Zum Inhalt springen
Strinz-Margarethä Chronik

Chronik nach Jahren

1933 bis 1945

13 überlieferte Jahre, 228 Einträge

1933

Obrigkeiten

Pfarrer: Ernst Schilp

Bürgermeister: Adolf Weber

Lehrer: Fritz Schmidt

Statistik

Einwohner: 353

Anzahl der Schüler: 68

Allgemeine Ereignisse

  • Es kommt vermehrt zu Diebstählen in den Landgemeinden. Aus Kostengründen wurde in den Landgemeinden vielfältig auf einen Nachtwächter verzichtet. Der Vorsitzende des Kreisausschusses, Dr. Pollak, empfiehlt diesen Gemeinden im Interesse der Sicherheit des Eigentums einen Nachtwachdienst im Wege der Fronde einzurichten.
Quelle: Schreiben des Kreisausschusses vom 16. 01.1933 / Archiv der Gemeinde Hohenstein

Ereignisse

  • Auf dem Waldsportplatz findet ein Gerätewettkampf zwischen den Turnvereinen Strinz-Margarethä, Hennethal und Wingsbach statt. Der TV 1904 erzielt in der Mannschaftswertung 518, die beiden anderen Vereine 464 Punkte. Die höchste Punktzahl in der Einzelwertung erzielt Karl Hanson vom TV 1904 mit 150 Punkten.
Quelle: Vereinschronik des TV 1904
  • Gründung eines vereinseigenen Spielmannszugs des TV 1904.
Quelle: Vereinschronik des TV 1904
  • Bürgermeister Weber wird am 12. März als Spitzenkandidat der NSDAP in den Kreistag gewählt. Später erhält er noch die Ämter des Kreisbauernführers und des stellvertretenden Leiters des Wirtschaftsamtes in Bad Schwalbach. Sein Bruder Ludwig wird Ortsbauernführer, sein Sohn Richard Ortsgruppenleiter der Partei.
Quelle: Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 124
  • Der Gemeindevorstand beschließt die Anhebung der Steuern für das Rechnungsjahr 1933 wie folgt: 150 % Zuschlag zur staatlichen Grundversorgung I + II. 150% Zuschlag zur Gewerbesteuer, 300% Bürgersteuer. Sonstige Abgaben: 10 RM je Familie an Wassergeld und 1 RM Wassergeld für je Stück Großvieh.
Quelle: Beschluss des Gemeindevorstandes vom 10.09.1933 / Archiv der Gemeinde Hohenstein

Reichstagswahl

NSDAP = 220 Stimmen / KSWR = 2 Stimmen

Quelle: Die Hessen als Reichstagswähler / 1990
Strinzer Spielmannszug
Strinzer Spielmannszug
Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä

Am Hiese Stein (Der Stein hieß so, da er vor dem Grundstück der Familie Hies lag / Ecke Scheidertalstraße/Friedhofstraße)

V.l.n.r.: Hermann Rücker, August Hankammer, August Kaiper (Kaiper`s Onkel), Karl Stößinger, August Schneider, Gustav Gräter, Wilhelm Heiler (Heilers Schuster), Karoline Schneider.

1934

Obrigkeiten

Pfarrer: Ernst Schilp; Meneke (Vertretung aus Trinitatis), Schmidt (Vertretung aus Breithardt)

