Nach einer Kriegstagung des MGV "Eintracht" kommt das Vereinsleben zum Erliegen. Grund hierfür ist, dass achtzehn Mitglieder aktiv am Kriegsgeschehen teilnehmen.
Quelle: Festschrift 100 Jahr MGV Eintracht 1891 / 1991
Die Gemeinde wird aufgefordert, zur Erneuerung der Schulbänke die entsprechenden Geldmittel im Etat 1915 vorzusehen. Bürgermeister Schmidt bittet, dass die Anschaffung der Bänke um ein Jahr zurückgestellt wird, da es durch den Krieg viele unvorhergesehene Ausgaben gibt und die Holzeinnahmen beinahe 2000 Mark unter dem Anschlag geblieben sind.
Quelle: Hessisches Staatsarchiv / WiesbadenNach der Schlacht am Chemin de Dames
Ereignisse in chronologischer Reihenfolge
Februar 1915
Von heute ab sämtliche Getreidevorräte und Mehl beschlagnahmt.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 14, Kirchenchronik
Februar 1915
Adolf Christmann fällt als erster Strinzer Soldat im 1. Weltkrieg
(Siehe auch unter: Tod am Mont Tetu)
8. Februar 1915
Adolf Christmann, unser Nachbar ist in Frankreich gefallen. Großer Jammer.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 14, Kirchenchronik
23. Februar 1915
Weitere Musterungen älterer Jahrgänge. Von StM wird alles gezogen nur der Bäcker Hermann Bodenheimer wird seines Berufes wegen freigegeben.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 14, Kirchenchronik
5. März 1915
Heute ist endlich wieder einmal der Petroleum-Mann dagewesen, der schon lange erwartet war.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 15, Kirchenchronik
18. März 1915
Zwecks Erweiterung des Nachrichten- und Kundschafterwesens im Falle der Bedrohung und Einschließung der Festung Mainz wird das Gouvernement dieser Festung vorsorglich mit den Bürgermeistern in unmittelbare Verbindung treten. Die bezüglichen Verhandlungen sind streng vertraulich zu behandeln.
Quelle: Mobilmachungsmappe der Gemeinde Breithardt
25. März 1915
Adressensammelnde Vereine, Firmen, Verbände usw. werden ersucht, über die im Felde stehenden Personen keine Angaben von den Truppenverbänden und Heereskörpern zu machen.
Quelle: Mobilmachungsmappe der Gemeinde Breithardt
29. März 1915
Lehrer Helwig aus Hambach hält abends 8 Uhr in der Gastwirtschaft zum Löwen einen Vortrag über die Kriegsernährung.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 15, Kirchenchronik
April 1915
Von heute ab schlachtfreie Schweine beschlagnahmt.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 15, Kirchenchronik
12. April 1915
3 Soldatengespanne zum Hafersäen im Ort.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 15, Kirchenchronik
Mai 1915
Nachts um 2:45 Uhr fliegt ein Zeppelin über dem Pfarrhause nach Breithardt zu.
Quelle: Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 15, Kirchenchronik
16.Mai 1915
Moritz Heinzemann fällt.
24.06.1915
5 französische Kriegsgefangene kommen zum Arbeiten ins Dorf.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 15, Kirchenchronik
Mai 1915
18 französische Kriegsgefangene kommen zum Arbeiten ins Dorf.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 15, Kirchenchronik
Juni 1915
Willi Hertling fällt (genaues Datum noch recherchieren)
