaffung der Pfarrökonomien gesetzte Termin, Ende 1821, geht unbeachtet vorüber.

1822

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Johann Gottfried Georg

Statistik

Einwohner: 277

Familien: 70

Ereignisse

  • Es besteht eine Spritzengemeinschaft mit Breithardt, Steckenroth, Watzhahn und Adolphseck. Standort der Spritze dürfte Breithardt gewesen sein. Bis zum Kauf einer eigenen Spritze im Jahre 1859 werden an Breithardt für die gemeinsame Spritze Beiträge gezahlt. Diese beliefen sich zwischen 3 bis 7 Gulden.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009

Aus der Kirchenchronik

Heftige Kälte im Januar; darauf sehr milde Witterung. Sehr heißer und trockener Sommer. Frühe Erndte; reifes Korn d. 7. July. Erhöhter Erndtepreiß in Folge des spärlicheren Ertrages. Predigerconferenz im Pfarrhaus zu Breithardt.

1823

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Johann Gottfried Georg

Aus der Kirchenchronik

Später Frühling; wenig Graswuchs vor Juni. Darauf sehr günstige Witterung. Reicher Ertrag der Erndten. Tiefstes Sinken der Naturalienpreiße. Waldmast, die letzte bis jetzt, 1847. Abgang der alten Eichen- und Buchenwaldung. Predigerconferenz im Pfarrhaus zu Michelbach.

1824

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Johann Gottfried Georg

Ereignisse

  • Schließung der alten Kirche, die keinen Turm besaß und deren Chor nach Osten zeigte, wegen Baufälligkeit. Die Strinzer müssen nun 10 Jahre lang den Gottesdienst in Niederlibbach besuchen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik/Schulchronik

(Siehe auch unter: Kirchenneubau)

  • Catharine Elisabeth Enders, geb. Paul von Ketternschwalbach, herzogliches Amt Wehen klagt vor dem herzogl. nass. Appelationsgericht, gegen Ihren Ehemann Tobias Enders aus StM, herzogliches Amt Wehen, welcher zum letzten Mal als österreichischer Soldat aus Carlstadt, ungefähr im Jahre 1804 Nachricht von sich gegeben hat, auf Scheidung wegen böslicher Verlassung.
Quelle: Allgemeiner Anzeiger und Nationalzeitung der Deutschen / 2663 / 1824
  • Streitigkeiten der Gemeinde Strinz-Margarethä mit dem dortigen Pfarrer Schmidtborn wegen eines über eine Pfarrwiese (Mühlwiese) gehenden Weges.
Quelle: HStAW, 211, 3698

Aus der Kirchenchronik

Kühles und feuchtes Jahr. Schließung der hiesigen Kirche wegen Baufälligkeit im July. Heftige Opposition von Seiten Vieler in hiesiger Gemeinde wegen des langen Pfades in der Mühlwiese, den ich als mißbräuchlichen abstellen wollte. Die L.Regierung entschied zu Gunsten der Opponenten. Von jetzt an bis Ende October 1834 gingen die hiesigen Ortsbewohner zur Taufe nach Niederlibbach.

1825

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Johann Gottfried Georg

Ereignisse

  • In StM erkranken 16 Bürger an Typhus, 4 Bürger sterben.
Quelle: Medicinische Jahrbücher für das Herzogthum Nassau / 1854

(Siehe auch unter: Typhustod)

  • Der Gasthof "Zum goldenen Löwen" wird eröffnet.
Quelle: Alte Strinzer Chronik
  • Beitritt zum Spritzenverein Strinz-Trinitatis. Dieser Gemeinschaft gehören noch Niederlibbach, Oberlibbach und Hambach an.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009

Aus der Kirchenchronik

Heftige Kälte im Februar; sonst gelinde. Anhaltende Trockniß im Sommer. Frühe und knappe Erndte. Seit dieser Zeit sank der Fruchtpreiß nicht wieder auf den tiefen Stand von 1823/1824. Abgang des Decans Gruth als Decan und Pfarrer nach Liederbach. Die Decanatsverwaltung erhielt der bisherige Schulinspector, Pfarrer Schneider zu Bleidenstadt. Nervenfieber, das im Herbst hier grassierte. Mein Lager vom 19. Nov. Bis 5. Dezember, in Folge der Ansteckung. Meine erste Predigt nach der Genesung am 1. Weihnachtsfeiertage.

1826

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Johann Gottfried Georg

Ereignisse

  • Pfarrer Schmidtborn verfasst eine geschichtliche Erörterung der Frage: "zu welchen Hoffnungen berechtigt das Streben der deutsch-protestantischen Kirche unserer Tage, sich apostolisch neu zu gestalten und was muss zur Beförderung des beabsichtigten Zweckes von unserer Seite geschehen?"
Quelle: Neues Journal für Prediger, Band 69, Seite 91 / 1826

Siehe auch unter „Schmidtborns Thesen unter der Lupe“

Aus der Kirchenchronik

Strenger Winter nach Neujahr. Später Frühling; auf Pfingsten d. 14. u.15. May noch kein Graswuchs; Ausgrabung des Brunnens im Pfarrhaus, nachdem der Brunnen im Hof (an der Mauer unweit des Kellereingangs) durch Zufluß der Mistjauche seit mehreren Jahren unbrauchbar geworden war. Heißer Sommer. Starker Gewitterregen sonntags d. 9. July, wodurch das Brachfeld (Niederfeld) theilweise Noth litt. Kirchenvisitation (öffentlich) d. 16. July. Predigerconferenz im hiesigen Pfarrhaus d. 13.November.

1827

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Johann Gottfried Georg

Ereignisse

  • Für einen Brand vom 13. auf den 14. Juli in StM muss die Brand Assekuranz 519 Gulden bezahlen.
Quelle: Verordnungsblatt des Herzogthum Nassau / 1827
  • Im Jahr 1827 stiftet Mathias Trapp, Sergeant im 1. Infanterieregiment der Herzoglich Nassauer Armee, in Weilburg mehrere Soldaten - darunter auch den Strinzer Georg Adam Enders - zum Mord an dem 18 Jahre alten Kadetten (Offiziersanwärter) Adolph Vigelius an.

(Siehe auch unter Weilburger Kadettenmord)

Aus der Kirchenchronik

Später Eintritt des Winters mit heftiger Kälte und vielem Schnee d.15. Januar; Dauer bis 28. Februar. Heißer Sommer, mittlere Erndte.

1828

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Johann Gottfried Georg

Aus der Kirchenchronik

Meistens kühle und unfreundliche Witterung. Mittlerer Ertrag der Erndte. Die Saison in den Bädern. Sonst nichts Neues.

1829

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Johann Gottfried Georg

Aus der Kirchenchronik

Kalte und feuchte Witterung. Besonders anhaltender Regen im September. Beschwerlichkeit der Erndte. Die Verordnung, dass die Pfarrer Schule halten sollen. Vorher schon Bestimmungen wegen der Katechismuslehren, durch welche zwar der precäre Zustand vermittels positiver Zwangsverfügung beseitigt, jedoch die Pflichtigkeit vom 25. Lebensjahr auf das 18. resp. 16. Jahr herabgesetzt ward. Die Verordnung, dass die bespannten Pfarrer beim Bau der Kirche u. Pfarrwohnung mit ihrer Fuhre frohen sollen.

1830

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Johann Gottfried Georg; Friederich Jakob Friederich

Ereignisse

  • Gesuch des Vorstandes der Gemeinde Hennethal um Erlaubnis zur Ablösung der auf ihren Grundstücken ruhenden, der Domäne, der Pfarrei Panrod, der Pfarrei Strinz-Margarethä und der Schule zu Strinz-Trinitatis zustehenden Gülte.
Quelle: HHStAW 211 Nr. 3699
  • Ablösung der radizierten Holzabgaben aus den Waldungen der Gemeinden durch Abtretung von Grund und Boden an den Domänenfiskus.
Quelle: HHStAW 244 Nr. 1627
  • Neuer Schullehrer wird Friederich Jakob Friederich.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 112

Aus der Kirchenchronik

Harter Winter. Anhaltende Kälte u. tiefer Schnee während 12 Wochen. Thauwetter ab 9. Februar. Gedächtnispredigt auf die Übergabe der Augsburg. Confession sonntags d. 27. Juni. Sonstige Merkwürdigkeit dieses Jahres. Wendepunct, den dasselbe im allgemeinen bildet. Lebhafter Verkehr bei erhöhtem Werthe der materiellen Producte. Freiere Bewegung der Geister. Der neue Schullehrer Fr. Ju. Friedrich.

1831

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Friederich Jakob Friederich

Bekannte Namensform

Strinz Margaretha

Ereignisse

  • Gesuch der Müller von der Brückmühle, Kesselmühle, Dillenbergermühle im Amt Nastätten und Reifenmühl bzgl. Anspruch der Bahnermühle bei Hennethal auf das Mahlrecht in Hennethal und Strinz-Margarethä.
Quelle: HHStAW 211 Nr. 8356 Dep.
  • Der 1927 ins Diezer Zuchthaus inhaftierte Strinzer Bürger der gemeinschaftlich mit Bürgern aus Ketternschwalbach und Hennethal einen Cadetten ermordet haben soll, sitzt noch immer ohne Prozess in demselben. (Quelle: Sitzungs-Protocolle der Landständischen Deputierten-Versammlung / Seite 174 / 28.03.1831) (Siehe auch unter: Weilburger Kadettenmord)
  • Abriss der alten Kirche die bei einem Unwetter so stark beschädigt (Kirchendach) wurde, dass sie nicht mehr zu reparieren war. (Quelle: Alte Strinzer Chronik) (Siehe auch unter: Kirchenneubau)

Aus der Kirchenchronik

Beginn des neuen Kirchenbaues. Provisorische Verlegung des Begräbnisplatzes auf den Schulgarten. Feierliche Legung des Grundsteines zur neuen Kirche am 31. October. Nach dem Abgang des bisherigen Decanatsverwalters Schneider von Bleidenstadt nach Igstadt erhielt die Decanatsverwaltung Albrecht Erlenmayer, Pfarrer zu Wehen (geb. d. 12. Feb. 1794 zu Herborn). Ziemlich ergiebiges Jahr, nachdem die Brodfrucht vor der Erndte rar gewesen war.

1832

Obrigkeiten

Schultheiß: Johann Emrich Enders

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Lehrer: Friederich Jakob Friederich

Ereignisse

  • Die Gemeinde ist im Besitz von 128 Kühen und 60 Mutterschafen. Da der vorhandene Ochse und der vorhandene Widder, die auf dem Ochsengut/Pfaffengut gehalten werden zur Deckung des Mutterviehs nicht mehr ausreicht, verlangt die Gemeinde vom Pächter des Ochsengutes/Pfaffenguts die Anschaffung eines weiteren Ochsen und Widders auf dessen Kosten. Da im Pachtvertag des Ochsengutes/Pfaffengutes aber von nur einem Ochsen und einem Widder der zu halten ist, die Rede ist, verweigert Herr Enders die Anschaffung. Daraufhin kommt es zu einem Prozess vor dem Herzoglich Nassauischen Amt, der sich ganze 12 Jahre hinzieht.
Quelle: Alte Strinzer Chronik/Schulchronik

(Siehe auch unter: Prozess um das Ochsengut)

  • Anlage eines neuen Totenhofes auf dem Acker des Herren Schultheiß Enders zwischen Strinz und der Zinkenmühle (Ochsengut/Pfaffenhof) unter dem Hennethaler Weg. Absteckung von 60 Ruthen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik/Schulchronik

(Siehe auch unter: Prozess um das Ochsengut)

  • Als Mitglieder der Amtsarmencommision werden u.a. Pfarrer Schmidtborn und Schultheiß Enders (Cassirer) aufgeführt.
Quelle: Staats- und Adressbuch des Herzothums Nassau /1832/33 / Seite112
  • Als für StM zuständiger Oberförster wird ein Wilhelm Ludwig Haas genannt.
Quelle: Staats- und Adressbuch des Herzothums Nassau /1832/33 / Seite136
  • Pfarrer Schmidtborn stellt einen Antrag auf Erbauung eines neuen Stalles. Die zuständigen Gremien lehnen ab und empfehlen dem Pfarrer später, die Ländereien zu verpachten. 13 Jahre später wird der Bau endlich genehmigt und errichtet.
Quelle: Alte Strinzer Chronik/Kirchenchronik / HHStAW 211 Nr. 3697

Aus der Kirchenchronik

Mein erster Antrag auf Erbauung neuer Stallung an der Stelle der alten abgängigen Rindvieh- und Schafställe auf dem hiesigen Pfarrhof. Die Versagung desselben von Seiten der L.Regierung u. des Decanats. Vergeblicher Versuch einer fiskalischen Verpachtung des Pfarrguts am 9.April. Meine Flucht nach Idstein. Ich behaupte den Status quo. Anstände während des Kirchenbaues. Regelmäßige Witterung. Ziemlich ergiebige Erndte; viel Klee seit 1830.

1833

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Schultheiß: Johannes Enders; Martin Rücker; Friedrich Rücker

Lehrer: Friederich Jakob Friederich

Ereignisse

  • Verlegung des neuen Totenhofes neben diesen und zwar nach dem Ort zu, da das Ochsengut/Pfaffengut auf dem der neue Totenhof angelegt wurde, wegen der Verpflichtung zur Haltung des Faselviehs, nicht bebaut werden durfte (siehe auch 1832). Es waren schon 12 Leute dahin beerdigt worden die umgebettet wurden. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Schmidtborn, lehnt es ab, den neuen Totenhof einzuweihen. (Siehe auch unter: Kirchenneubau)
  • Anschaffung einer neuen Feuerleiter für 13 Gulden 4 Kreuzer.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
  • Nach dem Tod von Schultheiß Johannes wird der Schuhmachermeister Martin Rücker, der im Haus 56 wohnt, neuer Schultheiß und zugleich Schulvorsteher von StM.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 122
  • Schultheiß Martin Rücker tritt noch im selben Jahr seines Amtseintrittes wieder ab, neuer Schultheiß wird sein Bruder Friedrich Rücker. Auch er ist zeitgleich der Schulvorsteher.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 122

Aus der Kirchenchronik

Ungewöhnliche Witterung: rauh und kalt bis zu den ersten Tagen des May, darauf plötzliche und anhaltende Wärme und volle Vegetation, so dass der gewöhnliche Übergang der Frühlingszeit ausfiel. Große Hitze und Dürre während des Sommers u. bis ins Spätjahr. Commission wegen Anlage des neuen Kirchhofs (Begräbnisplatzes); mein vergeblicher Protest gegen den Platz wegen der Entfernung von der Kirche. Widerspenstigkeit des Schullehrers Friedrich und Weigerung desselben bei den Leichen zu singen. Meine Collision mit den Behörden wegen dieses Falles. Geringer Ertrag an Sommerfrucht, besonders aber an Futtergewächsen, das Charakteristische der heißen und trockenen Sommer von jetzt an bis Ende der 1830er Jahre.

Ungefähre Lage des Ochsengutes/Pfaffengutes
Ungefähre Lage des Ochsengutes/Pfaffengutes

1834

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Schultheiß: Friedrich Rücker

Lehrer: Friederich Jakob Friederich

Statistik

79 Familien / 351 Einwohner

Quelle: Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011

Ereignisse

  • Einfriedung des neuen Totenhofes mit einer Mauer und einem Tor.
  • Einweihung der neuen evangelischen Kirche als klassizistischer Saalbau durch Pfarrer Schmidtborn am 02. November. (Alte Strinzer Chronik / Kirchenchronik / Schulchronik)

(Siehe auch unter Kirchenneubau)

  • In der Frankfurter Ober-Postamts-Zeitung erscheint eine Suchanzeige nach dem Sohn des ehemaligen Strinzer Pfarrers Freyberger, bezüglich des Erbvermögens.