Bürgermeister: Adolf Weber

Lehrer: Fritz Schmidt

Statistik

Anzahl der Schüler: 63

Ereignisse

  • Abschaffung der Pflichtfeuerwehr und Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in der heutigen Scheidertalstraße 36. Adolf Hankammer wird von Bürgermeister Weber auf Grund des Gesetzes über das Feuerlöschwesen vom 15.12.1933 zum Führer der Freiwilligen Feuerwehr ernannt und mit der Gründung der Wehr und Berufung des Führerrates beauftragt. Es ist ein sonniger Tag. Zu der vom Bürgermeister einberufenen Versammlung sind 30 Bürger des Ortes erschienen und erklären ihren Eintritt. Adolf Hankammer ernennt Richard Weber zum Stellvertreter, Willi Fuhr zum Schriftführer und Kassenwart, August Klein zum Gerätewart und Willi Egert, Adolf Guckes und Karl Hanson zu Zugführern. Jedes Gründungsmitglied erhält 2 Flaschen Bier.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr StM / 2009, Hessisches Staatsarchiv
  • Die Gemeinde wird aufgefordert, ein Niederschriftsbuch zur Dokumentation der Gemeindeentschließungen anzuschaffen und zu führen.
Quelle: Schreiben des Landrates vom 21. Juli 1934, Archiv der Gemeinde Hohenstein
  • Die Eberhaltung von StM liegt seit 50 Jahren in den Händen des Landwirts und Bürgermeister Adolf Weber bzw. dessen verstorbenen Vaters.
Quelle: Hess. Staatsarchiv, Wiesbaden
  • Auf Druck der Partei wird Adolf Hitler, mit einstimmigem Beschluss, zum Ehrenbürger von StM ernannt.
Quelle: Niederschriftsbuch über die Beratungen der Gemeinde

Strinzer Motorradgang

Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä

1935

Obrigkeiten

Pfarrer: Meneke (Vertretung aus Trinitatis); Schmidt (Vertretung aus Breithardt)

Bürgermeister: Adolf Weber

Lehrer: Fritz Schmidt

Statistik

Im Auftrag der NSDAP wurde eine umfangreiche Statistik über den Ort angefertigt.

(Siehe auch unter: 1935)

Ereignisse

  • Die Strinzer Feuerwehr beschafft 1 Tragkraftspritze (TS 4, Pumpenleistung 400 Liter/min) mit entsprechendem Zubehör.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr StM / 2009
  • Der Männergesangsverein hält zum 1. Mal ein Konzert in der Strinzer Kirche.
Quelle: Schulchronik / Alte Strinzer Chronik, Band 2, Seite 31
  • Die Gemeinde erstellt eine statistische Erhebung zur Standorterforschung für StM.
Quelle: Stat. Erhebung, 1935 / Archiv der Gemeinde Hohenstein
Schulklasse
Schulklasse
Straßenbauarbeiten 1935
Straßenbauarbeiten 1935

1936

Obrigkeiten

Pfarrer: Walter Maus; Meneke (Vertretung aus Trinitatis); Schmidt (Vertretung aus Breithardt); Gottwald (Vertretung aus Kettenbach)