16. Juli 1915
A. Gräter fällt.
August 1915
Mit dem Gottesdienst das Gedächtnis für den gefallenen Moritz Heinzemann verbunden; desgleichen die Erinnerung daran, dass der Krieg nun in das 2. Jahr geht. Die Vereine sind mit ihren Fahnen in der Kirche.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 14, Kirchenchronik
18. August 1915
Kowno (Polen) gefallen. Die Fahne wird aufgehängt und vor und nach 1 Uhr mittags je einmal mit beiden Glocken geläutet; abends sind zwei der hiesigen französischen Kriegsgefangenen entwichen, von den Michelbacher Gendarmen aber wieder ergriffen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 15, Kirchenchronik
03. Oktober 1915
Beteiligung der Schuljugend an dem Einsammeln der sogenannten Wildfrüchte, Hagebutten, Bucheckern, Eicheln und Schlehen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 14, Kirchenchronik
21. Oktober 1915
W. Hankammer fällt.
04. November 1915
Wir (Red.: Pfarrer Schilp) erhalten heute die erste Karte unseres Sohnes Ernst (Leutnant) aus seiner Gefangenschaft in Russland.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 15, Kirchenchronik
04. Dezember 1915
Die Gemeinde liefert heute Hafer für das Heer. Es ist die 2. Lieferung für diesen Herbst.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 14, Kirchenchronik
1916
Obrigkeiten
Pfarrer: Ernst Schilp
Bürgermeister: August Schmidt
Lehrer: Julius Emil Schlicht
Karl Heiler an der Front
Ereignisse
03. Januar 1916
Es wird wieder Petroleum verteilt.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 15, Kirchenchronik
13. Januar 1916
Es wird wieder Petroleum verteilt.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 15, Kirchenchronik
23. Januar 1916
Messung des Nussbaumes auf dem Friedhof zu Niederlibbach, wegen Beschlagnahme der Nussbäume.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
08. Februar 1916
Reinhard Walter fällt. Er diente beim Landwehr Infanterie Regiment Nr. 80, 3. Kompanie. Sein Dienstgrad: Gefreiter
Grabstein Reinhard Walter in StM.
11. Februar 1916
Die Gemeinde liefert Kartoffeln nach Wiesbaden.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
20. Februar 1916
Versammlung in der Schule. Die Leute sollen noch eine Menge Korn und Hafer liefern. Die betreffende Frucht ist teilweise gar nicht gewachsen, während vielleicht einige Leute auch Frucht verfüttert haben.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
27. Februar 1916
Nachmittags vernehmen wir die Luftwellen von dem Artilleriefeuer bei Verdun.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
März 1916
Typhus im Ort
Quelle: Feldpostbrief
13. März 1916
Wir bekommen einen Sack Mais für die Hühner.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 15, Kirchenchronik
24. März 1916
Mittags liefern wir unser Kupfer und Messing ab.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
02. April 1916
Es findet eine Granatennagelung zu Gunsten der Kriegshinterbliebenen und -verwundeten statt.
(Quelle: Sammelbuch, Archiv der Gemeinde Hohenstein)
(Siehe auch unter Granatennagelung)
18. April 1916
Fast die ganze Franzosenmannschaft muss mit den Gemeindemitgliedern an den Wegen in der Gemarkung arbeiten helfen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 15, Kirchenchronik
22. April 1916
Die Gemeinde liefert 350 Zentner Kartoffeln für Frankfurt nach Station Kettenbach.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
24. April 1916
An der Konfirmationsfeier nehmen ein paar französische Kriegsgefangene teil, worüber ich (Red.: Pfarrer Schilp) mich sehr gefreut habe.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
25. Mai 1916
Es werden Karten für Seife ausgegeben.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 15, Kirchenchronik
05.Juni 1916
Wilhelm Müller fällt
09. Juni 1916
Es findet wieder eine Granatennagelung zu Gunsten der Kriegshinterbliebenen und -verwundeten statt.