(Siehe auch unter: Pfarrerssohn verschwindet spurlos)

Aus der Kirchenchronik

Fortsetzung des Kirchenbaues, der langsam voranschritt. Meine neuen Vorbereitungen zur Erbauung eines neuen Viehstalles für die Pfarrei. Einweihung der neuen Kirche am 23. Sonntage nach Trinit., d. 2. November, bei welcher die benachbarten Pfarrer, Bleicherbach von Strinz Trinitatis, Ilgen von Panrod, u. Reiz von Oberauroff, fungierten. Meine Festpredigt über Jerem. 31, 23, 24, 25.

1835

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Schultheiß: Friedrich Rücker

Lehrer: Friederich Jakob Friederich

Statistik

76 Familien / 321 Einwohner

Quelle: Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011

Ereignisse

  • Anschaffung eines strohernen Feuereimers für 1 Gulden 40 Kreuzer.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
Strohender Feuereimer
Strohender Feuereimer

Aus der Kirchenchronik

Aussetzung des Stallbaues, der in diesem Jahr in Angriff genommen werden sollte, wegen der Schwierigkeiten die Mittel auf dem Wege der Steuererhebung zu beschaffen, auf welche die Kosten gewiesen worden waren. Heftige Opposition, die sich unter der Hand gegen das Unternehmen bildet. Zusammentritt sämtlicher Orts- und Kirchenvorsteher am 26. October; um den Neubau und die Kosten für die Ökonomiegebäude der Pfarrei zu ersparen bringen sie unter Vermittlung der Amtsstelle der Vorschlag an die L.Regierung, die Ländereien der Pfarrei zu verpachten. Ich nehme wenig Notiz von der Sache. Heftige Kälte und Schnee in der ersten Hälfte des Nov., ebenso um Neujahr; später im allgemeinen gelinde Witterung.

1836

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Schultheiß: Friedrich Rücker

Lehrer: Friederich Jakob Friederich

Statistik

75 Familien / 322 Einwohner

Quelle: Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011

Ereignisse

  • Rechtsstreit der Kirchengemeinden Strinz-Margarethä, Niederlibbach und Hambach, Klägerinnen, gegen das herzogliche Finanzkollegium, Beklagten, wegen Bauung und Unterhaltung der evangelischen Kirche und Pfarrgebäude zu Strinz-Margarethä.
Quelle: HStAW, 210, 2141
  • Anschaffung einer neuen Feuerleiter.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
  • In einem Wahlverzeichnis der Wahlcandidaten aus den bürgerlichen Landeigenthümern wird ein Johann Philipp Ott aus StM aufgeführt.
Quelle: Verordnungsblatt des Herzogthums Nassau / Nr. 3 / 7. März 1936

Aus der Kirchenchronik

Beginn des Jahres unter gespannten Verhältnissen. Meine Stellung den Behörden und den Gemeinden gegenüber. Meine durchaus objektive Haltung und Predigtweise. Nothwendigkeit u. Vortheil einer solchen für den Pfarrer. Meine Berechtigung als Inhaber der Pfarrei auf welche ich mich basire. Die fiskalische Ansicht derselben. Mein Rapport mit Herrn Bischof Müller. Sophistische Unterscheidung zwischen innerer und äusserer Kirchenverwaltung. Subhastation und Verpachtung des ganzen Pfarrguts am 08. April. Mein Aufenthalt in Idstein in diesen Tagen. Später wird den Pächtern auch meine Wintererndte überwiesen. Dadurch beträchtliche Mehrung meines Verlustes. Meine Reclamation beim Staatsministerium. Verweisung auf das Edict v. 8. April 1818. Meine Maßnahmungen, mich im Angesichte der Welt zu behaupten. Beibehaltung meiner Ökonomie (mit einiger Reduction), anfangs bei ungefähr 12 Morgen Land, die ich durch Pachtung und Ankauf acquirirte. Künstliche Basis dieses Betriebs. Die Vermittelungen der Vorsehung. Schwierigkeit der Existenz eines Pfarrers auf der hiesigen Stelle bei jeder Einrichtung, die er etwa treffen mag. Meine Indifferenz bei allen Vorgängen. Meine sonstigen Erlebnisse und Beziehungen. Meine Spezialität.

“Soleanu i miei pensien Soaremente Di lon obietto ragionar insieme”

Begräbniß des Bischofs Müller (geboren zu Löhnberg im July 1766, achtungswert durch Wohlwollen, geistlichen Tact und edlen Charakter) zu Wiesbaden d. 12. Dec., bei welchem ich von den hiesigen Diöcesen allein gegenwärtig war.

1837

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Schultheiß: Friedrich Rücker

Lehrer: Friederich Jakob Friederich

Statistik

76 Familien / 329 Einwohner

Quelle: Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011

Ereignisse

  • Gesuch der Gemeinde Strinz-Margarethä wegen angeblicher Zehntfreiheit von Gartenland und gerodeten Wiesen.
Quelle: HStA, 212, 6018
  • Die Witib (Witwe) des 1833 verstorbenen Schultheiß Johann Adam Enders, die mittlerweile den Bauern Conradi geheiratet hat, wird im Prozess um das Ochsengut/Pfaffengut verurteilt, "alles Faselvieh, wie Faselochsen, Eber und Widder zu stellen und zu unterhalten und der klagenden Gemeinde alle verursachten Prozesskosten zu ersetzen. Gegen dieses Urteil erhebt sie Appellation und erzielt einen Teilerfolg: sie braucht den Widder nicht zu stellen, und die Prozesskosten werden geteilt. (Quelle: Alte Strinzer Chronik) (Siehe auch unter: Prozess um das Ochsengut)

Aus der Kirchenchronik

Die baufällige Stallung der Pfarrei suche ich für die nächste Zeit durch Reparaturen (auf Kosten der Kirchencasse) zu erhalten. Später Frühling: ab 11.März noch kahler Wald. Der neue Landesbischoff: Aug. Ludv. Christ. Heydrich (geb. 1773 zu Wiesb., bisher Professor am theolog. Seminar zu Herborn; vorhin Pfarrer zu Usingen u. Dotzheim) Verlauf des Jahres ohne besonders merkwürdige Ereignisse.

1838

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Schultheiß: Friedrich Rücker

Lehrer: Friederich Jakob Friederich

Statistik

73 Familien / 325 Einwohner

Quelle: Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011

Ereignisse

  • Pfarrer Ludwig Schmidtborn soll nach Rod an der Weil abgeordnet werden. Neuer Pfarrer soll Pfarrer Victor von Dickschied werden.
Quelle: Verordnungsblatt des Herzogthums Nassau / Nr. 10 / 1838
  • Zur Bestreitung gemeinheitlicher Ausgaben für das Jahr 1938 muss StM eine Communalsteuer von ein und ein halbes Simpel zahlen.
Quelle: Verordnungsblatt des Herzogthums Nassau / Nr. 8 / 1838
  • Seine Durchlaucht der Herzog haben, den für die Pfarrei Rod bestimmt gewesenen Pfarrer Schmidtborn zu StM an seiner Stelle zu belassen und den nach StM designierten Pfarrer Victor von Dickschied nach Rod an der Weil zu versetzen geruht.
Quelle: Verordnungsblatt des Herzogthums Nassau / Nr. 8 / 1838

Aus der Kirchenchronik

Große Kälte vom 8. Januar bis 19. Februar; der härteste Winter seit 1830. Versetzung des bisherigen Decanatsverwalters Erlenmayer als Decan nach Langenschwalbach. Der neue Ephorus: Keller, bisher zweiter Pfarrer zu Diez, gebürtig zu Dillenburg. Einführung der neuen Amtskleidung = Chorrock u. Barret anstatt des bisherigen Mantels mit Hut. Zweckmäßigkeit dieser Änderung.

1839

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Schultheiß: Friedrich Rücker

Lehrer: Friederich Jakob Friederich

Statistik

74 Familien / 326 Einwohner

Quelle: Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011

Aus der Kirchenchronik

Öffentliche Kirchenvisitation am 12.Sonntag n. Trinit., d. 18. May. Die erste wieder seit dem 16.July 1826.

1840

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Schultheiß: Friedrich Rücker

Lehrer: Friederich Jakob Friederich

Statistik

73 Familien / 317 Einwohner

Quelle: Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011

Ereignisse

  • Es existiert eine gemeinsame Feuerspritze mit Adolfseck, Breithardt und Steckenroth.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009

Aus der Kirchenchronik

Versammlung der Diöcesane im hiesigen Pfarrhaus d. 8. März wegen Angelegenheit des Lesecircels. Unterscheidung des Jahres von den vorhergehenden seit 1830 durch eine kühlere und feuchtere Sommerwitterung. Zum ersten Mal wieder einigen Kleegewinn seit 1832. Neuer Wechsel im Ephorat: an die Stelle H. Kellers (der als Decan nach Idstein abgeht) kommt W. Ebertz (geb. d. 7. May zu Herborn bisher zweiter Pfarrer zu Idstein). Kirchenvisitation montags d. 7. Dez., veranlasst durch Insinuationen des Schullehrers Friedrich, welcher glaubt, ich intrudire seine Pensionirung. Querköpfigkeit dieses Mannes ohne bösartig zu sein. Heftige Kälte (ohne Schneelage) vom 23. Nov. bis 28.Dec., wodurch die Weizenerndte im nächsten Jahr mißräth.

1841

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Schultheiß: Friedrich Rücker

Lehrer: Friederich Jakob Friederich

Statistik

74 Familien / 320 Einwohner

Quelle: Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011

Ereignisse

  • Anschaffung von 5 Stück Feuereimern für 5 Gulden.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
  • Versteigerung einer Feuerleiter am 29. April für 3 Gulden 36 Kreuzer.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
  • Bau einer Brücke über den Aubach zur Pfalz. Zuvor musste der Bach über eine Furt überquert werden. (Alte Strinzer Chronik)
  • Ersteigerung einer Wiese der Erben des Johann Philipp Otto von Strinz-Margarethä durch die Domäne.
Quelle: HHStAW 244 Nr. 1653
Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä
Die alte Strinzer Brücke (1841 – 1949)
Die alte Strinzer Brücke (1841 – 1949)

Aus der Kirchenchronik

Kälte und tiefer Schnee mit dem Anfange des Jahres. Thauwetter d. 16. Januar, Wasserflut sonntags d. 17. Januar. Darauf vom 19. Jan. bis 9. Februar große Kälte und tiefer Schnee. Wiederaufnahme der Angelegenheit des Stallbaues. Mein Antrag auf die solirte Erbauung eines neuen Schweinestalles.

1842

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Schultheiß: Friedrich Rücker

Lehrer: Friederich Jakob Friederich

Statistik

70 Familien / 313 Einwohner

Quelle: Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011

Ereignisse

  • 55 Bürger erkranken im Medicinalbezirk Wehen an Typhus, 9 sterben, insbesondere in Strinz und Panrod.
Quelle: Medicinische Jahrbücher für das Herzogthum Nassau / 1854

(Siehe auch unter Typhustod)

  • Ablösung der Domanialzehnten und der auf dem Domanialvermögen ruhenden Lasten im Rezepturbezirk Bleidenstadt (inkl. StM)
Quelle: HHStAW 210 Nr. 5043
  • Seit dem Tod des Schultheißen Enders erhebt die Herzogliche Generaldomänendirektion von dem Ochsengut/Pfaffengut den Zehnten gegen Willen der Besitzerin Frau Conradi, bis diese 1842 die Zahlung des Zehnten "förmlich verweigert". Frau Conradi verlangt durch Prozess vor dem Hof- und Appellationsgericht in Usingen namens ihrer zwei minderjährigen Kinder erstens Entschädigung dafür, dass das Gut stärker belastet war, als beim Kauf festgesetzt wurde, zweitens wegen des wiederrechtlich erhobenen Zehnten. (Quelle: Strinzer Chronik) (Siehe auch unter: Prozess um das Ochsengut)

Aus der Kirchenchronik

Außerordentliche Hitze während des Frühlings und Sommers. Wassermangel an verschiedenen Orten. Spärliche Erndte, die Körner jedoch von seltener Güte. Fallen lassen des Plans wegen Bau eines neuen Schweinestalles, der bereits mit dem Fundament (auf der Westseite des Hofes, an der Mauer) begonnen hatte, d. 9. Aug.. Neuer Bauplan.

1843

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Schultheiß: Friedrich Rücker

Lehrer: Friederich Jakob Friederich

Statistik

  • Anzahl Häuser: 55
  • Anzahl Familien: 72
  • ev. Einwohner: 315
  • kath. Einwohner: 3
  • Einwohner Zinkenmühle 10

(Quellen: Lexicon der sämtlichen Ortschaften der deutschen Staaten, 1843 / Beschreibung des Herzogthums Nassau, 1843)

Ereignisse

  • Vergleich zwischen der Domänendirektion und der Witwe des Johann Emmerich Enders von Strinz-Margarethä, jetzige Ehefrau des Leonhard Conradi von Strinz-Margarethä, Anna Christina, geborene Diefenbach, und ihren Kindern erster Ehe bezüglich Zehntleistung und Lasten auf dem sogenannten Ochsengut in der Gemarkung Strinz-Margarethä.
Quelle: HHStAW 244 Nr. 1673

Aus der Kirchenchronik

Gestiegene Naturalpreiße im Frühling. Ergiebige Erndte, jedoch mehr im Stroh. Wendepunct in der Praxis der Wildschadenvergütung. Einige Minderung des Wildstandes. Mißbräuche bei der Schadenabschätzung. Bisheriger großer Kostenaufwand der Domäne. Vortheil der Inspectoren und Nachtheil der meisten Gutsbesitzer. Locale Hemmniß eines erfolgreichen ökonomischen Betriebs: Die Wildbahn; schlechtes Faselvieh; bezüglich auch des Edict. d. 1818 u. seiner bisherigen Wirkung. Ablösung des bisherigen Zehntens im December.

1844

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Schultheiß: Friedrich Rücker

Lehrer: Friederich Jakob Friederich

Statistik

74 Familien / 323 Einwohner

Quelle: Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011

Ereignisse

  • Vor dem Herzoglich Nassauischen Amt in Wehen unterzeichnen zwei Usinger Anwälte ("Hof- und Appellationsgerichtsprokuratoren") namens Cramer und Wilhelmy ein Schriftstück, dass unter den jahrelangen Rechtsstreit um das Strinzer Ochsengut/Pfaffengut, einen Schlussstrich zieht. Es kommt zu folgendem Vergleich: Die Klägerin Frau Conradi verzichtet auf Ersatzansprüche und die Rückzahlung des geleisteten Zehnten; die Generaldomänendirektion verzichtet auf die Zehntberechtigung und zahlt an die Erben 3000 Gulden. (Siehe auch unter: Prozess um das Ochsengut)
  • Ablösung der Zehntberechtigungen des Domänenfiskus in den Gemarkungen.
Quelle: HHStAW 244 Nr. 1684
  • Ablösung der Lasten des Domänenfiskus für die evangelische Pfarrei Strinz-Margarethä
Quelle: HHStAW 244 Nr. 1678

Aus der Kirchenchronik

Verlauf des Jahres ohne besondere Ereignisse.