Bürgermeister: Adolf Weber

Lehrer: Fritz Schmidt

Ereignisse

  • Die Bauern des Ortes werden verpflichtet, ab sofort Ihre Erträge an den Reichsnährstand zu melden. (Siehe auch unter: Lückenlose Kontrolle)
  • Im Mai wird die Pfarrstelle mit dem mit dem Pfarrverwalter Maus besetzt. Er erteilt einige Wochen den Religionsunterricht. Aus politischen Gründen wird ihm die Weitererteilung untersagt. Der gesamte Religionsunterlicht liegt daraufhin wieder in den Händen des Lehrers. (Quelle: Schulchronik / Strinzer Chronik, Band 2, Seite 31) (Siehe auch unter: Pfarrer flieht in die Wehrmacht)
  • In der Satzung des TV 1904 wird festgelegt, dass bei jedem Vereinsmitglied am Hochzeittag Musik gespielt wird.
Quelle: Vereinschronik des TV 1904
  • Ausbau der bestehenden Milchgenossenschaft. Zu dieser gehören jetzt alle milchabliefernden Landwirte von Holzhausen, Breithardt, Strinz-Margarethä und Steckenroth. Die Milch wird ab sofort mit dem Auto von Fricke frühmorgens abgeholt und als Frischmilch nach Wiesbaden geliefert. Damit wurde den Bürgern die Möglichkeit gegeben nach Wiesbaden mitzufahren.
Quelle: Beiträge zur Geschichte Hohenstein-Breithardt, -Steckenroth und -Burg-Hohenstein / Pfarrer Weinberger / 1992
  • Umbau des ehemaligen Stallgebäudes des Pfarrhofes zu einem der ersten Gemeinderäume des Untertaunus.
  • Ein Sturm vernichtet 1.600 rm Holz im Strinzer Wald.
Quelle: Alte Strinzer Chronik
  • Bei Aufräumarbeiten auf dem Kirchenboden wird eine alte Christusfigur ohne Arme aufgefunden. Da eine Reparatur zu aufwändig erscheint, wird diese Figur dem Nassauischen Landesmuseum zum Kauf angeboten. Nach Begutachtung durch einen Spezialisten ist das Landesmuseum an einem Ankauf interessiert und bietet 100 RM für die Plastik. (Quelle: Hessisches Staatsarchiv Wiesbaden) (Siehe auch unter Strinzer Christus)
  • Zum ersten Mal können am 03. Oktober die Einwohner die Fahrt des aus Amerika heimkehrenden Zeppelins beobachten. Sein stahlblauer Rumpf hebt sich in Richtung Hennethal ab. (Quelle: Beiträge zur Geschichte Hohenstein-Breithardt, -Steckenroth und -Burg-Hohenstein / Pfarrer Weinberger / 1992) Anmerk. der Red: Es handelt sich dabei um das berühmte Luftschiff "Hindenburg", das vom 01. - 03. Oktober von Lakehurst (USA) nach Frankfurt unterwegs ist. Es benötigt eine Flugzeit von 58 Stunden und 2 Minuten. Die Hindenburg erlangt eine zweifelhafte Berühmtheit durch ihr Explosion im Jahre 1937 bei ihrem Landeanflug in Lakehurst (USA).
  • Leider war es im Schuljahr 1935/1936 nicht möglich, eine größere Schülerzahl der HJ zuzuführen, da die Eltern zu sehr die Kosten scheuen. Von dem 19 Schülern der oberen Jahrgänge gehörten an: dem Jungvolk 7 Jungen und dem BdM (Red.: Bund deutscher Mädchen) keine Schülerin. (Quelle Schulchronik / Alte Strinzer Chronik, Band 2, Seite 31)

Impressionen von 1936

Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä
Bei Schneiders Strinzer Turnerriege
Bei Schneiders Strinzer Turnerriege
Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä
Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä
Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä
Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä

1937

Obrigkeiten

Pfarrer: Walter Maus + Gottwald (Vertretung aus Kettenbach)

Bürgermeister: Adolf Weber

Lehrer: Fritz Schmidt; Johannes Buse

Statistik

Schülerzahl: 43

Quelle: Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 118

Allgemeine Ereignisse

  • Das Flaggschiff der deutschen Luftschiffflotte, die "Hindenburg", welches im Jahr zuvor noch über unserer Gemarkung zu sehen war, stürzt spektakulär beim Landeanflug in Lakehurst USA, in einem Feuerball, ab.

Ereignisse

  • Lehrer Schmidt hat durch Blumenpflege, Elternabende und größere Schulausflüge schöne Erinnerungen hinterlassen. Er heiratet die Tochter des Lehrers Theo Fischer aus Hennethal und kommt 1937 nach Wiesbaden wo er mehrere Jahre lang an einer Mittelschule unterrichtete. (Quelle: Hess. Staatarchiv Wiesbaden / Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 116) Aber es wurde auch mdl. überliefert, dass er den Nationalsozialisten die Behinderten des Ortes, im Gegensatz zum Bürgermeister, zwecks Sterilisierung, gemeldet haben soll. (mdl. Überlieferung, Name bekannt)
  • Neuer Lehrer in StM wird der Schulamtsbewerber Johannes Buse, geb. 1908 in Herrnkirch.
Quelle: Hess. Staatsarchiv, Wiesbaden
  • Da Lehrer Buse als Junggeselle nicht im Schulhaus wohnt bleibt die Lehrerdienstwohnung von 1937 bis 1943 unbewohnt. Nur die Hitlerjugend hält zeitweilig ihre Zusammen-künfte darin.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 121
  • Ein kleines Zimmer in der Schule dient ab 1937 einquartierten Truppen als Wachstube und Amtslokal.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 121
  • Der Reichsregierung wird der Plan für einen Schulneubau vorgelegt, welcher von dieser aber abgelehnt wird.
Quelle: Alte Strinzer Chronik
  • Eine Liste aus diesem Jahr belegt, dass hier in StM Maulwürfe gejagt wurden. (Quelle: Helmut Hartwig) (Siehe auch unter: Maulwurfjagd)
Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä

1938

Obrigkeiten

Pfarrer: Walter Maus + Gottwald (Vertretung aus Kettenbach)

Bürgermeister: Adolf Weber

Lehrer: Johannes Buse

Statistik

Schülerzahl: 43

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 118

Ereignisse

  • Auszug aus dem 2. Revisionsbericht des Kreisschulrates über den Schulamtsbewerber Johannes Buse vom 4.7.1938: "Als ich die Schule am 1. Oktober 1937 sah, machte die Klasse einen schlappen, äußerlich und innerlich undisziplinierten Eindruck. Haltung, Sprache, Bewegung, alles war lahm. Jetzt ist ein neuer Geist eingezogen. Die Kinder zeigen alle in ihren Bewegungen eine selbstsichere zuchtvolle Haltung.
Quelle: Hess. Staatsarchiv, Wiesbaden
  • Baubeginn eines Kindergartens in Strinz

Impressionen von 1938

Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä
Ausflug Strinzer Spielmannszug in Hausen
Ausflug Strinzer Spielmannszug in Hausen
Strinzer Spielmannszug in Ketternschwalbach
Strinzer Spielmannszug in Ketternschwalbach

1939

Obrigkeiten

Pfarrer: Walter Maus + Gottwald (Vertretung aus Kettenbach)

Bürgermeister: Adolf Weber

Lehrer: Johannes Buse

Statistik

Einwohner: 350

Quelle: Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011

Anzahl Wohnhäuser: 75

Quelle: Alte Strinzer Chronik
StM im Jahre 1939 (Ausschnitt aus einer Schullandkarte der ehemaligen Strinzer Schule)
StM im Jahre 1939 (Ausschnitt aus einer Schullandkarte der ehemaligen Strinzer Schule)

Ereignisse

  • Der Strinzer Pfarrer Walter Maus flüchtet sich schon Anfang des Krieges in die Wehrmacht. Pfarrer waren seinerzeit starken Anfeindungen durch die Nationalsozialisten ausgesetzt. Regimekritiker waren in der Wehrmacht einigermaßen sicher. (Quelle: Internetseite der ev. Kirche StM) (Siehe auch unter: Pfarrer flieht in die Wehrmacht)
  • Der Lehrer Johannes Buse wird nach Bestehen der Prüfung am 1.4. endgültig zum Lehrer in StM ernannt.
Quelle: Hess. Staatsarchiv, Wiesbaden
  • Der bisherige Vorsitzende des MGV "Eintracht" Emil Kadesch stellt sich aus persönlichen Gründen nicht mehr zu Wahl. Zum neuen Vorsitzenden wird daraufhin der Landwirt Emil Heiler gewählt.
Quelle: Festschrift 100 Jahre MGV Eintracht 1891 / 1991
  • Im Haus der Familie Hartwig in der Pfalzstraße wird eine Unfallhilfe eingerichtet.
Quelle: Helmut Hartwig
  • Im Oktober legt sich die Gemeinde einen Kartoffeldämpfer zu. (Siehe auch unter: Der Kartoffeldämpfer)
  • Am 21. September fällt Karl Gräter als erster Strinzer im Zweiten Weltkrieg. Er wurde 22 Jahre alt.
Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä
Strinzer Hitlerjungen Kindergarten
Strinzer Hitlerjungen Kindergarten