(Quelle: Sammelbuch, Archiv der Gemeinde Hohenstein)
(Siehe auch unter: Granatennagelung)
10. Juni 1916
Die Leute geben in der Schule ihre Ernteflächen an
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
11. Juni 1916
Französische Gefangene, die in Niederlibbach bei Gastwirt August Kimpel liegen, arbeiten an der Aufstellung der Masten für die elektrische Überlandstrom-Licht- und Kraftanlage.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16/17, Kirchenchronik
18. Juni 1916
Die Bewohner müssen in der Schule ihre Buttererträge angeben.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 15, Kirchenchronik
19. Juni 1916
Auf dem Kirchenberg werden die Masten für die elektrische Strom- und Lichtanlage gestellt.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 17, Kirchenchronik
27. Juni 1916
Es werden Karten für Gries und Seifenersatz ausgegeben.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 15, Kirchenchronik
07. Juli 1916
Es findet wieder eine Granatennagelung zu Gunsten der Kriegshinterbliebenen und -verwundeten statt.
(Quelle: Sammelbuch, Archiv der Gemeinde Hohenstein)
(Siehe auch unter: Granatennagelung)
17. Juli 1916
Es wird Einmachzucker abgegeben für 2 Mark pro Person.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
1. August 1916
Nachmittags Gang in die Häuser wegen Kriegsanleihen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 17, Kirchenchronik
August 1916
Der Gendarm macht die Runde im Dorf wegen Butter.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 17, Kirchenchronik
August 1916
Moritz Schneider fällt.
10. August 1916
Eine Ziege wird mit 75 Mark bezahlt. Der Vorkriegspreis lag zwischen 15 - 20 Mark.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 17, Kirchenchronik
Es findet wieder eine Granatennagelung zu Gunsten der Kriegshinterbliebenen und -verwundeten statt.
(Quelle: Sammelbuch, Archiv der Gemeinde Hohenstein)
(Siehe auch unter Granatennagelung)
28. August 1916
In der Gemeinde wird Kleie für das Vieh verteilt.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
8. September 1916
Reinhard Wahl fällt in Frankreich bei Roy.
10. September 1916
Zum Gottesdienst und zur Christenlehre ist niemand erschienen, da die Leute wegen des sehr günstigen Wetters von heute bereits am Morgen an das Grummet gegangen sind.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
21. September 1916
Es findet wieder eine Granatennagelung zu Gunsten der Kriegshinterbliebenen und -verwundeten statt.
(Quelle: Sammelbuch, Archiv der Gemeinde Hohenstein)
(Siehe auch unter: Granatennagelung)
28. September 1916
Es wird wieder Zucker in der Gemeinde verteilt, für 3 Mark pro Person.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
10. Oktober 1916
Es wird Salz in der Gemeinde verteilt.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
12. Oktober 1916
Es werden die neuen Mahlscheine ausgegeben.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
25., 27., 28. Oktober 1916
Die Schulkinder sammeln unter Aufsicht des Lehrers Schlicht Bucheckern.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
03. November 1916
Pro Person und Woche werden nur noch 90 Gramm Butter zugestanden.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
11. Dezember 1916
Wir (Red.: Familie Schilp) bekommen von privater Seite von Wehen und Wiesbaden noch 7 und 10 Schoppen (1 Schoppen = 1/2 Liter) Petroleum, sonst hätten wir im Finsteren sitzen müssen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
15. November 1916
Die Drähte an der elektrischen Kraftstoffleitung werden angemacht. Gefangene Franzosen sind die Arbeiter dabei.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 17, Kirchenchronik
2. Dezember 1916
Die Vorräte an Kohlraben werden aufgenommen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 17, Kirchenchronik
15. Dezember 1916
Wir erhalten abends, durch die deutsch-amerikanische Petroleum-Gesellschaft 20 Liter Petroleum zu je 20 Pfennig. Auch die Gemeinde bekommt Petroleum geliefert.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
16. Dezember 1916
Das tags zuvor gelieferte Petroleum wird an die Gemeindemitglieder abgegeben.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 16, Kirchenchronik
Ab sofort dürfen keine Kohlraben mehr verfüttert werden.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 17, Kirchenchronik
1917
Pfarrer: Ernst Schilp / Es wird auch ein Pfarrer Gail erwähnt
Bürgermeister: August Schmidt
Lehrer: Julius Emil Schlicht
August Hankammer an der Front
Ereignisse in chronologischer Reihenfolge
10 Januar 1917
Die Zinnprospektpfeifen an den Orgeln werden beschlagnahmt.
(Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 17, Kirchenchronik)
(Siehe auch unter Ausgepfiffen)
14. Januar 1917
Gemeindeversammlung in der Schule. Die Leute müssen Ihren täglichen Milchertrag angeben.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 17, Kirchenchronik
16. Januar 1917
Die Gemeinde liefert wieder Hafer nach Station Kettenbach.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 17, Kirchenchronik
21. Januar 1917
In der Schule soll angegeben werden, was noch an Kleie geliefert werden kann.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 17, Kirchenchronik
05. Februar 1917
Wir (Red.: Pfarrer Schilp) schlachten beide Schweine, von denen das eine bloß 75 Pfd. und das andere nur 96 Pfd. wiegt, da die armen Tiere nicht besser gefüttert werden konnten, weil es an Futter fehlt und Kartoffel nicht gefüttert werden dürfen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 19, Kirchenchronik
27. Februar 1917
Es werden 11 Zentner Zucker in der Gemeinde verteilt. Wir (Red.: Pfarrer Schilp) bekommen auf 5 Personen 14 Pfd.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 17, Kirchenchronik
März 1917
Die Frühjahrsbestellung hat glücklich erledigt werden können. Das Feld hat sich gut gebaut. Das Kartoffelsetzen verzögerte sich durch Regenwetter allerdings etwas, machte sich dann aber sehr schön.
Quelle: Evangelischer Kirchenbote für den Synodalkreis Kirberg / Nr. 2, September 1917
04. April 1917
Die Gemeinde soll noch über 800 Zentner Kartoffeln liefern, wir selbst noch 880 Pfd. Es bleibt uns fast nichts übrig.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 17, Kirchenchronik
17. April 1917
Es wird Petroleum ausgegeben. Wir bekommen 1 Liter.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 17, Kirchenchronik
12. Mai 1917
T..lieferung an die Gemeinde
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 17, Kirchenchronik
16. Mai 1917
Karl Wahl hat sich mit seinem Rasiermesser den Hals tief durchgeschnitten und ist gegen 17:00 Uhr tot aufgefunden worden.
(Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 19, Kirchenchronik)
(Siehe hierzu auch unter: Die Qual der Wahl(s))
26. Juni 1917
Abends habe ich mit Schmied Wilhelm Klein die Prospektpfeifen aus der Orgel herausgenommen.
(Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 18, Kirchenchronik)
(Siehe auch unter: Ausgepfiffen)
30. Juni 1917
Die Orgelpfeifen gehen morgens durch Gastwirt August Schneider ans Landratsamt in Langenschwalbach
(Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 18, Kirchenchronik)
(Siehe auch unter: Ausgepfiffen)
07. Juli 1917
Das Landratsamt sendet den Auftrag zum Abbau der Kirchenglocken
(Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 18, Kirchenchronik)
(Siehe auch unter: Glockenspiel 1)
08. Juli 1917
18:00, Sitzung wegen der großen Glocken, die an die Heeresverwaltung abgegeben werden müssen
(Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 18, Kirchenchronik)
(Siehe auch unter: Glockenspiel 1)
13. Juli 1917
Nachmittags Gang zum Landratsamt Langeschwalbach wegen der großen Glocken. Die Gemeindemitglieder wollen dieselben nicht fortlassen. Abschlägiger Bescheid.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 18, Kirchenchronik
(Siehe auch unter: Glockenspiel 1)
14. Juli 1917
Herr Bürgermeister August Schmidt geht auch noch einmal wegen der großen Glocken nach Langenschwalbach: Wieder abschlägiger Bescheid.
(Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 18, Kirchenchronik)
(Siehe auch unter: Glockenspiel)
15. Juli 1917
Die beiden großen Glocken heute zum letzten Mal zum Gottesdienst geläutet.