1845

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Schultheiß: Friedrich Rücker

Lehrer: Friederich Jakob Friederich; J. A. Stoll

Statistik

74 Familien / 326 Einwohner

(Hessisches Jahrbuch der Landesgeschichte / Band 4 / 1990)

Ereignisse

  • Der Strinzer Bürger Philipp Emmerich Kilb erfährt einen zweifelhaften Ruhm, indem er im Allgemeinen Polizeianzeiger als "Gemeinschädlicher Umtreiber" aufgeführt und beschrieben wird. (Quelle: Allgemeiner Polizeianzeiger, 1845) (Siehe auch unter: Gemeinschädliche Umtreiber)
  • Durch sein vorgerücktes Alter und der damit vereinigten Schwächen des Körpers für den so wichtigen Lehrerberuf untauglich geworden, wird der Lehrer Friederich mit 100 Gulden Pension in den Ruhestand versetzt. Er stirbt am 2. August, nachdem er ein halbes Jahr an der Wassersucht gelitten hat.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 112/113
  • Neuer Schullehrer wird J. A. Stoll, der 1816 in Sechshelden bei Dillenburg geboren wurde. Das Schulgut bekommt er nicht mehr frei zur Verfügung gestellt, sondern muss dafür 15 Gulden zahlen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 113 und 119
  • Grenzregulierung zwischen dem Domanialwald Kohlhau und den Gemeindewaldungen von Hennethal, Strinz-Trinitatis und Strinz-Margarethä.
Quelle: HStAW, 244, 1697

Aus der Kirchenchronik

Harter Winter. Andauernd strenge Kälte vom 28. Januar bis zum 2. Ostertag, d. 24. März, an welchem der Schnee zu schmelzen begann. Heimfall des verpachteten Pfarrguts. Meine Reclamation gegen die Pächter wegen unterlassener Düngung des Saatfeldes. Großer Gerichtstermin d. 28. März nachmittags. Dauer der prozess. Verhandlungen über ein Jahr lang. Verschiedene Resultate; Ich empfange einigen Ersatz. Pensionirung des Schullehrers Friedrich mit 100 Gulden nach drei u. vierzigjähriger Dienstzeit. Harte Behandlung desselben. Seine Gegner in der Gemeinde, das demokratische Element in Kirchen- und Schulvorstand. Debatte wegen des neuen Stallbaues auf der Kirchenvisitation im July; Vorlegen des Baurisses. Der Bau wird von der Mehrzahl des Kirchenvorstandes gebilligt. Fortwährende Opposition von Seiten einiger Mitglieder (Misere u. Grund). Protocoll derselben am 17. Septemb. vor dem Decanat. Der Bau wird von der L.Regierung endlich genehmigt. Fäulniß der Kartoffeln im Feld und in den Kellern. Krankhafte Erscheinungen an dieser Frucht seit mehr als 10 Jahren.

1846

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Schultheiß: Friedrich Rücker

Lehrer: J. A. Stoll; Johann Adam Schmidt

Statistik

76 Familien / 327 Einwohner

Allgemeine Ereignisse

  • Am 29. Juli des Abends um 09:30 Uhr wird eine Erderschütterung gespürt, und zwar so, dass die Häuser wankten, Leute aus den Betten sprangen und eine Donner ähnliches Getöse gehört wurde.
Quelle: Beiträge zur Geschichte Hohenstein-Bretihardt, -Steckenroth und -Burg-Hohenstein / Pfarrer Weinberger / 1992

Ereignisse

  • Pfarrer Schmidtborn kann 13 Jahre nach der Beantragung endlich seinen Stall bauen.
Quelle: Kirchenchronik
  • Der Schullehrer J. A. Stoll wird nach Hausen/Aar versetzt.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 113
  • Neuer Lehrer in StM wird Johann Adam Schmidt, geb. 1811 zu Bechtheim. Seine Besoldung beträgt 275 Gulden jährlich.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 113
  • Es grassiert erstmalig die Kartoffelfäule, die die Ernte dezimiert.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953

Aus der Kirchenchronik

Gelinder Winter. Ablegung des alten Rindviehstalles u. dessen Wegführung (nach Breihardt) d. 19. März. Bau des neuen Stalles. Heißer und trockner Sommer; ausser einigen Staubregen um Johanni während 5 Monate keine Nässe; ebenso abnorm wie der Winter des vorigen Jahres. Einfluß der Witterungsvorfällnisse auf die Production u. dadurch auf den sozialen Zustand. Karge Erndte. Oeffentliche Kirchenvisitation am 15 Sonnt. Nach Trinit., d. 20. Sept. (Text der Predigt: ?ct. 16, 35). Steigen der Fruchtpreiße und trübe Aussichten für die ärmere Classe.

1847

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Schultheiß: Friedrich Rücker

Lehrer: J. A. Stoll; Johann Adam Schmidt

Statistik

78 Familien / 327 Einwohner

Allgemeine Ereignisse

  • Es grassiert die Kartoffelfäule, die die Ernte dezimiert.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953

Ereignisse

  • Die Gemeinde StM verkauft 2 Klafter Schulholz an die Gemeinde Niederlibbach und erhält dafür 7 Thaler und 40 Kreuzer.
  • Beginn der Kirchen- Pfarrchronik durch Pfarrer Schmidtborn
Quelle: Alte Strinzer Chronik

Aus der Kirchenchronik

Spannung in den Erwerbsverhälnissen. Seit Ende des vorigen und Anfang dieses Jahres zeigt sich bei einigen Ortsvorstehern eine sehr feindliche Gesinnung gegen meine Person. Fortwährende Opposition der Schultheißen. Hauptursache dieser Erscheinung: der büreaukratische Druck, dessen äusserste Spitze in der Gewalt der Schultheißen ausläuft, und vielfach zur Mißstimmung aufreizt. Diese Mißstimmung und Gehässigkeit aber kehrt sich zunächst gegen den Pfarrer, dessen Stellung nicht büreaukratisch gewaffnet u. gesichert ist, dennoch aber durch ihre eigenthümliche Selbstständigkeit u. Freiheit Neid und Eifersucht erregt. Machinationen des hier domiciliirten Oberförsters, der zwar durch seine Uebergriffe die öffentliche Meinung offendirt, jedoch mir gegenüber den Demagogen spielt. Man verweigert mir die Auslieferung der Besoltungsfrucht im Libbacher Grund, die dießmal von bedeutendem Werth ist. Ich bewirke im Verlauf des Jan. und Febr. die Lieferung durch Zwangsmaßregeln. In dieser Zeit ließ ich den während der Pachtzeit arg mit Holz überwachsenen Rain am Mühlacker rasieren. Der Oberförster erhebt darüber einen ungeheuren Lärm und läßt einen Waldfrevel über 100 Gulden aufrechnen. Ich gewann diesen Prozeß durch Niederschlagung der Sache bei der L.Regierung. Am 8. April, wo ich bei einer öffentlichen Vergantung ein Grundstück für die Pfarrei durch Verwendung von Reluitionscapital ersteigern lassen wollte, brachten es die Ortsvorsteher auf eine tumulturische Weise dahin, daß die Pfarrei von der Converenz ausgeschlossen ward. Dieselben gingen darauf d. 12. Apr. nach Wiesbaden um eine förmliche Anklage zu machen, u. gaben beim bischöfl. H. Commissaeirs zu Protocoll, ich sey fein(d)selig gegen die Gemeindeglieder gesinnt u. keineswegs ein Pfarrer, sondern ein Bauer. Ungeheurer Schneefall am Sonnt. Miserc. den 18.April. Ich versank mit dem Pferd vor Steckenroth und ich vicarirte für den erkrankten Pf. (Confr. Fenrich) u. gelangte endlich unter großer Anstrengung in den Ort. Nachher schöpfte man mir Bahn, um nach Hause zu kommen. Am 19. April machten in tiefem Schnee die Kirchenvorstände nebst den hiesigen Ortsvorstehern = 11 Mann nach Wehen, um vor d. Decanat Erklärung auf das Klagprotocoll v. d.12. April zu geben. Mit Ausnahme des einzigen Kirchenvorstehers Kimpel v. N.Libbach stimmen sie diesem Protocoll im allgemeinen bei u. begehren „zur Hebung des Christenthums im hies. Kirchspiel“ meine Versetzung auf eine andere und „bessere“ Stelle. Meine Erklärung auf diese Protokolle, in welcher ich meine Umgebung charakterisir u. die ganze Perozedur als eine Eulenspiegelei und Mystification nachweise. Indifferenz der Kirchspielseinwohner bei diesen Vorgängen; sie betrachten die Prozedur instinktartig als den Kampf einer erbitterten Partei u. Dorfaristokraten gegen den bewährten u. überlegenen Pfarrer. Gleichwohl keine reelle Popularität u. Anhänglichkeit an die Person des Pfarrers. Meine rein objektive Haltung. Kein bezüglicher Rapport mit dem Kirchenvorstand, keine Discussion und Erklärung zwischen mir und einem Individuum, wie immer, so auch dießmal. Die Folge war, daß die Gegner nicht wagten, auf ihre Klage eine Resolution zu fordern, die sie auch nie empfingen. Große Theuerung im Frühling und Sommer. So wurde Brod zu ermässigten Preißen auf Staatskosten in den Gemeinden abgegeben. Beim vorherrschen der materiellen Interessen dennoch steigende Unzufriedenheit und Verarmung. In dem hiesigen Kirchspiel jedoch, daß sich auf dem Ackerbau basirt u. räumige Gemarkungen hat, findet bislang keine Uebervölkerung und darum auch keine Auswanderung statt, und es läßt sich nachweisen, daß zerrüttete Vermögensverhälnisse und Notstand, wo sie hierorts sich vorfinden, meistens selbst verschuldet sind. Große Aufregung im hiesigen Ort gegen Ende des Jahres wegen der Übergriffe des Oberförsters Halbey, der die Gemeinde in der ungünstigsten Jahreszeit zum Angriff eines beschwerlichen Wegbaues (in dem Bleidenstadter weg = hohl) vermittelst des Amtes nöthigt, u. sich dadurch beim Bauern verhaßt macht. In diesem Jahr ein enormer Obstertrag (mit einigen Ausnahmen der Zwetschgen) in Folge mehrjährigen Ausruhens der Obstbäume u. dann der etwas spät eingetretenen, darauf aber sehr günstigen Frühlingswitterung.

1848

Obrigkeiten

  • Pfarrer: Ludwig Schmidtborn
  • Schultheiß: Friedrich Rücker
  • Bürgermeister Peter Weber
  • Lehrer: Johann Adam Schmidt

Allgemeine Ereignisse

  • Infolge der Volkskundgebung vor dem Schloss des Herzog Adolf in Wiesbaden, am 4.März, an der nachweißlich auch ein Strinzer Bürger teilnimmt, wird es den Gemeindemitgliedern gestattet, sich durch Stimmenmehrheit einen Bürgermeister zu wählen.
Quelle: Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 122

Ereignisse

  • Infolge der Ereignisse vom 4. März wird der bisherige Schultheiß Rücker auf seinen Wunsch entlassen und Peter Weber durch freie Wahl der hiesigen Bürger zum Bürgermeister bestimmt und durch den Feldgerichtsschöffen ernannt. Mit Peter Weber wird erstmalig ein Bürgermeister (statt Schultheiß) frei gewählt.
Quelle: Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 122
  • Abschaffung der Industrieschule
Quelle: Alte Strinzer Chronik
  • Beginn eines Rechtsstreit der zum ev. Kirchenspiel Strinz-Margarethä gehörenden Kirchengemeinden Strinz-Margarethä, Niederlibbach und Hambach, Klägerinnen, gegen den Domänenfiskus, Beklagter, wegen Erbauung und Unterhaltung der Kirchen- und Pfarrgebäude zu Strinz-Margarethä.
Quelle: HStA, 211, 3700
  • Einrichtung eines neuen Steinbruchs bei Strinz-Margarethä für den Chausseebezirk Neuhof
Quelle: HHStAW 244 Nr. 138

Aus der Kirchenchronik

Meine Predigt am Neujahrstage mit Zugrundelegung des Erstev. (Luc 2, 21) über die Frage: Was hat das vergangene Jahr vorbereitet? Meine Ahnungen in Betreff einer Aenderung des bisherigen Weltzustandes. Jedoch vermuthete ich keineswegs, daß eine Katastrophe so nahe sey. In diesem Winter fanden noch zwei Feudaljagden in hiesiger Gemarkung statt. Die herz. Equipagen waren während der Jagd im hiesigen Ort aufgestellt. Den 26. Januar Zusammenkunft der sämmtlichen Orts- und Kirchenvorsteher unter Vorsitz des Amtmannes Schrak (in hies. Pfarrhaus), um mit mir ein Übereinkommen wegen Verwandlung der Pfarrkompetenzfrucht in eine finanz. Geldrente zu treffen. Die Verhandlung hatte kein Resultat, weil ich mich nicht beiließ. Ob dieß vortheilhaft war oder nicht (da der Maßstab der momentanen und letzten Preiße nicht ungünstig war), wird die Zeit lehren. Jedenfalls ist die Erhebung der Besoltungsfrucht in Natur unter den veränderten Verhältnissen (Anwuchs des Proletariats) sehr schwierig. (Noch habe ich (July a c.) aus den verwichenen Jahren an 60 Gulden Geldbeträge wegen nicht gelieferter Competenzfrucht an Parochianen zu fordern). Die Vorgänge am 4. März in Wiesbaden eine wahre Insurrection gegen das monarchische Prinzip und das bisherige büreaukratische System. Von Niederlibbach waren mehrere dabei gegenwärtig. Der schwer gefühlte Druck ging zunächst von der Gewaltsamkeit des Forstwesens und von dem Verhältniß der Domäne aus, deren reicher Ertrag in die landesherrliche Casse floß; sodann von dem Schultheißenamt, dessen Gewalt häufig mißbraucht ward. Große Aufregung in den Gemeinden, die sich selbst zu verwalten beginnen; manche Entsetzungen des Gemeindedienstpersonals, namentlich der Ortsschultheißen. Freies Jagen in den Waldungen. Die meisten Schuldner zahlen nicht. Hier und in der Umgegend fallen jedoch keine neuen Haftexcesse vor. Am Sonntag d. 5. März, abends 10 Uhr, schoss der hiesige Oberförster aus seiner Wohnung über die Straße und suchte darauf unter dem Vorgeben, er sey angegriffen worden, Jemanden, den er erschossen haben wollte. Das eigentliche Motiv dieser That ist noch unbekannt. Wahrscheinlich war derselbe in Folge der plötzlich eingetretenen Veränderung durch Furcht in einen panischen Zustand versetzt. Auf seine Veranlassung erschienen am 9. März zwei Deputierte vom Sicherheitscomittè in Wiesbaden, welche die Gemeinde in der Kirche heranguirten, um sie zu beschwichtigen. Ich lag während dieses Auftritts gerade zu Bett in Folge eines Sturzes vom Pferd. Später Suspension des Oberförsters u. seine Entfernung aus dem Ort. Hier u. da Besoldungs-angriffe und Petitionen gegen die Pfarrer. Ich bin bis jetzt unberührt geblieben; noch ist (d. 8. July a. c.) eine factische Veränderung in dem kirchlichen Zustande nicht eingetreten. D. 29. März Conferenz in dem hiesigen Pfarrhaus, auf welcher sich die Diöcesanen über die neuen Ereignisse bezüglich aussprachen und beratheten. Urwahlen am 18. April, in der Kirche Gottesdienst und Fürbitte wegen des Nationalparlaments in Frankfurt a.M. am Sonnt., Rogate, d. 28. May. Meine bezügliche Predigt auf Grund des Sonntagsevangeliums. Predigerconferenz im hiesigen Pfarrhaus d. 30.Juni, um wegen der etwaigen Propositionen auf der bevorstehenden Spezialsynode zu berathen. Diese Synode ward d. 18. September in Wehen gehalten. Sie bestand aus den Geistlichen des Decanats und aus den Deputirten für jede Kirchengemeinde. Die meisten Laien bestanden darauf, daß ihr Stand auf der Synode der Geistlichkeit gegenüber doppelt vertreten ward. Gegen Ende des Jahres wurde auf dem Filial, besonders auf Betrieb des Schultheißendienstes enthobenen J. Ph. Grund zu N. Libb. eine heftige mit vielen Unterschriften versehene Schmähschrift gegen den Schullehrer Staadt daselbst aufgesetzt und eingegeben. Zugleich wurde eine Schmähschrift gegen mich verfaßt, die hierorts spärlicher u. meistens von Restanten der Pfarrcompetenz und vorigen Pfarrgutspächtern unterzeichnet ward. Beide Schriften beabsichtigten die Versetzung des Pfarrers und Schullehrers von welcher die Petitionäre sich eine eigenthümliche Satisfaction (nach Vorgängen an anderen Orten) und einen größeren Spielraum für ihre Leidenschaften versprachen. Dieselben gingen mir von der Behörde zur Erklärung zu, in welcher ich sie gebührend abfertigte. Unter den aufgelösten Verhältnissen kam auch eine große Corruption zum Vorschein; im Übrigen ist die Moralität des großen Haufens zu keiner Zeit hoch anzuschlagen.