1940

Obrigkeiten

Pfarrer: Gottwald (Vertretung aus Kettenbach)

Bürgermeister: Adolf Weber

Lehrer: Johannes Buse; Presser (Vertretung aus Steckenroth)

Ereignisse

  • Die Strinzer Wehr zählt 32 Mitglieder, wovon einige keine Gründungsmitglieder mehr sind.
Quelle: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009
Strinz-Margarethä im Herbst 1940
Strinz-Margarethä im Herbst 1940
Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä
Bienenhaus Faust Wilhelm Stößinger, Erna und Hertha Guckes auf dem Weg ins Rübenfeld
Bienenhaus Faust Wilhelm Stößinger, Erna und Hertha Guckes auf dem Weg ins Rübenfeld

1941

Obrigkeiten

Pfarrer: Gottwald (Vertretung aus Kettenbach)

Bürgermeister: Adolf Weber

Lehrer: Johannes Buse/ Presser (Vertretung aus Steckenroth)

Ereignisse

  • Einweihung des ersten Strinzer Kindergartens nach einer zweijährigen Bauzeit. Die Schnitzerei über dem Eingang stammt von dem Idsteiner Bildhauer Ferdinand Abt.
  • Der Lehrer Johannes Buse wird am 21. Mai zum Heeresdienst einberufen. Seine Vertretung übernimmt der Lehrer Presser aus Steckenroth.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 118
  • 02.10.1941 Emil Fuhr fällt
  • 08.10.1941 Johann Jusa fällt
  • 10.11.1941 Paul Weber fällt
  • 11.11.1941 Adolf Fuhr fällt
  • 02.12.1941 Willi Hies fällt
  • 31.12.1941 Alois Habich fällt
Ein in StM einquartierter Soldat (wohl zur Gefangenenbewachung)
Ein in StM einquartierter Soldat (wohl zur Gefangenenbewachung)
Waldarbeiterinnen
Waldarbeiterinnen

V.l.n.r.

Hinten: Margarete Hartwig, Maria Hankammer

Mitte: Frieda Stoll, Tilli Witzky, Elli Faust, Hedwig Schneider, Meta Gerster

Vorne: Lisette Gruber, Elfriede Egert, Karoline Puff, Elfriede Saur

1942

Obrigkeiten

Pfarrer: Gottwald (Vertretung aus Kettenbach)

Bürgermeister: Adolf Weber

Lehrer: Johannes Buse/ Henrici (Vertretung aus Wingsbach); Müller (Vertretung aus Niederlibbach)

Statistik

Schülerzahl: 32

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 118

Ereignisse

  • Ende des Jahres kommt das Vereinsleben des MGV "Eintracht" abermals zum Erliegen. Um der ungewissen Zukunft Vorsorge zu tragen, wurde ein Vereinstestament geschrieben, in dem festgehalten wurde, dass bei einer Auflösung des Vereins das Vermögen dem Deutschen Sängerbund e. V. zufallen soll.
Quelle: Festschrift 100 Jahre MGV Eintracht 1891 / 1991
  • Die Schule verzeichnet mit nur 32 Schülern die niedrigste Schülerzahl seit 100 Jahren.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 118
  • 15.05.1942 Willi Fuhr fällt
  • Der Lehrer Johannes Buse stirbt als Unteroffizier am 03. Juli, 3 Tage nach seiner schweren Verwundung, in einem Kriegslazarett im Osten, den Heldentod.
Quelle: Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 118
  • 21.07.1942 Adolf Fuhr fällt
  • 30.12.1942 August Deuser fällt
Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä

1943

Obrigkeiten

Pfarrer: Gottwald (Vertretung aus Kettenbach)