Abends 20:15 Uhr Geläut mit beiden Glocken zum Abschied
(Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 18, Kirchenchronik)
(Siehe auch unter: Glockenspiel 1)
16. Juli 1917
Schmied Wilhelm Klein mit Geselle und Zimmermann Karl Schäfert bauen morgens die großen Glocken aus. Sie wiegen 653 kg.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 18, Kirchenchronik
17. Juli 1917
Die Polizei- und Gemeindebehörden werden angewiesen, glaubwürdige Nachrichten über Fliegerangriffe sofort und ohne Innehaltung des vorgeschriebenen Dienstweges zu melden.
Quelle: Mobilmachungsmappe der Gemeinde Breithardt
Karl Baum fährt die Glocken nach Idstein.
(Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 18, Kirchenchronik)
(Siehe auch unter: Glockenspiel 1)
30. Juli 1917
Für die Ernteverhältnisse war die Zeit bis zum letzten Montag, 30. Juli 1917, schließlich eine recht besorgte Zeit geworden, da nach wie vor der Regen ausblieb. Korn und Weizen konnten ja so schön ausreifen und ersteres gut gemäht und aufgebunden, zu einem kleinen Teil auch eingefahren werden; aber Hafer und Gerste wuchsen nicht entsprechend weiter und machten eine Notreife durch.
Das zuletzt gesetzte Gemüse hatte Not, sich am Leben zu erhalten und allenthalben machte sich der Gedanke geltend, dass es unter diesen Umständen mit dem Gemüse dieses Jahr nichts würde.
Auch für die Kartoffeln, die früher glanzvolles versprachen, wurden große Befürchtungen laut.
Erfreulicherweise ist Montag, den 30. Juli, sinniger und reichlicher Regen eingetreten, sodass man wieder neue Hoffnung die Herzen zu erfüllen mag.
Auch das Obst kann sich nun weiter schön entwickeln.
Die Bauersleute nützen die nassen Tage fleißig aus, um die abgeernteten Äcker umzupflügen und noch für Futter für den Herbst zu sorgen, da der zweite Klee infolge der Trockenheit bis jetzt fast ganz versagt hatte.
Quelle: Evangelischer Kirchenbote für den Synodalkreis Kirberg / Nr. 2, September 1917
August 1917
Der von hier gebürtige Schlosser Adolf Deuser, z. Zt. wohnhaft gewesen mit seiner Familie in Wiesbaden, ist in der letzten Woche leider durch einen Unfall beim Heere um sein Leben gekommen. Er war von der Stadt aus reklamiert und wäre also in nächster Zeit zurückgekommen.
Quelle: Evangelischer Kirchenbote für den Synodalkreis Kirberg / Nr. 1, August 1917
Der Gefreite Adolf Kadesch von hier, z. Zt. in Rumänien, ist mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden.
Quelle: Evangelischer Kirchenbote für den Synodalkreis Kirberg / Nr. 1, August 1917
Für die Kreissynode wurden die beiden früheren weltlichen Mitglieder derselben aus dem hiesigen Kirchspiel, Bürgermeister Schmidt/StM und Bürgermeister a. D. Christmann/Niederlibbach wiedergewählt.
Quelle: Evangelischer Kirchenbote für den Synodalkreis Kirberg / Nr. 1, August 1917
6. September 1917
Emil Faust fällt
Oktober 1917
Das durch den Oktober niedergegangenen Schnee im Walde niedergerissene Bauwerk wurde in der Gemeinde StM den Gemeindemitgliedern zur unentgeltliche Nutzbarmachung überwiesen. So wurde eine ganze Anzahl von Tagen gemeinschaftlich von interessierten Gemeindemitgliedern im Walde gearbeitet und viel Holz heimgefahren. Gleichwohl befindet sich noch eine Menge zerbrochenen oder umgerissenen Gehölzes im Wald. Bei der bestehenden Teuerung der Brennmaterialien wird es später noch manchen guten Dienst leisten und den Gemeindemitgliedern mit über die Not der Zeit hinaushelfen können.