1849

Obrigkeiten

  • Pfarrer: Ludwig Schmidtborn
  • Bürgermeister: Peter Weber
  • Lehrer: Johann Adam Schmidt
  • Allgemeine Ereignisse:
  • StM gehört ab sofort zum Verwaltungsbezirk Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Verwaltungsbezirk VI
Quelle: Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011
  • Wiedereinstellung des Oberförsters, der im Jahr zuvor seines Dienstes enthoben und aus dem Ort verwiesen wurde.

Ereignisse

  • Als Ergebnis der Revolution besitzt jeder Bürgersohn der Gemeinde das Bürgerrecht; er muss aber eine Eintrittsgebühr dafür bezahlen. Sie beträgt 10 Gulden. Für einen Inländer, der nicht aus der Gemeinde statt, beträgt das Eintrittsgeld höchstens 60 Gulden, für einen Ausländer (Nicht-Nassauer) höchsten 120 Gulden.
  • Aus diesem Jahr ist ein Geometer Heinzemann bekannt.
Quelle: Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde / Band 4 / Seite 283
  • Am 23.07.1849 wandert der Strinzer Bürger Johann Jacob Rücker nach Amerika aus. Ziel ist New York City. Er hat fünf Kinder, der Name der Ehepartnerin ist unbekannt. Eingeschifft wird die Familie in Antwerpen.
Quelle: Die Auswanderung aus dem Herzogtum Nassau 1806 - 1866

Aus der Kirchenchronik

Mit dem Beginn dieses Jahres greifen neue Einrichtungen Platz, als Folge der Umwälzung von 1848. Die neue Existenz des Pfarrers als Gemeindebürger - eine Consequänz der Tilgung persönlicher Berechtigung u. alles Sonderlebens, um die absolute Staatskirche durchzuführen. Vortheile und Nachtheile dieses veränderten Verhältnisses. Die Exemtion des Pfarrers vom Gemeindeverband. Dessen Lasten waren dem Stande zuträglich und angemessen, solange die unbefangenen Naturverhältnisse (frei Wasser und Weide) und die Immunitäten u. die Gerechtsamen bestanden, welche dem Pfarrer an sich schon die Vortheile des Ortsbürgerthums (und in manchen Stücken mehr noch) gewährte. Die Immunitäten der Steuerfreiheit, Befreiung von Einquartierung u. Kriegsfrohnden waren vorher schon hingefallen. Die auszeichnende Gerechtsame (Freiheit vom Hirtenlohn p.p.) fielen seit dem Jahre 1818 mit der neuen Besetzung der Stellen weg. Darum muß das Ortsbürgerrecht nunmehr dasjenige ersetzen, was der Pfarrer bei den veränderten Zuständen außerdem ganz entbehren würde. Die Opposition welche sich vorher schon gegen die Exemtion und Unabhängigkeit des Pfarrers kund gab. Eifersucht und theilweise Auflehnung der Bauernschaft gegen meine Privatbegüterung. Eigenthümlicher Dünkel des Bauern als Urproducent. Die neue Verfassung erscheint darum als Ausgleichung auseinandergegangener und uneben gewordener Verhältnisse. Sinken der Autorität u. des Ansehens, die sich bisher an Amt u. Person knüpften - eine Folge der Unwirksamkeit der religiösen Motive u. des bürokratischen Unfugs. Auch die Achtung vor der dedicirten Gewalt ist in Verlust gerathen. Gleichwohl werden für die Mehrzahl die neugewährten politischen und bürgerlichen Rechte (active u. passive Wahl p.p.) mehr oder minder eine Täuschung bleiben. Fortan wird das Kapital herrschen u. allein die Verhältnisse zu bewältigen im Stande seyn. Daher neben aller politischen Gleichheit u. Berechtigung doch wieder vielfältig eine tiefe Verachtung des Individuums. Daraus ergibt sich zumal für den Geistlichen und Literaten die Nothwendigkeit, seine Spezialität – das Eigenthümliche und Auszeichnende des Berufes und der Persönlichkeit – vorzüglich auszubilden und gelten zu machen.

Wahl für die neuen Gemeindestellen = Bürgermeister, Gemeinderäthe u. s. w. . Theilweise Wahl des Gemeinderathes aus der Hefe des Proletariats, hauptsächlich motivirt durch die Opposition gegen den Pfarrer. Ich betheilige mich an keiner Wahl. Auf dem Filial behauptet sich die schlechte Bauernaristokratie der alten Schultheißenfamilien. Sehr gelinder Winter.

Große politische Aufregung im Frühling. Volksversammlung in der Nähe des hiesigen Orts (über der Schafbrücke am Saum des Waldes) am Himmelfahrtstage d. 17. May. Als Redner treten auf die Landesdeputirten Lang von L.Schwalbach u. Snell, Pfarrer v. Langenbach; sodann H. v. Eck v. Bleidenstadt u. Schullehrer Walterd, v. Idstein. Herr Pfarrer Deißmann v. Panrod hatte sich unterandern als Zuhörer eingefunden (bewaffnet mit einem Knicker, den er in Rockbrusttasche trug); ich blieb zu Hause. Die Reden waren ein Aufruf zum bewaffneten Aufstand unter dem Vorwand der Durchführung der vom Reichsparlament beschlossenen Reichsverfassung. Eine weitere Folge – der Landescongreß zu Idstein am 10. Juni, wo dieselbe Intention ganz offen und entschieden hervortrat. Wendung der Dinge nach der Mitte des Juni; Dämpfung des pfälzischen und baden’schen Aufstandes. Meine Ahnung, daß nun die Agitation vom politischen Gebiet auf das kirchliche übergehen, insbesondere daß auch hierorts die verhaltene Wuth gegen den Pfarrer sich kehren werde. Die dolose u. feindselige Haltung des Bürgermeisters u. Gemeinderaths von ihrer Bestellung an gegen meine Person. Verübte Ungebühr an meinem Besoldungssatz. Man macht mir das der Pfarrei zustehende freie Backlos streitig. Mein lavieren in dieser Sache. Meine redliche Klage am Justitzamt d. 23. Nov.. Abhaltung der Gerichtstermine mit Bürgermeister u. Gemeinderath am 7. u. 21. Dec. Nachmittags. Das Urtheil soll d. 15 Jan. 1850 publicirt werden.

Tiefer Stand der Fruchtpreiße, jedoch nicht so tief wie in 1824 f. Die Geldnoth. Schlechter Kirchengang; die Trauerstühle sind bisweilen leer. Die Kirche erhält sich nur noch als äussere Institution, ohne Erfülltsein durch den heiligen Geist. Aussichten auf die verheissene neue Kirchenverfassung, welche Einige (die Radikalen) mit Ungestüm fordern, andere, wohl nicht mit Unrecht, vor der Hand ablehnen möchten. Gegen Ende des Jahres ward der hier domiciliirte und im Jahre 1848 verjagte Oberförster Halbey in seine hiesige Stelle restituirt.

1850

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister Weber

Lehrer: Johann Adam Schmidt

Allgemeine Ereignisse

  • Harter und kalter Winter.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953
  • Nasser und kalter Sommer.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953
  • Die Ortsvorstände beginnen einen Prozeß gegen Pfarrer Schmidtborn um das Pfarrbesoldungsholz.
Quelle: Alte Strinzer Chronik
  • Erste Reichstagswahl in unserer Gegend
Quelle: Alte Strinzer Chronik

Aus der Kirchenchronik

Die Stimmung des Gemeinderaths bez. der Gemeinde ist durch heftige Opposition u. prozeßsüchtiges Vorgehen gegen die Pfarrei resp. gegen meine Person bezeichnet. Die zurückgewiesene u. gedemüthigte Demokratie will sich durch die Bewältigung des Pfarrers Genugthuung verschaffen. Meine Maßregeln – Ich entschließe mich jeden Prozeß aufzunehmen, zumal sich seit der Trennung der Verwaltung von der Justiz keine Regierung mehr durch fiskalische Verfügungen dazwischen legen kann. Der vom Gemeinderath durch alle Instanzen hindurch getriebene Prozeß um das freie Backlos wird für die Pfarrei gewonnen. Strittung während des ganzen Jahres um das Streulaub. Man verweigert das Loos für die Pfarrei, weil ich als Gemeindeglied ein Loos beziehe. Der Gemeinderath läßt jedoch den Prozeß deshalb schon bei der ersten Instanz fallen. Ich hatte indessen namhafte Küster, da meinem Gesinde angebliche Frevel beim Laubholen zur Last gelegt wurden, wobei das Forst- u. Amtspersonal den Uebelgesinnten Vorschub leistete.

Der endliche Beginn des schweren Prozesses wegen des hiesigen Pfarrbesoldungssatzes. Die ursprüngliche Rechtsausübung u. hergebrachte Observanz: Der Pfarrer läßt das von der Forstbehörde auf dem Stamm angewiesene Besoldungsholz (welches auf dem hiesigen Gemeindewald radicirt ist) auf seine Kosten d.h. durch die von ihm angestellten und bezahlt werdenden Leute hauen, u. bezieht dieses ihm nun zuständige Competenzholz in seiner Identität. Belang dieses Verhältnisses für die Sicherheit u. das Interesse der Pfarrei. Die theilweise Ungewißheit, welche durch die fiskalischen Bestimmungen des Forstedicts v. 1806 in dieses Verhältniß gebracht wurde: „ein bestellter Holzhackermeister soll die ganze Holzfällung im Accord übernehmen, und das Amt soll das gefällte Holz verwanden.“ Zunächst machte diese Bestimmung hier (u. auch auf anderen Pfarreien) keine Aenderung. Ich ließ mein Holz nach wie vor durch meine Leute hauen, u. in der amtlichen Verwandung (eine dem Centralisationssystem eigene Einrichtung) blieb mir dasselbe jedesmal zuständlich. Es geschah unterdessen eine Wirkung des fiskalischen Geistes – daß die Oberförster die spezielle Anweisung für die Pfarrei auf dem Stamm verweigerten; zuletzt unterblieb dieselbe. Dessen ungeachtet ging die Fällung durch meine Leute von statten; die Förster supplirten mitunter die Anweisung. Zu Anfang der 1830siger Jahre erhoben sich in der Mitte des Ortsvorstandes u. der Gemeinde Stimmen, welche verlangten, der Pfarrer solle aus dem gemeinheitlich gefertigten Holzschlag sein Besoldungsholz ---------, dergestalt, daß er sein Deputat von der ersten oder letzten Nummern der Reihenfolge empfange. (Ich ließ nämlich mein Competenzholz immer gut machen und setzen, was den Neid u. das Mißtrauen erregte.) Ein Oberförster machte mir unter Versicherung reeller Bedingung den Antrag, ihm die Auswahl u. Ueberweisung des Besoldungsholzes zu überlassen. Diese verschiedenen Begehrnisse u. Ansinnen hatten keine Folgen; ich begriff jedoch ihre letzten Consequenzen. Da die spezielle Anweisung – auf dem Stamm – unterlassen wurde, was endlich zu Collisionen führen mußte, und die tauglichen Leute, die ich über der Holzarbeit selbst beköstigte, mit der Zeit abgegangen waren, so geschah es seit Ende der 1830siger Jahre, daß ich im Gemeindeaccord mein Besoldungsholz fällen ließ und dasselbe aus der fertigen Fällung nach der besseren Qualität auszog. Es geschah dies gleichsam vertragsweise u. war ein tolerirter Zustand, unter Vorbehalt der Pfarrcompetenz. Ich lavirte. Ich sah ein, daß wenn der Bezug des Besoldungsholzes einmal von seiner positiven und natürlichen Basis losgerissen ward (da es nun einmal keine freie Lieferung ist, wie auf dem Filial, wo die Abgabe unbefangen u. eingewohnt u. das Quantum ohnehin gering ist) der Pfarrer aller möglichen Betrügereien u. Verkürzungen ausgesetzt sey. Einen Bruch aber suchte ich zu vermeiden, weil ich fürchtete, die fiskalischen Bestimmungen v. 1806 möchten im Fall eines Entscheids gegen die Pfarrei gekehrt u. angewendet werden, oder die büreaukratische Verwaltung möchte rücksichtslos verfügen, u. etwa dem Ortsvorstand oder dem Forstpersonal die Auswahl u. Ueberweisung des Pfarrbesoldungsholzes heimgeben. Für einen solchen Fall war ich entschlossen, auf die Pfarrcompetenz und bestandene Observanz zurückzugehen und dieselbe um jeden Preiß zu vertheidigen.

Im Jahre 1848 bezog ich das Holz nach dem bezeichneten Modus, der bisher beibehalten war; ich merkte aber in der aufgeregten Zeit, daß dieses Verhältniß von keiner weiteren Dauer sey. Dennoch ließ ich auch für 1849 das Holz wie bisher machen. Nachdem dieses Holz im December 1848 fertig geworden war, trat die neu errichtete Gemeinde auf, u. vertauscht einige Klafter von dem für die Pfarrei von mir designirten Holz. Ich rügte dieß, that jedoch keinen Schritt, weil an sich das Holz für Rechnung (im Accord) der Gemeinde gefällt war; ich beschloß aber, mich künftig genau an die Pfarrcompetenz zu halten und zweifelte kaum mehr an dem Erfolg, da die bisherige Landesregierung aufgelöst und die Justitz von der Verwaltung getrennt worden war. Ich ging also schon im Sommer 1849 das herz. Kirnisamt an, welches das Forstamt veranlaßte, das Pfarrbesoldungsholz für das Jahr 1850 auf dem Stamm anzuweisen. (Dasselbe war auch für die Pfarrei Strinz – Trinitatis geschehen; auf den anderen Pfarreien kam meines Wissens keine Strittung vor.) Das zugewiesene Holz ließ ich im December 1849 durch meine Leute fällen.

Kaum hatte das Holz im Januar 1850 die forstamtliche Controlle passirt, so bemächtigte sich der Gemeinderath desselben u. verwandete es zu Gemeindeloosholz; der Pfarrei überwies er anderes Holz aus der Fällung. (Angeblich wurde bei der Gemeinde darüber gelooßt und zum Schein der Unparteilichkeit ein Kirchenvorsteher gebraucht um im Namen der Pfarrei das Loos zu ziehen.)Ich nahm keine Notiz von dem überwiesenen Holz, sondern erhob sofort Klage auf Ersatz des entwendeten Holzes und auf völlige Schadloshaltung.

Der erste Gerichtstermin im Justitzamt zu Wehen, d. 5. März 1850. Der Gemeinderath, an der Spitze der Bürgermeister (selbst Mitglied des Kirchenvorstandes!) erklären, daß sie die Sache an einen Advocaten übertragen wollen. Das Amtspersonal räth mir deshalb, auch meinerseits eine solchen anzunehmen. Damit begann der Prozeß. Charakteristische Aeusserungen bei dieser Gelegenheit von Seiten des (nimis plumbei) Bürgermeisters: ich habe ja keine Axt mehr in den Wald tragen dürfen; es sey so ein Ding sich das Brod in die Hand zu schneiden (das Pfarrbesoldungsholz durch einen Dritten überweisen) zu lassen. Da ich nach Gestalt der Sache u. von vorne herein für meine Person (wegen Entwendung eines mir zuständlichen Objektes) die Klage anstellte, u. auch keine Anstalt traf, daß der Prozeß auf Kosten des Kirchenfonds geführt werde, so kam es, daß ich denselben auf meine Kosten betrieb. Daß der Kirchenvorstand die Pfarrei vertrete oder eine darauf bezügliche Pflicht habe, davon keine Rede. Schon vorhin hatte das Staatsministerium in eigener Weise auf den Rechtsweg verwiesen.