Bürgermeister: Adolf Weber

Lehrer: Müller (Vertretung aus Niederlibbach); Richard Weißer

Ereignisse

  • Nutzung des neben dem Pfarrhaus gelegenen Konfirmantensaal zum Gottesdienst, um Heizkosten zu sparen.
  • NS-Aufmarsch am 18. Januar (vermutlich handelt es sich um eine Feier zur Reichsgründung, die im Zuge der „Durchhalteparolen“ organisiert wurden)
Quelle: Rückseite Bilddokument s.u.
  • 03.01.1943 Franz Riedl fällt
  • 07.01.1943 Karl Ziß fällt
  • 03.02.1943 Emil Schneider fällt
  • 06.02.1943 Alfred Klein fällt
  • 01.08.1943 n.n.
  • 18.08.1943 Karl Hankammer fällt
  • 28.08.1943 Emil Schneider fällt
  • Neuer Lehrer wird Richard Weißer aus Frankfurt am Main. Nach einem erlittenen Bombenschaden wird er nach StM versetzt. (Quelle: Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 118/119) (siehe auch unter: Rektor Richard Weißer)
  • Am 26. November fallen Fliegerbomben in der Ortsgemarkung.
Quelle: Alte Strinzer Chronik
  • 06.11.1943 Emil Kugelstadt fällt
  • Um der stetig wachsenden Zahl von Evakuierten Herr zu werden, werden in StM zwei Behelfsheime gebaut. (Quelle: Helmut Hartwig) (Siehe auch unter: Das Behelfsheim)
NS-Aufmarsch (Anlass unbekannt)
NS-Aufmarsch (Anlass unbekannt)
Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä
Erste Hilfe-Gruppe Zuchtsau Weber
Erste Hilfe-Gruppe Zuchtsau Weber

1944

Obrigkeiten

Pfarrer: Gottwald (Vertretung aus Kettenbach)

Bürgermeister: Adolf Weber

Lehrer: Richard Weißer

Ereignisse

  • Richard Weißer schreibt das Strinzer Lied. (Quelle: Alte Strinzer Chronik) (Siehe auch unter: Strinzer Lied)
  • Belegung des neben dem Pfarrhaus gelegenen Konfirmantensaal mit 7 evakuierten Personen. Dies sollte nur für 10 - 14 Tage erfolgen, hielt aber noch bis über das Kriegsende hinaus an.
Quelle: Hessisches Staatsarchiv
  • 22.01.1944 Karl Hies fällt
  • 02.02.1944 Erich Hankammer fällt
  • 20.06.1944 Hermann Schneider fällt
  • 03.07.1944 Hans Buse (Ortslehrer) fällt
  • 07.07.1944 Adolf Faust fällt
  • 09.08.1944 Adolf Wölfinger fällt
  • 15.08.1944 Karl Bodenheimer fällt
  • Am 4. Dezember fallen beiderseits der Straße nach Niederlibbach Fliegerbomben.
Quelle: Alte Strinzer Chronik
  • 12.10.1944 Emil Gräter fällt
Behelfsheim für Flüchtlinge (Ecke Schulstraße / Pfalzstraße)
Behelfsheim für Flüchtlinge (Ecke Schulstraße / Pfalzstraße)

1945

StM im Jahre 1945 (Das Bild wurde von einem Aufklärungsflugzeug der Amerikaner geschossen)

Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä

Obrigkeiten

Pfarrer: Gottwald (Vertretung aus Kettenbach)
Bürgermeister: Adolf Weber; August Gräter
Lehrer: Richard Weißer; Ursula Nissen; Horst Witt

Statistik

Tierbestand: 265 Kühe, 2 Bullen

Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 1

Ereignisse

  • Der Schullehrer von StM Rektor Richard Weißer beginnt am 1. Juni 1945 mit dem Schreiben einer Ortschronik. Bei den ersten Aufzeichnungen handelt es sich um Interviews mit den zurückkehrenden Frontsoldaten.
  • Ernennung von Frl. Ursula Nissen zur Lehrerin und gleichzeitig Versetzung nach StM zum 1. Januar 1945
Quelle: Hess. Staatsarchiv, Wiesbaden
  • Am 22. Februar überfliegt ein Aufklärungsflugzeug der Amerikaner Strinz und schießt eine Luftaufnahme. (Quelle: Luftbildarchiv) Am 28. März marschieren die Amerikaner in Strinz ein. (Quelle: Alte Strinzer Chronik) Der Einmarsch der Amerikaner in StM ist genauestens dokumentiert. Die Aufzeichnungen hier einzupflegen würde den Rahmen sprengen. Deshalb wurde hierzu in dieser Chronik ein extra Artikel gefertigt.