(Evangelischer Kirchenbote für den Synodalkreis Kirberg / Nr. 6, Januar 1918 / Pfarrer Gail)
10. Oktober 1917
Wilhelm Hankammer fällt
14. Oktober 1917
Der Missionar Stahl von der Baseler Mission in Kamerun hält in der Kirche einen Gottesdienst ab, um den Gemeindemitgliedern über das Geschick der Missionare, sowie der in Kamerun ansässig gewesenen sonstigen deutschen Volksgenossen und das Missionswerk daselbst bei Ausbruch des Krieges eine orientierende Darstellung zu geben. Dabei wurden für 19,40 Mark Missionsschriften an die Gemeindemitglieder verkauft. Hoffentlich haben die Gemeindemitglieder einen rechten Segen von dem Ganzen gehabt und die Schmach und das furchtbare Leiden tief mitempfunden, das unsere Volksgenossen haben erdulden müssen.
Quelle: Evangelischer Gemeindebote für den Synodalkreis Kirberg, Nr. 6, Jan. 1918
29. Oktober 1917
Die Wolle an den Staat abgeliefert durch einen Juden namens Meyer von Kettenbach.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 18, Kirchenchronik
November 1917
Anfangs November wurde die Futtergewächse noch eingeerntet, soweit das zuvor der Witterung und der durch den Krieg bedingten Arbeitsverhältnisse wegen nicht hatte erfolgen können. Daneben setzte die Dreschmaschine ihr Werk ein, um das Brotgetreide und die für das Heer erforderliche Frucht frei zu machen. Auch wurde noch fleißig auf dem Felde geackert.
Quelle: Evangelischer Kirchenbote für den Synodalkreis Kirberg / Nr. 6, Januar 1918 / Pfarrer Gail
Im Ganzen ist es z. Zt. eine wahre Freude, die Ländereien mit ihren Gewächsen zu sehen. Das Korn steht zum Teil wie gemalt, die Kleeacker sind dicht mit hohen Futterbeständen und die Wiesen lassen eine reiche Heuernte erhoffen. Für Hafer und Gerste wäre Regen erwünscht.
Quelle: Evangelischer Kirchenbote für den Synodalkreis Kirberg / Nr. 2, September 1917
9. November 1917
Der Herr Landrat hält um 16:00 Uhr in der Schule Sprechstunde ab.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 18, Kirchenchronik
30. November 1917
Grenadier Wilhelm Fuhr vom Leibgrenadierregiment 109, jüngster Sohn des Wagners Fuhr, von Beruf Bäcker, geboren 4. Mai 1896, ist in den Kämpfen bei Cambrai am 30. November 1917 gefallen. Wenn möglich soll er heimgebracht und in heimatlicher Erde bestattet werden.
Quelle: Evangelischer Kirchenbote für den Synodalkreis Kirberg / Nr. 6, Januar 1918
3. Dezember 1917
In der Nacht vom 2. auf den 3. Dezember hat der Winter mit Schneefall erneut Einzug gehalten und der Arbeit draußen auf dem Felde und in den Wiesen ein vorläufiges Ziel gesetzt.
Quelle: Evangelischer Kirchenbote für den Synodalkreis Kirberg / Nr. 6, Januar 1918 / Pfarrer Gail
16. Dezember 1917
Die Kohlen für die Kirche sind alle geworden. Wir haben nur noch eine Kleinigkeit Petroleum und sitzen im Dunkel.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 19, Kirchenchronik
18. Dezember 1917
Abends kommt endlich der Petroleum-Wagen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 19, Kirchenchronik
19. Dezember 1917
Petroleum-Ausgabe. Wir bekommen bloß 5 Schoppen (1 Schoppen = 1/2 Liter).