In meinem Verhältnis zum Kirchspiel u. zu den einzelnen Gemeindegliedern änderte der Prozeß nichts. Ich machte kein Aufheben von der Sache und vermied, wie ich auch in anderen Fällen u. Beziehungen gewohnt bin, jede Diskussion. Bei der Instruction des Prozesses stellte ich sogleich die Sache auf die Spitze u. bezeichnete als die gründliche Meinung u. Endabsicht des Gemeinderathes (woran nicht zu zweifeln), das Pfarrbesoldungsholz in seine Hand zu nehmen u. nach seiner Auswahl u. Bestimmung an den Pfarrer gegen Entrichtung des Hauerlohns zu überweisen, und zwar eventuell Holz von solcher Qualität, dessen Werth etwa die Kosten des Hauer- und Fuhrlohnes compensire. Hiernach ließ sich das Risiko der Pfarrei bemessen. Langsamer Gang des Prozesses. Im November war der Gemeinderath genöthigt, daß mir überwiesene u. während des Jahres im Wald sitzen gebliebene Holz für Rechnung der Gemeinde zu verkaufen. Am 28. Dec. war die erste Zeugenabhör: der Gemeinderath ließ die von ihm aufgerufenen Zeugen zum ewigen Gedächtnis vernehmen. Ich selbst hielt den Termin für meinen Sachwalter (Dr. Großmann in Wiesbaden) ab.

Während des Jahres wurden mehrere Predigerconferenzen im hiesigen Pfarrhaus abgehalten. Der Verlauf in Witterung u. Erträgnisse = ein gewöhnliches.

1851

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister Peter Weber

Lehrer: Johann Adam Schmidt; Johann Friedrich Demmer

Statistik

Schülerzahl: 53

Quelle: Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 114

Einwohner: 321

Familien: 79

Quelle: Beiträge zur Statistik des Herzogthums Nassau / 1863 / Seite 167

Allgemeine Ereignisse

  • Nasser und kalter Sommer
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953

Ereignisse

  • Lehrer Schmidt soll nach Steckenroth versetzt werden, was aber wieder aufgehoben wird.
Quelle: Verordnungsblatt des Herzogtums Nassau, Band 43, Seite 101
  • Lehrer Schmidt wird nach Lohrheim versetzt.
Quelle: Verordnungsblatt des Herzogtums Nassau, Band 43, Seite 158
  • Neuer Lehrer wird Johann Friedrich Demmer, geb. 1811 zu Philippstein. Der "Herzoglich Nassauische Staatsminister des Kreisamtes Langenschwalbach ernennt ihn zum Lehrer und gleichzeitig zum Organisten, Küster und Glöckner der ev. Kirche. Schulinspektor Heinzemann führt ihn in sein Amt ein.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 114

In StM werden die Schmetterlingsarten Daplidice und Bellidice nachgewiesen.

Quelle: Jahrbücher des Nassauischen Vereins für Naturkunde: Bände 7-8 - Seite 111, 1851
  • Rechtsstreit der Gemeinde Strinz-Margarethä gegen Pfarrer Schmidtborn daselbst wegen Anerkennung eines Beholzungsrechts.
Quelle: HStA, 293, 200
  • Prozeß der Gemeinden Strinz-Margarethä, Niederlibbach und Hambach gegen das Herzogl. Staatsministerium wegen der Bauunterhaltung der Kirchen und Pfarrgebäude zu Strinz-Margarethä
Quelle: HHStAW Serie

Aus der Kirchenchronik

Sehr gelinder Winter. Aussergewöhnlicher Strohgewinn vom Wintergetreide; mitunter weniger Körner. Der Prozeß wegen des Pfarrbesoldungsholzes schwebt noch in der ersten Instanz (Justitzamt zu Wehen). Termin am 30. July: Abhör der von mir aufgerufenen Zeugen. An diesem Tage bezahlte ich 22 Gulden Zeugengebühr. Angriffe und Collision wegen meiner Tauben, deren Einsperrung Gemeinderath und Feldgericht verlangen, wodurch mir in Folge Anbringens namhafte Kosten entstehen. Es ist dieß offenbar eine Bestätigung der Feindseligkeit und Rache, da sich ohnehin Niemand um die Tauben des Pfarrers (ausser denen keine hier gehalten werden) bekümmerten; auch mag es manchen scheinen, das Halten eines Fluges Tauben auf dem Pfarrhaus sey eine aristokratische Auszeichnung. Mein Versuch im August, den Kirchenvorstand auf dem Filial zu vermögen die Prozeßkosten p.p. auf die Kirchencasse zu übernehmen, scheiterte an der Opposition der Bürgermeister von Oberlibbach und Niederlibbach. Sie erklärten ganz unverhohlen, wer den Prozeß angefangen habe, möge ihn auch ausführen. Auch die hiesigen Kirchenvorsteher hielten zu den Gegnern resp. zur Gemeinde, so daß einmal von einem Zusammentritt derselben die Rede war, um die Erklärung abzugeben, daß man von Seite des Kirchenvorstandes bez. der Kirchengemeinde in die Forderung des Gemeinderathes willige. Dieß würde jedoch in keinem Fall gelungen seyn. Meine literarischen Beschäftigungen und sonstigen Beziehungen, welche die Unbilden meiner Umgebung mich wenig anfechten ließen. Wenig Obst in diesem Jahr und Mißrathen der Kartoffeln durch die noch immer (seit 1830) anhaltende Krankheit der Trockenfäule.

1852

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Peter Weber

Lehrer: Johann Friedrich Demmer

Statistik

Der Flächengehalt des Forstes Breithardt, zudem auch der Forst von StM gehört beträgt 13,813 Morgen, 80 Ruthen.

Quelle: Verordnungsblatt des Herzogtums Nassau, Band 44, 1852

Allgemeine Ereignisse

  • Der Winter ist sehr schneereich, obwohl es nicht sehr kalt ist.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953
  • Ein Hitzejahr
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953
  • Pfarrer Schmidtborn gewinnt den Prozess um das Pfarrbesoldungsholz nach 3 Instanzen (1. Instanz: Justizamt Wehen / 2. Instanz: Herzogliches Hofgericht / 3. Instanz: Oberappelationsgericht.)
  • Einführung der allgemeinen Stallfütterung (statt Weidegang).
  • Erstmals wird für das Leiterhaus eine Brandsteuer erhoben. Sie beträgt 1 Gulden 10 Kreuzer und wird bis 1883 erhoben.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009

Aus der Kirchenchronik

Zu Anfang dieses Jahres ergriff den vereinten Orts- u. Kirchenvorstand eine dämonische Gewalt, die ihn zu einem kühnen Versuch trieb meine Entfernung zu bewirken. Der Holzprozeß war in erster Instanz für die Pfarrei gewonnen u. schwebte jetzt infolge der Appellation des Gemeinderathes an S. Hofgerichte. Im Aeusseren zeigte sich durchaus keine Animosität gegen meine Person; das Verhalten der Individuen blieb normal; im Allgemeinen verhielten sich die Gemeindeglieder in Bezug auf den Prozess indifferent, nur die Chargierten (Gemeinderath usw.) waren befangen u. gespannt u. glaubten agitiren zu müssen. Die äussere Veranlassung ihrer neuen Aufregung u. Vorschreitung war ohne Zweifel folgende: die Aufstellung der Listen behufs der Lieferung der Pfarrcompetenzfrucht u. dem Aussetz der einzelnen Beiträge hatte ich von jeher den Schultheißen überlassen. Auf Betrieb des Gemeinderathes, der in der irrigen Meinung stand, die Sache gehöre zu seinem Ressort hatte der nunmehrige in die Liste für die Lieferung der Besoldungsfrucht v. 1849, welche im Januar 1850 stattfand, meinen Namen eingetragen. Vergebens suchte ich den Leuten begreiflich zu machen, dass der Bezug des Gemeindenutzens keinen Zusammenhang mit der Verbindlichkeit des Beitrags zur Pfarrcompetenz habe; dass ich durch den Eintritt in den Verband der Civilgemeinde nicht aufgehört habe Pfarrer zu sein; und dass eine persönliche Abgabe an die eigene Person ein Unsinn sey. Den Ausfall an der Frucht trieb ich ohne Rücksicht bei. Sie wagten keinen weiteren Versuch mich zu einer Lieferung beizuziehen, urgirten es aber fortwährend u. auch jetßt als eine Forderung der Gleichheit, dass ich beitrage. Meiner Aufmerksamkeit war es entgangen, dass der Schullehrer Schmidt (im August 1851 nach Lorheim übergegangen) zu den Lieferungen der Pfarrbesoldungsfrucht v. 1849 u. 50 war beigezogen worden. Als nun der Name des neuen Schullehrers in der Liste für die Lieferung v. 1851, welche in den ersten Tagen dieses Jahres (1852) stattfand, erschien, strich ich denselben, weil der hiesige Schullehrer, der zugleich Kirchendiener ist, niemals zu der Lieferung beigetragen hat, und ein Kirchendiener nach der bestehenden und allerwärts geltenden kirchlichen Observanz von persönlichen Abgaben zum Vortheil des Kirchendienstes frei ist. Später hat sich dem Vernehmen nach der Gemeinderath wegen Beiziehung des Pfarrers u. Schullehrers zur hiesigen Competenzlieferung an herz. Staatsministerium gewandt u. ist abschlägig beschieden worden. Die Zurückweisung dieser Anmaßungen steigerte die Verbitterung. Noch im Januar verlautete, dass von hier aus eine Liste auf dem Filial umhergetragen worden sey, um Stimmen zu einer Anklage gegen den Pfarrer zu sammeln. Dieß war ohne Erfolg. Eine heftige Klage- und Schmähschrift aber ging von hier ab, die lange Zeit bei S. Staatsministerium liegen blieb; denn erst im May ging sie ans Decanat zur Verantwortung zurück. Sofortige Vernehmung des vereinigten Gemeinderathes u. Kirchenvorstandes (von deren Gesamtheit die Schmähschrift unterschrieben war) vor dem Decanat zu Wehen. Mein Protokoll von dieser Stelle am 7. Juni. Ich erklärte: die erhobene Klage sey von Seite der Beschwerdeführer ein grober Versuch, sich die Behörden dienstbar zu machen, um das, was sie auf dem Rechtswege nicht gewinnen können, auf dem Weg der Verwaltung zu erreichen. Im übrigen verwies ich auf ihre in den Prozeßverhandlungen actenmäßig vorliegenden Freveln. Dabei hatte die Sache ihr Bewenden. Denn noch jetzt (28. Februar 1853) ist kein Bescheid erfolgt. Ursachen und Motive dieser Angriffe und Beschwerden. Der unzufriedene und verwilderte Zeitgeist. Entfernung aller patriarchalischen Denk- und Lebensweise. Da der Wechsel auf den Pfarrstellen häufig ist u. überdieß bei dem neuen Wahlsystem in anderen Kreisen die Ab- und Einsetzungen an der Tagesordnung sind, so scheint ein so perennirendes geistliches Regiment wie das meinige, mit den Forderungen der Freiheit und der Volkssouveränität zu streiten. Umsichgreifen des Proletariats. Theilweise Untergrabung der pfarramtlichen Verhältnisse durch das Edict v. 8. April 1818, namentlich durch die fiskalische Bestimmung, dasß das Pfarrgut verpachtet werden muß. Daher die immer wieder kehrende Spannung und Begierde, das etwa ergiebig gewachsene Pfarrgut in Pacht zu nehmen und auszusaugen. Das Precäre und in mancher Rücksicht Unzuträgliche der Existenz eines Pfarrers auf der hiesigen Stelle wegen ihres geringen (für eine Familie schwerlich zu reichender) Ertrag.

Im März erfolgte das hofgerichtliche Urtheil im Holzprozeß wodurch der Gemeinderath in zweiter Instanz unterlag; er trieb nun den Prozeß an das Oberappellationsgericht. An meinem dießjährigen wie an dem vorjährigen Besoldungsholz, das ich der Competenz gemäß hauen ließ, ließ sich der Gemeinderath unbetheiligt.

Sonstiger Verlauf des Jahres. Sehr gelinder Winter; jedoch anfangs März, zumal d. 5., harter Frost mit Schnee. Aufschlag der Brotfrucht im Februar; dann Ermässigung der Preiße durch Beschaffung vom Auslande und Handelsconcurrenz. Starker Regen freitags vor Pfingsten, d. 28. May. Mittelerndte; besserer Ertrag der Kartoffeln als im vorigen Jahr. Außer Zwetschken kein Obst. Vollständige Einführung der Stallfütterung, hierorts selbst mit Vernachlässigung der Weide, die sonst allerwärts benutzt wird.

Als oberste kirchliche Behörde fungiert jetzt ein Kirchensenat; im Uebrigen bestehen noch die kirchlichen Verhältnisse auf Grund des Edicts v. 1818, das noch nicht ausser Kraft gesetzt ist. Manche Amtsverrichtungen seit April durch die Vacanz in Breithardt.

Freitag d.19. Nov. Elisabeth. Wegen einiger Beschickungen ging ich heute nach Wiesbaden. Seit dem 12. October hatte ich wegen des noch schwebenden Prozesses mich nicht erkundigt. Als ich um 91\2 Uhr bei Hr. Dr. Großman eintrat, verkündigte mir der Secretär, dann er selbst, daß der Prozeß entschieden und gewonnen sey. Meine Freude und Genugthuung: ich war in dem Moment mit der Welt versöhnt. Ich schrieb angesichts an meinen Bruder (Generalsuperintendent in Coblenz), der an dem Resultat immer zweifeln wollte; ging in das Gasthaus des Adlers, besorgte meine Geschäfte in der Stadt, konnte aber auf keinen Freund oder Bekannten treffen, um meine Freude zu theilen. Schweigsam kehrte ich am Abend zurück. Ob in dem Moment der Ausgang des Prozesses hierorts schon bekannt war, habe ich nicht erfahren; derselbe machte nachgerade keinen überraschenden Eindruck, weil er nicht unerwartet war. Dem Kirchspiel und Publicum gegenüber verhielt ich mich, als ob nichts geschehen sey. Ich liquidirte meinerseits 120 Gulden 27 Kreuzer ausgelegte Prozeßkosten.

1853

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Peter Weber

Lehrer: Johann Friedrich Demmer

Allgemeine Ereignisse

  • Der Winter ist sehr schneereich, obwohl es nicht sehr kalt ist.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953
  • Das Frühjahr ist sehr regnerisch.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953
  • Ein Hitzejahr
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953

Ereignisse

  • Klage des Staatsministeriums gegen das evangelische Kirchspiel Strinz-Margarethä wegen Anerkennung einer Pflicht zur Unterhaltung von Gebäulichkeiten.
Quelle: HStA, 290, 279
  • Beginn von Streitigkeiten bzgl. da auf der Zinkenmühle ruhenden Bannpacht.
Quelle: HHStAW 250/1 Nr. 123
  • Aufstellung der Barockorgel in der Strinzer Kirche. Diese stammt aus Niederingelheim und wird für 150 Gulden gekauft. Sie wird von Orgelbauer Voigt aus Igstadt aufgestellt.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil1, Seite 114

(Siehe auch unter: Die neue Orgel)

Aus der Kirchenchronik

Ankauf einer Orgel von der Gemeinde Niederingelheim in die hiesige Kirche, die seit ihrer Erbauung (1834) ohne Orgel war. Der Sage nach hatte das Werk in einem Nonnencloster zu Mainz gestanden, ging sodann an die französische Regierung über und wurde von dieser an die Gemeinde Niederingelheim geschenkt, die es jetst durch ein neues größeres Werk ersetßt. Die Orgel wurde durch den Orgelbauer Voigt aus Igstadt in der hiesigen Kirche aufgestellt, und am 19. Juni, 4. Sonnt. p. Trinit., zum erstenmal durch den Schullehrer Kölschenbach v. Strinz Trinit. gespielt, der dazu bestellt war, um das Werk zu prüfen. Ich predigte über Ps. 33, 1-4; das Thema der Predigt war: „Die Tonkunst im Bunde mit dem Glauben“. Mittwoch, d. 5. Oct., nachmittags, ward eine Predigerconferenz im hiesigen Pfarrhaus gehalten auf welcher die Schriften aus dem Lesecirkel versteigert wurden, und Hr. Decan Ebertz, welcher auf die Pfarrei Nordenstadt abzog, von der Decanatsgeistlichkeit Abschied nahm. Ephorus (unter dem Titel der Decanatsverwaltung) wurde Hr. Pfarrer Spieß, bisher zu Schönbach, bei Herborn, geboren zu Okriftel. Es ist der achte Ephorus, den ich hier erlebt.