(Siehe unter: Die letzten Tage)

  • Am 28. März fallen die Wehrmachtssoldaten Günter Bräsching, Gerhard Knechtsberger, Paul Horstmann und ein vierter Wehrmachtssoldat beim Vormarsch der Amerikaner auf Strinz. (Quelle: Alte Strinzer Chronik) (Siehe auch unter: Gefallene in StM)
  • Am Ende des Zweiten Weltkrieg sind 26 Gefallene und 8 Vermisste zu beklagen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg werden zahlreiche Flüchtlinge in StM untergebracht.
Quelle: Hess. Staatsarchiv, Wiesbaden
  • Strinz gehört zur amerikanischen Besatzungszone.
  • Nach dem Einzug der Amerikaner verpflichtet sich Bürgermeister Weber durch Eid, alle Verbindungen mit der Nazipartei abzubrechen und den Anordnungen der Besatzungstruppen zu gehorchen. Trotzdem wird er am 23. Mai abgesetzt und am 28. Juni in Haft genommen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 124
  • Neuer Bürgermeister in StM wird August Gräter, geb. am 19. Oktober 1887 in Burgschwalbach, in StM aufgewachsen, wo er sich 1922 - er ist Maurermeister - ein Haus baute. Sein Amtszimmer wird in den Kindergarten verlegt.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 124
  • Die Abordzustände in der Schule sind noch immer höchst unzureichend. Im September lässt der neue Bürgermeister die nötigsten Arbeiten vornehmen.
Quelle: Alte Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 121
  • Das sich mit Ende des 2. Weltkrieges die Ereignisse hier in Strinz häuften, deren Aufnahme in diesen Teil der Chronik den Rahmen sprengen würden, wurden diese in separaten Artikeln dokumentiert.

(Siehe unter: Neuanfang und Macht der Gewohnheit)

Gefallene

Wilhelm Faust

Bildtafel aus der Chronik von Strinz-Margarethä
2 x Strinzer Kindergarten
2 x Strinzer Kindergarten

Kriegsheimkehrer

26.5.45 Alfred Seel, 30.05.45 Richard Hankammer, 01.06.45 Edmund Egert, 03.06.45 Albert Ohlemacher, 02.06.45 Karl Steinmetz, 05.06.45 Alfred Hankammer, 06.06.45 Emil Faust, 15.06.45 Wilhelm Diefenbach, 16.06.45 Willi Wahl, 17.06.45 Karl Baum, 18.06.45 Wilhelm Klein, 22.06.45 Albrecht Ufer, 07.07.45 Adolf Guckes, 03.06.45 Karlheinz Ernst, 09.07.45 Albert Hankammer, 11.07.45 Albert Schneider, 19.07.45 Adolf Deuser, 20.07.45 Wilhelm Schneider, 02.08.45 Richard Christmann, 06.08.45 Alfred Egert, 2.8.45 Karl Weber, 10.08.45 Karl Hankammer, 17.08.48 Oskar Egert, 18.08.45 Artur Heinzemann, 30.08.48 Ernst Richter, 02.09.45 Arthur Faust, 02.09.45 Günther Puff, 01.09.45 Otto Kögel, 08.09.45 Willi Egert, 12.09.45 Otto Bender, 12.09.45 Ernst Schneider, 03.10.45 Wilhelm Guckes, 03.10.45 August Diefenbach, 12.10.45 Emil Bodenheimer, 25.10.45 August Christmann, 25.10.45 Willi Hankammer, 31.10.45 Moritz Feix, 20.12.45 Adolf Christmann

(Siehe auch unter: Erlebnisse der Heimkehrer)