Der Schmied Wilhelm Klein verteilt etwas Karbid zur Beleuchtung mit entsprechenden Lämpchen. Wir sitzen dunkel und müssen ganz früh zu Bett gehen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 19, Kirchenchronik
28. Dezember 1917
Gemeindeversammlung in der Schule wegen Kartoffellieferung.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 19, Kirchenchronik
Ereignisse, die zeitlich nicht genau zugeordnet werden können.
Der früher bei Heinrich Funk dahier in Erziehung und Pflege gewesene Heinrich May aus Frankfurt ist bei Verdun gefallen.
Quelle: Evangelischer Kirchenbote für den Synodalkreis
Rudolf Heinzemann ist in Rumänien (Foesani-Gegend) durch ein Fliegergeschoss verwundet worden. Ihm wurde der Unterkiefer zerschmettert.
Quelle: Evangelischer Kirchenbote für den Synodalkreis Kirberg / Nr. 4, November 1917 / Pfarrer Schilp
1918
Obrigkeiten
Pfarrer: Ernst Schilp
Bürgermeister: August Schmidt
Lehrer: Julius Emil Schlicht
Ereignisse
Januar 1918
Anstelle des verstorbenen Kirchenvorstehers Adolf Weber wurde der seither der größeren kirchlichen Gemeindevertretung angehörige Landwirt Heinrich Funk zum Kirchenvorsteher gewählt.
Quelle: Evangelischer Kirchenbote für den Synodalkreis Kirberg / Nr. 6, Januar 1918
2. Januar 1918
Die Leute im Ort und die Kriegsgefangenen müssen Holz fällen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 19, Kirchenchronik
13. Januar 1918
Der Gottesdienst muss in der Schule abgehalten werden, da wir keine Kohle mehr für den Kirchenofen haben.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 19, Kirchenchronik
24. Januar 1918
Die Pferde müssen nach Langenschwalbach zur Musterung.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 19, Kirchenchronik
27. Januar 1918
Kaisergeburtstagsfeier
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 19, Kirchenchronik
15. Februar 1918
Die Fruchtvorräte werden nachgemessen durch den Herrn Wachtmeister.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 19/20, Kirchenchronik
24. März 1918
Umfrage in der Gemeinde wegen der 8. Kriegsanleihe.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 20, Kirchenchronik
20. Juni 1918
Der letzte Hafer der Gemeinde, etwa 8 Zentner, wird heute abgeliefert
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 20, Kirchenchronik
25. Juni 1918
A. Deuser fällt
20. Juli 1918
Es wird etwas Futtermehl verteilt. Wir bekommen für unsere Kuh 4 Pfd.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 20, Kirchenchronik
31. Juli 1918
Morgens , ca. 09:30 Uhr werfen feindliche Flieger nach Steckenroth zu Bomben ab, die aber keinen Schaden angerichtet haben.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 20, Kirchenchronik
6. August 1918
August Ziß ist aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt. Bei den aufgelösten Verhältnissen in Russland hat er sich einfach davongemacht.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 20, Kirchenchronik
25. September 1918
Fliegeralarm in Mainz und Wiesbaden, der eine ganze Anzahl an Opfern fordert.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 20, Kirchenchronik
6. Oktober 1918
Günstiger Tag, aber politisch für uns schwarz wie die Nacht. Wir werden anscheinend einen schmachvollen Frieden bekommen. Nachmittags: Niemand zeichnet Kriegsanleihen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 20, Kirchenchronik
9. Oktober 1918
Wir sammeln uns am Nachmittag eine Anzahl Pfd. Eicheln als Schweinefutter.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 20, Kirchenchronik
10. Oktober 1918
W. Hankammer fällt
11. November 1918
Ende des Ersten Weltkrieges.
78 Strinzer haben am Krieg teilgenommen.
12 Gefallene sind zu beklagen.
StM gehört ab sofort zur französischen Besatzungszone - Brückenkopf Mainz.