1854

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Peter Weber

Lehrer: Johann Friedrich Demmer

Allgemeine Ereignisse

  • Harter und kalter Winter.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953
  • Es grassiert die Kartoffelfäule, die die Ernte dezimiert.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953

Aus der Kirchenchronik

Ein feuchter und ganz ergiebiger Jahrgang. Keine besonderen Ereignisse.

1855

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Peter Weber / Georg Hanson

Lehrer: Johann Friedrich Demmer

Statistik

Preise: 4 Pfund Brot = 22 Kreuzer

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 114

Allgemeine Ereignisse

  • Harter und kalter Winter.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953
  • Es grassiert die Kartoffelfäule, die die Ernte dezimiert.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953

Ereignisse

  • Die Strohdächer der Schule werden mit Schiefer gedeckt, ungeachtet des Spruchs: NIEMAND SETZT EINEN ALTEN LAPPEN AUF EIN NEUES KLEID:
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 117
  • Der Bürgermeister Peter Weber, der sich nicht als Freund der Schule zeigte (Aussage von Lehrer Demmer) nimmt seinen Abschied.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 122
  • Als neuer Bürgermeister wird Philipp Georg Hanson gewählt.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 122

Aus der Kirchenchronik

Ein im Ganzen nasses Jahr. Der Roggen gerieth hier schlecht, weil die Witterung im Herbst 1854 der jungen Saat durch Schnee und Frost ungünstig war. Wegen des anhaltenden Regenwetters hatte man nach der Mitte des Octobers große Noth mit der Einbringung des Hafers, der mir auf den Schwaden und in den Garben zu keimen begann, jedoch mit einigem Verlust noch gewonnen wurde.

1856

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Johann Friedrich Demmer

Allgemeine Ereignisse

  • Harter und kalter Winter.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953

Ereignisse

  • Der Schullehrer erhält 20 Gulden Unterstützung aus der Staatskasse
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 114
  • Die Industrieschule wird wiedereingeführt. Die Industrielehrerin wird die Lehrerfrau Johannette Demmer. Sie erhält ein Jahresgehalt von 32 Gulden.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 114
  • Johann Adam Enders wandert am 5. August nach Amerika aus.
Quelle: Die Auswanderung aus dem Herzogtum Nassau 1806 - 1866
  • Anerkennung der Nichtverpflichtung des Domänenfiskus zur Erhaltung der Kirche und der Pfarrgebäude des evangelischen Kirchspiels Strinz-Margarethä und Vergleich in der Klage der Kirchengemeinden Strinz-Margarethä, Niederlibbach und Hambach gegen den Staatsfiskus.
Quelle: 244 Nr. 1746

Aus der Kirchenchronik

Leidlicher Winter. Fortwährende Theuerung der Lebensmittel. Ergiebige Ernte. Daher der Landmann in dieser Zeit sich wohlsteht. Steigen der Löhne. Die Privatpredigerconferenz, die bisher gewöhnlich im hiesigen Pfarrhaus stattfand, wird jetst monatlich auf der Hünerkirche abgehalten. Sie ist dem literarischen und geselligen Verkehr der Diöcesanen förderlich. Die Moralität und das kirchliche Leben in den Gemeinden lassen viel zu wünschen übrig. Trotz des verbesserten Schulunterrichtes finden sich unter der reiferen Jugend viele unwissende und nichtsnutzige Subjekte. Der Kirchengang ist defert. Die Begriffe und Gewohnheiten in Ansehung der geschlechtlichen Beziehungen sind auffallend roh u. des christlichen Geistes bar; sie correspondieren der rationalistischen Wissenschaft u. der weit verbreiteten naturalistischen Denkweise. Jedoch ereignen sich die Scortationsfälle meistens inmitten der unvermögenden Classe. Ehebruch, wenn er etwa zur Reclamation von Alimenten selbst zur Kenntnis der Gerichte gelangt, wird nicht bestraft.

1857

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Johann Friedrich Demmer

Allgemeine Ereignisse

  • Vom 13.- 15. Juli ist die Hitze auf 26 Grad Reaumur gestiegen. Am 16. zeigt das Thermometerschon bei Sonnenaufgang 20,8 Grad Reaumur gestiegen, das entspricht 26 Grad Celsius.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953
  • Auf der der 6. Sitzung der ersten Kammer der Ständeversammlung in Wiesbaden, wird über den Antrag der Gemeinden Watzhahn, Steckenrodt, Breithardt, Holzhausen über Aar und Michelbach beraten, die geplante Verbindungsstraße zwischen Aarstraße und Wehen-Bleidenstadter Chausee statt über Wingsbach, Strinz-Margarethä, Hennethal und Daisbach oder statt durch das Aartal über Adolfseck nach Hausen lieber über Watzhahn, Steckenroth, Breithardt und Holzhausen zu führen. Die Anträge wurden an die Regierung zur Entscheidung weitergegeben.

Siehe auch unter „Keine Aarstraße für Strinz“.

Ereignisse

  • Der Schullehrer erhält aus der Gemeindekasse 30 Gulden.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 114

Aus der Kirchenchronik

Mit diesem Jahr nahm die Witterung einen veränderten Charakter an; sie wurde im Gegensatz zur bisherigen entschieden trockner. In der Pfingstwoche, d. 24. May ff. fanden einige heftige u. kalte Regengüsse statt; von da an mangelte der Regen bis im Sept. einige feuchte Tage eintraten. Die Ernte aber war sehr ergiebig, der Weizen vortrefflich. Nach langer Zeit wieder ein ausgezeichneter u. berühmter Wein. Wenig Obst.

1858

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Johann Friedrich Demmer

Allgemeine Ereignisse

  • Ein Hitzejahr
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953
  • Gegen Mitte September erscheint am nordwestlichen Himmel ein schöner Komet, der gegen Ende September und Anfang Oktober einen ungewöhnlichen Glanz entfaltet.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953

Ereignisse

  • Aus Anlass der Frühjahrsprüfung erhält der Lehrer ein Gratifikation von 20 Gulden.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 114
  • Am 25. April, nachmittags um 4 Uhr bricht nahe der Schule, wie man sagt durch Tabakpfeife, ein Feuer aus, welches durch das rasche Einschreiten der hiesigen Gemeinde glücklich gelöscht wird, ohne das Schulgebäude bedeutend zu beschädigen.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009 / Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 119
  • Am 10. Juni kommt es zu einem Hagelschlag mit taubeneigroßen Hagelkörnern die am Mittag des nächsten Tages bei Sonnenschein noch schuhhoch im Feld bei Lambertsbach lagen.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
  • In StM erkranken mehrere Kinder von zwei Familien an unterschiedlich ausgeprägter Angina. In jeder Familie stirbt ein Kind (1 1/2 und 8 Jahre) an dieser Krankheit.
Quelle: Medicinische Jahrbücher für das Herzogthum Nassau, Band 21, 1864

(Siehe auch unter: Typhustod)

Aus der Kirchenchronik

Fortwährende Trockniß, alle Gewässer sind seicht. Im Winter mild ohne namhaften Schnee u. Regen. Später, im Februar u. März herrscht eine trockene u. ausdörrende Kälte. Dadurch litten die Weizen- und Kleefelder sehr. Unterdessen waren die Fruchtpreiße um die Hälfte (Weizen von 14 Gulden auf 7 Gulden 40 Kreuzer) gesunken. Die strichweise Entleerung einiger Gewitterwolken ausgenommen, blieb auch im April u. May der Regen aus. Der Hagelschlag am 10. Juni, donnerstags, das erste Ereigniß der Art, das ich hier erlebte. Noch am 11. Juni gegen Mittag, bei Sonnenschein, lagen in den Wiesen in Lambertsbach einzelne Haufen des gefallenen Hagels Schuh hoch. Die Winterfrucht der beiden Pfarräcker auf dem alten Berg ging ganz zu Grund; den Weizen auf dem oberen (großen) Acker ließ ich abmähen; der ohnehin schlechte Bestand war total an den Boden zerschlagen. Glücklicherweise war das Feld nur strichweise getroffen worden. Fortwährende Trockniß. Man konnte sagen, daß es seit einem Jahr nicht geregnet, d. h. kein Landregen stattgefunden habe. Großer Futtermangel; der Centner Heu wird hier u. da mit 6 Gulden bezahlt. Daher ein seltsames Sinken des Viehpreises; umgekehrt ein plötzliches, nie also vorgekommenes Steigen des Fruchtpreises (Weizen in wenigen Tagen von 7 Gulden 30 Kreuzer auf 12 – 13 Gulden). Große Besorgnisse wegen der Sommerfrucht. Strichweise Brodnoth durch Hemmung des Mahlwesens. Sonntags, den 4. July, verlas ich ein besonderes Gebet um günstige Witterung (wie auch ohnehin in Nothfällen geschehen). Endlich, nachdem am 5. July ein heftiger Wind geweht u. eine Morgenröthe sich gezeigt hatte, fiel in der Nacht zum 6. July ein Regen.

1859

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Johann Friedrich Demmer

Statistik

Schülerzahl: 70

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 114

Allgemeine Ereignisse

  • Ein Hitzejahr
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953
  • Das Jahr zeichnet sich durch eine große Dürre aus.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953

Ereignisse

  • Dr. Emil Hildenbrand von StM wird in die Zahl der geprüften Candidaten der höheren Rechtswissenschaften aufgenommen.
Quelle: Verordnungsblatt des Herzogthums Nassau / Nr. 3 / 1. Februar 1859 / Seite 12 / Dienstnachrichten
  • Der Ort erhält eine erste eigene Feuerspritze von der Firma Emil Roth in Idstein zum Preis von 320 Gulden, was sich als billig erweist. Die seitens des Herzoglichen Amtes vorgeschlagene größere Spritze wird vom Ortsvorstand abgelehnt. Begründung: Mit der kleineren Spritze "kann man besser in die Winkel kommen" und es gäbe nur eine kleine Löschmannschaft. Außerdem käme wegen fehlender Pferde eine größer Spritze nicht in Betracht.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009 / Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 114
  • Bürgermeister Hanson richtet am 24. März an das Herzogliche Amt Wehen ein Ersuchen für den Bau eines Spritzenhauses zum Aufbewahren der neuen Feuerspritze mit Wagen, die einstweilig in einer Scheune untergebracht ist.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
  • Am 25. Mai befürwortet das Herzogliche Amt Wehen den Bau des Spritzenhauses. Mit Schreiben des Herzoglichen Amtes Wehen - am selben Tag - an den Bauinspektor Willet in Eltville wird die Auflösung der Spritzengemeinschaft Strinz-Trinitatis, Strinz-Margarethä, Niederlibbach, Oberlibbach und Hambach mitgeteilt.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
  • Am 29. Mai erfolgt der Beschluss der Gemeinde zum Bau des Spritzenhauses.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
  • Der Lehrer erhält ein Jahresgehalt von 440 Gulden, davon 15 Gulden für die Wohnungsnutzung.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 114
  • Lehrer Demmer hat einen Basaltbruch entdeckt (am alten Hennethaler Weg) und bricht selbst in seinen Freistunden den Basalt, den die Gemeinde zur Überschüttung der Dorfstraße ankauft. Es handelt sich um Kugelbasalt der später, bis 1890, durch Gustav Gräter abgebaut wird.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 114

1860

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Johann Friedrich Demmer

Statistik

Schülerzahl: 72

Quelle: Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 114

Bekannte Namensformen

Strinz-Margaretha

Allgemeine Ereignisse

  • Milder Winter.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953
  • Ein ausgesprochenes Regenjahr. Es gab keinen richtigen Sommer.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953
  • Leichtes Erdbeben in unserer Region.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953

Ereignisse

  • Erstmalig wird ein Spritzenmeister - Ferdinand Gräter - erwähnt. Er ist zuständig für die Pflege und Wartung der Spritze und ruft zu Übungen ein. Er bekommt für seine Arbeit 3 Gulden 30 Kreuzer Lohn.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
Karte Waldungen aus 1860
Karte Waldungen aus 1860

1861

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Johann Friedrich Demmer

Allgemeine Ereignisse

  • Starker Hagel in unserer Region.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953
  • Um Mitte des Monats Juni erscheint am westlichen Himmel ein Komet, der einen langen Schweif nach sich zieht. Man sieht ihn nicht so lange wie den Komet aus dem Jahre 1858.
Quelle: Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953

Ereignisse

Erstmals wird für das Spritzenhaus einen Brandsteuer erhoben (3 Gulden 30 Kreuzer).

Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009

Neuer Spritzenmeister wird der Schmiedemeister Philipp Klein. Er behält das Amt für 40 Jahre.

Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
Karte Waldungen von 1861
Karte Waldungen von 1861

1862

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Johann Friedrich Demmer

Ereignisse

  • Seine Hoheit der Herzog geruht Pfarrer Schmidtborn aus Anlass der Feier seines fünfzigjährigen Amtsjubiläums den Titel Kirchenrat zu verleihen.
Quelle: Verordnungsblatt des Herzogthums Nassau, Band 54 / 1862

1863

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Johann Friedrich Demmer

Statistik

Einwohner: 371

Quelle: Beiträge zur Statistik des Herzogthums Nassau / 1863 / Seite 167

Schülerzahl: 74

Quelle: Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 114
  • Ackerfläche: 200 - 340 fl.
  • Wiesenfläche: 250 - 400 fl.
  • Preise für Ackerland: 200 - 340 fl (Gulden)
  • Preise für Wiesen: 250 - 400 fl
Quelle: Beiträge zur Statistik des Herzogthums Nassau / 1863 / Seite 167

Gewerbebetriebe im Ort

2 Leineweber, 1 Mahlmüller, 1 Brandweinbrenner, 2 Kaufleute, 2 herumziehende Krämer

2 Wirte,1 Zimmermann,1 Wagner, 2 Schmiede, 1 Schuhmacher,1 Sattler, 1 Schneider

2 Schreiner

(Quellen: Beiträge zur Statistik des Herzogthums Nassau / 1863 / Seite 167 / Zeitschrift zur Nassauer Kunst- und Gewerbeausstellung in Wiesbaden / 1863)

Ereignisse

  • Bei der nassauischen Kunst- und Gewerbeausstellung in Wiesbaden stellt der Strinzer Schmiedemeister Klein einen amerikanischen Wendepflug, einen böhmischen Schaufelpflug und einen Häufelpflug aus. (Quellen: Zeitschrift zur Nassauer Kunst- und Gewerbeausstellung in Wiesbaden / 1863)
  • 18. Oktober: Feier zum Andenken an die Befreiungsschlacht bei Leipzig im Jahre 1813. Tagsüber Gottesdienst, abends wurden auf allen Bergen Freudenfeuer angezündet.

(Quellen: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 97 / Schulchronik)

1864

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Johann Friedrich Demmer

Statistik

Einwohner: 397

Ereignisse

  • Fest zum 25jährigen Regierungsjubiläum des Herzogs Adolf. (Strinzer Chronik)

1865

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Johann Friedrich Demmer; Philipp Ferger

Statistik

Schülerzahl: 84

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 114

Allgemeine Ereignisse

  • Ein Hitzejahr (Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953)

Ereignisse

  • Der Lehrer Philipp Ferger wird von Arnoldsheim nach Strinz-Margarethä versetzt.
Quelle: Verordnungsblatt des Herzogtums Nassau, Band 57, Seite 389
  • Feier zum 50. Dienstjubiläum von Pfarrer Schmidtborn.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 97 - 100
  • Bestimmung einer neuen Baulinie in Strinz-Margarethä
Quelle: HHStAW 244 Nr. 1362
  • Schulhausbau in den Gemeinden: Strinz-Margarethä
Quelle: HHStAW 418 Nr. 670
Verordnungsblatt des Herzogthums Nassau, Ausgabe 9, 5. April 1865
Verordnungsblatt des Herzogthums Nassau, Ausgabe 9, 5. April 1865

1866

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Philipp Ferger

Allgemeine Ereignisse

Am vier Wochen dauernden Bruderkrieg zwischen Preußen und Österreich nimmt auch das Herzogtum Nassau teil. In diesem Krieg verliert Herzog Adolph von Nassau als Bundesgenosse Österreichs sein Land an die im Krieg siegreichen Preußen.

Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä

In der Folge gehört StM ab sofort zur preußischen Provinz Hessen-Nassau.

Den Nassauern fällt es nicht leicht ihre Selbständigkeit aufzugeben und preußisch zu werden, aber die Umwandlung geht dann doch recht schnell von statten, zumal die Steuerlast in Preußen geringer ist.

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 102

Herzog Adolph von Nassau

Milder Winter
(Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953)

Die Schlacht bei Königkrätz (Quelle: Wikipedia)
Die Schlacht bei Königkrätz (Quelle: Wikipedia)

Ereignisse

  • Am vier Wochen dauernden Bruderkrieg zwischen Österreich und Preußen nehmen die Strinzer Bürger Heinrich Christmann und Karl Schneider teil.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 102
  • Als erster "echter Preuße" wird August Keiper am 09.10. in StM geboren.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 102
  • Beschwerde über den protestantischen Pfarrer Schmidtborn in Strintz-Margarethä
Quelle: HHStAW 402 Nr. 188

Zugehörigkeit

Ab sofort:

Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä

Verwaltungsbezirk: Preußische Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Unter-Taunus-Kreis.

Quelle: Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011

1867

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Philipp Ferger

Statistik

Einwohner: 388

Quelle: Die Gemeinden und Gutsbesitze des preussischen Staates und ihre Bevölkerung / 1.12.1874

Allgemeine Ereignisse

  • Am 28. Mai werden alle Lehrer des Amtes Wehen auf den preußischen König vereidigt. (Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 105)

Ereignisse

  • Am 21. August wandert Johannes Christian Wahl nach Amerika aus.
Quelle: Die Auswanderung aus dem Herzogtum Nassau 1806 - 1866

1868

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Philipp Ferger

Ereignisse

  • Zwischen 12 Uhr und 1 Uhr mittags brennt eine Scheune durch Blitzschlag in der Pfalzstraße ab. Stall und Wohnhaus wurden stark beschädigt. Es handelt sich um das Anwesen Baum.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
  • Als Förster für den Schutzbezirk Strinz-Margarethä der Oberförsterei Breithardt der königlich preußischen Forstverwaltung wird ein Hr. Bayer genannt.
  • Obwohl die Lehrer des Amtes Wehen bereits 1867 auf den König von Preußen vereidigt wurden, musste dieser Eid in 1868 noch einmal wiederholt werden.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 105
  • Am 21. September hält der 76jährige Kirchenrat Ludwig Schmidtborn in seiner Eigenschaft als königlich preußischer Schulinspektor die Herbstprüfung in StM ab. Es war zugleich die letzte Herbstprüfung, denn die preußische Regierung schaffte diese nassauische Überlieferung ab und beschränkt sich auf die Frühlingsprüfung.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 100
  • Pfarrer Schmidtborn erkrankt an einem bösartigen Rücken- oder Nackentumor und kann erst nach 16 Wochen wieder Gottesdienst abhalten.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 100
  • Müllers August Bott von der Zinkenmühle bei Strinz-Margarethä fordert eine Entschädigung für aufgehobenes Bannrecht.
Quelle: HHStAW 405 Nr. 881

1869

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Philipp Ferger

Ereignisse

  • Für einen Brand in StM. am 11. Dez. muss die Brand-Assecuranz 45 Thaler bezahlen
Quelle: Amtsblatt der Regierung in Wiesbaden / S. 81 / 1870
  • Pfarrer Schmidtborn hält nach langer Krankheit (16 Wochen) am 07. März erstmalig wieder einen Gottesdienst.
Quelle: Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 100
  • Der Berginspector Card Ludwig Münster erhält die Schürfrechte für die Zechen Berthazeche und Fritz auf den Gebieten von StM, StT und Hennethal. (Quelle: Amtsblatt der Regierung in Wiesbaden, 1869) (Siehe auch unter: Die Zechen Bertha und Fritz)

1870

Obrigkeiten

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn; R. Osterloh (Vikar)

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Philipp Ferger

Statistik

Schülerzahl: 91

Ereignisse

  • Pfarrer Schmidtborn wird von einem leichten Hirnschlag getroffen infolge dessen er seine Sprache und Sprachfertigkeit fast gänzlich verliert und wird nach 55 Jahren Seelsorgerschaft in StM pensioniert.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 100 / Schulchronik
  • Nachfolger von Pfarrer Schmidtborn wird der "altpreußische Pfarrkandidat" Rudolf Osterloh aus Hohlstedt, Bezirk Merseburg.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 100
  • Mittwoch den 9. März, Nachmittags 3Uhr wird das Wohnhaus und ein Acker der Witwe des Johann Philipp Hies zu 450 fl (Gulden) taxiert auf Klage der Gemeinde Biebrich-Moßbach in der Rathausstube zu Strinz-Margarethä zum zweiten Mal meistbietend versteigert.
Quelle: Amtsblatt der Regierung in Wiesbaden, Seite 44, 1870
  • Strinz-Margarethä stellt 7 Soldaten für den Deutsch-Französischen Krieg. Es sind: August Weidnau (dieser hat als Kavallerist einmal die Seine durchschwommen), Karl Schneider, Karl Rücker, Friedrich Hankammer und die 3 Brüder Heinrich, Adolf und August Christmann. Allerdings ging Heinrich Christmann, der, wie Karl Schneider auch schon 1866 eingezogen war, wohl über die Grenze, nahm aber nicht an Kriegshandlungen teil. Dagegen wurde sein Bruder Adolf bei Wörth verwundet. August Christmann hat nach Ausweis des Militärpasses in einem Dutzend Schlachten (darunter Weißenburg, Wörth, Sedan, Orleans) mitgekämpft.
Quelle: Alte Strinzer Chronik
  • Auch August Schaus aus StM nimmt an der ersten Schlacht bei Weißenburg teil und wird dort verwundet. (Quelle: Geschichte des Füsilier-Regiments von Gersdorff Nr. 80, 1913) (Siehe auch unter: Halsdurchschuss)
  • Am 1. Oktober, morgens 9 Uhr, wird das Wohnhaus und das Feldgut zur Concursmasse der Witwe des Johann Philipp Baum von StM gehörig und zu 2.500 fl taxiert, in der Rathausstube zu StM versteigert.
Quelle: Amtsblatt der Regierung in Wiesbaden, Seite 247, 1870

1871

Obrigkeiten

Pfarrer: R. Osterloh (Vikar); E. Doerr

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Philipp Ferger

Statistik

  • Einwohner: 397
  • Schülerzahl: 92
  • (Alte Strinzer Chronik)
  • Wohngebäude: 69
  • Einzelhaushaltungen: 9
  • Familienhaushaltungen: 73
  • Bewohner: 397
  • davon ortsgebürtig: 388
  • Männer: 202
  • Frauen: 195
Quelle: Die Gemeinden und Gutsbesitze des preussischen Staates und ihre Bevölkerung / 1.12.1874

Ereignisse

  • Neubau einer Schule an derselben Stelle neben der Kirche, wo die alte Schule stand.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 120

(Siehe auch unter: Die neue Schule)

  • Geburtstagsfeier zum 75jährigen Geburtstag von des deutschen Königs uns Kaisers.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 107

(Siehe auch unter: Patriotische Feiern)

  • Friedensfeier zum Friede zwischen Frankreich und Deutschland.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 107

(Siehe auch unter: Patriotische Feiern)

  • Über das Vermögen des Johann Friedrich Klein aus StM ist ein Concursprozeß rechtskräftig erkannt. Ansprüche die auf persönlichen oder dinglichen Rechten beruhen sind bis zum 04.04. um 9:00 zu stellen.
Quelle: Amtsblatt der Regierung in Wiesbaden/ Pkt 968 und 682 / 1871
  • Am Dienstag den 6. Juni, morgens 10 Uhr, wird das zur Concursmasse des Johann Friedrich Klein gehörende Wohnhaus und Feldgut, zu 3118 Gulden taxiert, in dem Gemeindezimmer zu StM. zum ersten Mal meistbietend versteigert.
Quelle: Amtsblatt der Regierung in Wiesbaden/ Pkt 968 und 682 / 1871
Kirchensiegel von 1871
Kirchensiegel von 1871

1872

Obrigkeiten

Pfarrer: E. Doerr

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Philipp Ferger

Statistik

Schülerzahl: 90

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 115

Ereignisse

Am 19. August wird das Wohnhaus der Concursmasse des Christian Diefenbach in der Rathausstube derselbst zum erstenmal versteigert.

Quelle: Amtsblatt der Regierung in Wiesbaden, Seite 272, 1872

1873

Obrigkeiten

Pfarrer: E. Doerr

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Philipp Ferger

Statistik

Schülerzahl: 90

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 115

Ereignisse

  • Turnen wird Pflichtfach in der Strinzer Schule. Turngeräte werden im Laufe des Jahres hergestellt.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 115

1874

Obrigkeiten

Pfarrer: E. Doerr; Fr. G. Grünschlag

Bürgermeister: Georg Hanson

Lehrer: Philipp Ferger

Statistik

Schülerzahl: 93

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 115

Ereignisse

  • Neuer Pfarrer wird der ehemalige Volksschullehrer Fr. G. Grünschlag.
Quelle: Alte Strinzer Chronik
  • Feuer im Gebäude des Fr. Baum.
Quelle: Alte Strinzer Chronik

Reichstagswahl

DFP = 96 Stimmen

Quelle: Die Hessen als Reichstagswähler / 1990

1875

Obrigkeiten

Pfarrer: Fr. G. Grünschlag

Bürgermeister: Georg Hanson; Carl Weinig

Lehrer: Philipp Ferger

Statistik

Einwohner: 384

Allgemeine Ereignisse

  • Die Bürgermeister werden Standesbeamte (statt der Pfarrer)
Quelle: Alte Strinzer Chronik

Ereignisse

  • Pfarrer Schmidtborn stirbt nach sehr kurzem Unwohlsein. Bei der Beerdigung folgen dem Sarg nur zwei der nächsten Verwandten, fast alle Geistlichen des Dekanat Kirberg und die meisten Bewohner des hiesigen Kirchenspiels. Zu seinem Andenken wird eine Sandsteinsäule aufgestellt, die um das Jahre 1935 mit der Einebnung alter Gräber beseitigt wird.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, 102
  • Neuer Bürgermeister in StM wird Karl Wenig.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 122

Meldung des Amtsblatts der Regierung in Wiesbaden vom 28. Januar 1876
Für den aus seinem Gemeindeamte geschiedene Bürgermeister Hanson in Strinz-Margarethä, ist von Seiten des königlichen Oberpräsidiums der nunmehrige Bürgermeister Carl Weinig, dortselbst zum Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Strinz-Margarethä bestellt worden.

Quelle: Amtsblatt der Regierung in Wiesbaden vom 28. Januar 1876

1876

Obrigkeiten

Pfarrer: Fr. G. Grünschlag

Bürgermeister: Karl Weinig

Lehrer: Philipp Ferger

Ereignisse

  • Die Gemeinde StM muss dem Herzogthum Nassau 633,26 Mark an Grundschuld zahlen.
Quelle: Amtsblatt der Regierung in Wiesbaden, 1876 / Seite 197
  • Nach Wegzug die Lehrerswitwe und Industrieschullehrerin Demmer wird Frau Margarethe Schäfer, Ehefrau des Theodor Schäfer die neue Industrieschullehrerin. Sie erhält für die Wintermonate eine Besoldung von 2 Mark und 70 Pfennig.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 115
  • Streitigkeiten um die Ablösung der Wasserlaufabgabe von der Mahlmühle des August Bott zu Strinz-Margarethae
Quelle: HHStAW 405 Nr. 2373

1877

Obrigkeiten

Pfarrer: Fr. G. Grünschlag; Adolf Mai

Bürgermeister: Karl Weinig

Lehrer: Philipp Ferger

Ereignisse

  • An dessen wegen Altersschwäche als Gerichtsschöffe ausgeschiedenen Johann Georg Schmidt zu Strinz-Margarethä ist der jetzige Gerichtsschöffe Adolf Walter derselbst zum Stellvertreter des Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Strinzmargarethä ernannt worden.
Quelle: Amtsblatt der Regierung in Wiesbaden / 1. März 1877 / Seite 60
  • Im Dorf kursiert die ansteckende Krankheit Diphterie. 18 Kinder sterben daran, davon drei Schüler.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 115

(Siehe auch unter: xxx)

Reichstagswahl

NL = 3 Stimmen / DFP = 62 Stimme

Quelle: Die Hessen als Reichstagswähler / 1990

1878

Obrigkeiten

Pfarrer: Adolf Mai

Bürgermeister: Karl Weinig

Lehrer: Philipp Ferger

Reichstagswahl

NL = 3 Stimmen / DFP = 72 Stimmen

Quelle: Die Hessen als Reichstagswähler / 1990

1879

Obrigkeiten

Pfarrer: Adolf Mai

Bürgermeister: Karl Weinig

Lehrer: Philipp Ferger

Ereignisse

Anlage eines Straßenkanals in Strinz-Margarethä

Quelle: HHStAW 244 Nr. 1363

1880

Obrigkeiten

Pfarrer: Adolf Mai

Bürgermeister: Karl Weinig

Lehrer: Philipp Ferger

Ereignisse

  • Erlass einer Brandstättenverordnung, in der unter anderem Bau von Strohdächern - so auch in StM - verboten wird.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
  • Das Schulhaus wird mit Schiefer beschlagen. Die Fenster der Lehrerwohnung erhalten Läden.
Quelle: Alte Strinzer Chronik

1881

Obrigkeiten

Pfarrer: Adolf Mai

Bürgermeister: Karl Weinig; Heinrich Meyer

Lehrer: Philipp Ferger

Statistik

Schülerzahl: 72

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 115

Ereignisse

  • Zum neuen Bürgermeister wird Heinrich Meyer gewählt. (Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 115)
  • Das Schulhaus wir an zwei, besonders dem Wetter zugekehrten Seiten mit Schiefer beschlagen und die Fenster der Lehrerwohnung mit Läden versehen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 120

Reichstagswahl

DFP = 79 Stimmen / K = 1 Stimme

Quelle: Die Hessen als Reichstagswähler / 1990
Kirchenstempel von 1881
Kirchenstempel von 1881

1882

Obrigkeiten

Pfarrer: Adolf Mai

Bürgermeister: Heinrich Meyer

Lehrer: Philipp Ferger

Ereignisse

  • Anschaffung einer Feuerleiter für 12 Mark und 79 Pfennig.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
  • Ein nasser Herbst, in dem es wenig Kartoffeln gab.
Quelle: Alte Strinzer Chronik
  • Bau eines Vizinalweges von der Aarstrasse bei Michelbacher Hütte nach Strinz-Margarethae in der Gemarkung Kettenbach
Quelle: HHStAW 403 Nr. 998

1883

Obrigkeiten

Pfarrer: Adolf Mai

Bürgermeister: Heinrich Meyer

Lehrer: Philipp Ferger

Ereignisse

  • Am Tag vor Himmelfahrt, mittags zwischen 12 und 1 Uhr, bricht in der Scheune in der Dorfmitte Feuer aus, das mit solcher Schnelligkeit brennt, dass in ganz kurzer Zeit, trotz herbeigeeilter Hilfe 5 Wohnhäuser nebst Nebengebäuden in Flammen stehen und ein Raub derselben werden. Es sind die Wohnhäuser von Kaiber, Heiler, Petri, Enders (Friedrich und Karl).
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr, 2009 / Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 124
  • Regulierung der Brandstätte zu Strinz-Margarethä

Quelle: HHStAW 244 Nr. 1364)

  • Schlechte Ernten - es fehlt an Korn.
Quelle: Alte Strinzer Chronik
  • Feier zum 400. Geburtstag von Luther in der Kirche. Lehrer Kopp aus Niederlibbach hält einen Vortrag.
Quelle: Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 115
  • Streitigkeiten bzgl. Ablösung der Verpflichtung des August Enders zu Strinz-Margarethae zur Unterhaltung des Zuchtviehes für diese Gemeinde.
Quelle: HHStAW 405 Nr. 2353

Reichstagswahl

DFP = 74 Stimmen / K = 1 Stimme

Quelle: Die Hessen als Reichstagswähler / 1990

1884

Obrigkeiten

Pfarrer: Adolf Mai

Bürgermeister: Heinrich Meyer

Lehrer: Philipp Ferger

Reichstagswahl

DFP = 77 Stimmen / SPD = 4 Stimmen / NL = 1 Stimme

Quelle: Die Hessen als Reichstagswähler / 1990

1885

Obrigkeiten

Pfarrer: Adolf Mai

Bürgermeister: Heinrich Meyer

Lehrer: Philipp Ferger

Statistik

Einwohner: 395

Ereignisse

  • Erstmals werden Feuerversicherungsprämien gezahlt.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
  • Die Eberhaltung von StM übernimmt der Landwirts Weber. Dies wird über 50 Jahre Bestand haben.
Quelle: Hess. Staatsarchiv, Wiesbaden
  • Pfarrer Adolf Mai wird wegen Trunksucht seines Amtes erhoben. Von dem Landwirt Wilhelm Meyer (* 1868) wurde folgende Geschichte, die ihm von seinem Vater Heinrich (dem damaligen Bürgermeister) erzählt wurde, überliefert: Damals sei öfters der Dekan in sein Elternhaus gekommen wegen des Pfarrers Mai. Einmal habe der Dekan gesagt: "Denken Sie sich Herr Bürgermeister, ich gehe mit dem Pfarrer in die Kirche und da ist der Mann betrunken. Ich dachte: Wie soll das werden? Aber als er auf die Kanzel stieg, hat er eine wunderbare Predigt gehalten." Pfarrer Mai geht nach seiner Absetzung in eine Trinkerheilanstalt, kommt danach wieder ins Amt und wird sogar Dekan.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 124

1886

Obrigkeiten

Pfarrer: P. Metzner (Pfarrverwalter); Ad. Klas (Pfarrverwalter)

Bürgermeister: Heinrich Meyer; August Schmidt

Lehrer: Philipp Ferger

Statistik

Schülerzahl: 81

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 115

Ereignisse

  • Am 22. Juli geht ein furchtbarer Hagelschlag nieder der die Ernte des Ortes total vernichtet. (Quellen: Alte Strinzer Chronik / 650 Jahre Adolfseck, 2005 / Chronik der Freiwilligen Feuerwehr, 2009 / Schulchroniken StM und Niederlibbach)

(Siehe auch unter: Hagelunwetter)

  • Nach einem langen und sehr schweren Krankenlager stirbt der Bürgermeister Heinrich Meyer, neuer Bürgermeister wird August Schmidt.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 115
Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä
Stempel Standesamt und Gemeinde von 1886
Stempel Standesamt und Gemeinde von 1886

1887

Obrigkeiten

Pfarrer: Ad. Klas (Pfarrverwalter); Ernst Schilp

Bürgermeister: August Schmidt

Lehrer: Philipp Ferger

Statistik

Schülerzahl: 84

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 115

Ereignisse

  • Der Sommer 1887 geht als einer der heißesten Sommer in die Geschichte ein.
  • Am 1. August, einem Montag-Morgen, begibt sich der neue Strinzer Pfarrer Ernst Schilp nach StM. Er stellt fest, dass sich das Pfarrhaus in einem sehr schlechten Zustand befindet. Da er Junggeselle ist, lässt er es erst einmal so wie es ist, um die Gemeinde, die noch durch den verheerenden Hagelschlag stark beeinträchtig ist nicht schon gleich am Anfang in Anspruch zu nehmen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil II, Seite 6

Reichstagswahl

DFP = 52 Stimmen / NL = 27 Stimmen / SPD = 1 Stimme

Quelle: Die Hessen als Reichstagswähler / 1990

1888

Obrigkeiten

Pfarrer: Ernst Schilp

Bürgermeister: August Schmidt

Lehrer: Philipp Ferger

Statistik

Schülerzahl: 92

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 115

Ereignisse

  • Aufstellung eines Laufbrunnens in der Pfalzstraße. Besonders wertvoll aus heutiger Sicht sind die Gussplatten des Brunnens, die womöglich aus der Michelbacher Hütte stammen. (Quelle: AARBOTE, 02.08.2012) (Siehe auch unter: Der alte Laufbrunnen)
  • Beginn eines Strafbuches der Strinzer Schule. Darin mussten die Lehrer die Strafmaßnahmen gegen Ihre Schüler verzeichnen. (Quelle: Archiv der Gemeinde Hohenstein) (Siehe auch unter: Das Strafbuch)

1889

Obrigkeiten

Pfarrer: Ernst Schilp

Bürgermeister: August Schmidt

Lehrer: Philipp Ferger

Ereignisse

  • Da Pfarrer Schilp Anstalten macht sich zu verheiraten, werden seitens der Gemeinde die Schäden am Pfarrhaus beseitigt. Die Renovierung der Zimmer übernimmt Schilp auf eigene Kosten.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 6

1890

Obrigkeiten

Pfarrer: Ernst Schilp

Bürgermeister: August Schmidt

Lehrer: Philipp Ferger; Julius Emil Schlicht

Statistik

Einwohner: 393

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 10

Schülerzahl: 91

Quelle: Alte Strinzer Chronik
  • Landwirtschaft
  • Häuser: 76
  • Häuser mit Viehbestand: 66
  • Viehbesitzende Haushaltungen: 76
  • Pferde: 23
  • Rinder: 342
  • Schafe: 193
  • Schweine: 193
  • Ziegen: 58

Bienenstöcke: 7

Quelle: Viehstandslexikon für den preussischen Staat / 1.12.1892

Ereignisse

  • Der vom Lehrer Christian Ruff gegründete Konsumverein findet den Beifall der hiesigen Leute. Es schließen sich die Gewerbetreibende von Michelbach, Breithardt, Hennethal und Strinz-Margarethä an.
Quelle: Beiträge zur Geschichte Hohenstein-Breithardt, Steckenroth und -Burg-Hohenstein, Pfarrer Weinberger / 1992
  • Durch Verfügung der königlichen Regierung wird der Handarbeitsunterricht auf das ganze Jahr ausgedehnt. Die Industrielehrerin erhält dafür ein Jahresgehalt von 36 Mark.
Quelle: Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 115
  • Nach 25jähriger Tätigkeit in StM tritt Lehrer Ferger am 01. April in den Ruhestand.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 116
  • Neuer Lehrer in StM wird Julius Emil Schicht, aus Kallkappen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 116
  • Pfarrer Schilp verheiratet sich mit Christiane Catharina Mathilda Paula Koch, Tochter der Eheleute August Koch und Philippine geb. Stemmler aus Erbenheim.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 6
  • Zum Andenken an seine Hochzeit und Dankbarkeit gegen die Gemeinde, die sich bis dahin sehr zuvorkommend gezeigt hat, gründet der Pfarrer im November eine kleine Volksbibliothek, die von den Bürgern gut angenommen wird.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 6
  • Die Orgel bekommt eine neue Klaviatur (durch Orgelbauer H. Vogt aus Igstadt)
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 9

Aus der Kirchenchronik:

Was den sittlichen Zustand der Gemeinde anlangt, so muss ich offen sagen, dass ich die Gemeinde im Ganzen mit Hochachtung ansehe. Dass auch manches vorkommt, was durchaus nicht sein sollte, z. B. dass ein Fall mit offenem Ehebruch vorliegt, dass ein Gemeindemitglied in diesem Sommer einen Wagen voll Frucht aus dem Feld gestohlen haben soll und endlich, dass sich ein Mann auch auswärts Diebereien hat zu Schulden hat kommen lassen, ist leider wahr aber solches wird von der ganzen Gemeinde durchaus getadelt und bedauert.

Auch über den Kirchenbesuch kann nicht geklagt werden.

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 6-7

Reichstagswahl

DFP = 39 Stimmen / NL = 25 Stimmen / SPD = 14 Stimmen

Quelle: Die Hessen als Reichstagswähler / 1990

1891

Obrigkeiten

Pfarrer: Ernst Schilp

Bürgermeister: August Schmidt

Lehrer: Julius Emil Schlicht

Statistik

Schülerzahl: 91

(Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 116)

Ereignisse

  • Gründung des Männergesangsvereins "Eintracht". Zu den Gründern, die noch namentlich festgestellt werden konnten, gehören Reinhard Deuser, Philipp Schauß, Julius Bott und Gustav Gräter I.
Quelle: Festschrift 100 Jahre MGV Eintracht 1891 / 1991
  • Lehrer Ferger pflanzt 2 Linden vor der Kirche
Quelle: Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 116
  • Umfangreiche Arbeiten am Spritzenhaus die bis 1892 andauern.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
  • Kauf einer zweiten Feuerspritze vom Spitzenfabrikant Carl Metz zu Heidelberg. Es handelt sich um eine pferdebespannte Handsaug- und Druckspritze für 1.750 Mark. Diese ist heute noch im Besitz der Strinzer Feuerwehr. (Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009) (Siehe auch unter: Feuerschutz)
Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä
  • Bis zum Haushalt 1891/92 wird Leiter- und Spritzenhaus getrennt in den Rechnungsbüchern aufgeführt. Man kann spekulieren, dass das Spritzenhaus an das Leiterhaus gebaut wurde und dass das Leiterhaus als Schlauchturm eine weitere Nutzung erhielt.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
  • Aus dem Jahre 1891 existiert eine Mitgliederliste des Konsumvereins StM.
Quelle: Archiv der Gemeinde Hohenstein
  • Die Annehmlichkeiten der Lehrerwohnung ist, durch den Einbau eine Pumpe auf dem Schulhof, geliefert von Pumpenmacher Matthias Westerberger aus Marschheim (für 170 Mark), viel besser geworden.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 121
  • Feier des Gustav-Adolf-Festes am alten Sportplatz.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 10

1892

Obrigkeiten

Pfarrer: Ernst Schilp

Bürgermeister: August Schmidt

Lehrer: Julius Emil Schlicht

Ereignisse

  • Am 23. Juni, morgens früh von 4:30 bis 6:00 Uhr ziehen mehrere Gewitter über die Gemarkung, wobei ein Blitzschlag in die Breithardter Schafsherde fährt, die im Strinzer Feld steht. 23 Schafe werden getötet.
Quelle: Kleine Chronik des Ortes Hohenstein-Breithardt / Pfarrer Weinberger
  • Am 13. Juli 1892 kommt es zu einer blutigen Auseinandersetzung der beiden Strinzer Gesangvereine "Eintracht" und "Cecilia". (Quelle: Aarbote vom 15. Juli 1892) (Siehe auch unter: Kampf der Gesangvereine)

1893

Obrigkeiten

Pfarrer: Ernst Schilp

Bürgermeister: August Schmidt

Lehrer: Julius Emil Schlicht

Ereignisse

  • Der ehemalige Schullehrer Ferger stirbt im Alter von 68 Jahren. Auf seinem Sandstein Grabstein steht geschrieben: SEI GETREU BIS IN DEN TOD, SO WILL ICH DIR DIE KRONE DES LEBENS GEBEN
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 116

Reichstagswahl

FrVG = 63 Stimmen / AS = 43 Stimmen / SPD = 26 Stimmen / FrVP = 14 Stimmen

Quelle: Die Hessen als Reichstagswähler / 1990

1894

Obrigkeiten

Pfarrer: Ernst Schilp

Bürgermeister: August Schmidt

Lehrer: Julius Emil Schlicht

Statistik

Schülerzahl: 79

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 116

Ereignisse

  • August Weidnau, der im deutsch-französischen Krieg 1870-1871 einmal als Kavallerist die Seine in Frankreich durchschwommen hat, stirbt im Alter von 46 Jahren.

Seine Wittwe lässt folgenden Spruch auf seinen Grabstein setzen:

WER SO WIE DU FÜR VATERLAND GELITTEN UND GESTRITTEN HAT

DER STARB UNS NICHT IM HERZEN FREMD SEIN NAME EINE STATT

1895

Obrigkeiten

Pfarrer: Ernst Schilp

Bürgermeister: August Schmidt

Lehrer: Julius Emil Schlicht

Statistik

Einwohner: 378 davon 99% evangelischen Glaubens.

Ereignisse

  • Streitigkeiten im Männergesangsverein "Eintracht" führen zur Spaltung des Vereins. Ursache für diese Querelen ist, dass ein Teil der Sänger gerne den neu eingesetzten Schulleiter Julius Emil Schlicht als Chorleiter möchten, der andere Teil aber den bisherigen Chorleiter behalten wollte. Schließlich einigen sich die erhitzten Gemüter zum Wohle des Vereins und konnten unter dem Dirigenten Karl Wahl weitermusizieren.
Quelle: Festschrift 100 Jahre MGV Eintracht 1891 / 1991



1896

Obrigkeiten

Pfarrer: Ernst Schilp

Bürgermeister: August Schmidt

Lehrer: Julius Emil Schlicht

Statistik

Schülerzahl: 74

(Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 116)

Aus der Kirchenchronik

Sehr erfreut sind wir darüber, dass die Bemühungen des Herrn Landrats von Koller bezüglich des Baues der Scheidertalstraße von Erfolg zu werden scheinen. Die Gemeinden StM, Hennethal, Daisbach, Kettenbach und Michelbach haben sich darüber geeinigt, dass die Strecke von StM bis an die Aarstraße bei Station Kettenbach gebaut wird. Der Communalverband gibt 70% der Kosten.

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 10
Kirchensiegel von 1896
Kirchensiegel von 1896

1897

Obrigkeiten

Pfarrer: Ernst Schilp

Bürgermeister: August Schmidt

Lehrer: Julius Emil Schlicht

Ereignisse

  • Die zwei Gesangsvereine feiern eine Doppelfahnenweihe. Pfarrer Schilp hält die Festrede. Leider ist das Fest total verregnet.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 10
  • StM hat einen Selbstmord zu verzeichnen. Es ist der "Balgtreter" Adam Gruber der sich an der Strinzer Pfarrscheune erhängt.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 10

Reichstagswahl

FrVP = 72 Stimmen / NL = 29 Stimmen / SPD = 6 Stimmen

Quelle: Die Hessen als Reichstagswähler / 1990

1898

Obrigkeiten

Pfarrer: Ernst Schilp

Bürgermeister: August Schmidt

Lehrer: Julius Emil Schlicht

Statistik

Schülerzahl: 70

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 116

Bekannte Namensformen

Strinzmargarethae

Ereignisse

  • Reparatur der Schulscheuer. Außerdem wird diese um einen Stock erhöht.
Quelle: Alte Strinzer Chronik
  • Gründung einer Dreschgesellschaft als Aktiengesellschaft mit 15 Aktionären zum Kauf und Betrieb einer Dreschmaschine und einer immobilen Dampfmaschine in Weinheim/Baden für 8.000 Mark. Maschinist und Maschinenführer ist Wilhelm Diefenbach I.
Quelle: Alte Strinzer Chronik
  • Der Regierungspräsident gibt im Amtsblatt bekannt, dass nach einer Erörterung der Ableitung und fachlichen Richtigkeit die Schreibweise Strinzmargarethae die richtige sei.
Quelle: Alte Strinzer Chronik

Reichstagswahl

FrVP = 81 Stimmen / DRP = 30 Stimmen / SPD = 12 Stimmen

Quelle: Die Hessen als Reichstagswähler / 1990

1899

Obrigkeiten

Pfarrer: Ernst Schilp

Bürgermeister: August Schmidt

Lehrer: Julius Emil Schlicht

Ereignisse

  • Durch Blitzschlag brennt die Scheune der Frau Christmann im Unterdorf gegenüber der Kirche ab. Die 1891 angeschaffte Feuerspritze bewährt sich gut bei den Löscharbeiten.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Chronik der Freiwilligen Feuerwehr, 2009
  • Für den Bau eines ca. 2,9 km langen Teilstücks der Scheidertalstraße zwischen StM und Hennethal werden 225 Cementrohre frei Baustelle geliefert.
Quelle: Tonindustrie-Zeitung und Keramische Rundschau, Band 23, Teil 1 / 1899